Aktuelle Besucherregelung

Wir möchten das Sicherheitslevel für Patienten, Mitarbeiter und auch Besucher hoch halten. Aufgrund unseres Hausrechts bleiben wir, abweichend von der neuen Thüringer Verordnung, bei unserer bestehenden Besucherregelung, die seit 25. Mai 2020 gilt. Zutritt nur mit Besucher-Dokument (auch vor Ort erhältlich) -  Weiterführende Infos.

Herzrhythmusstörungen

In der Abteilung für Rhythmologie behandeln wir Patienten mit allen Arten von Herzrhythmusstörungen.

Was ist der Herzrhythmus?

Damit der Herzmuskel Blut durch den Körper pumpen kann, muss er elektrisch erregt (bzw. stimuliert) werden. Der Sinusknoten, der sich im rechten Herzvorhof befindet, kann elektrische Impulse abgeben mit einer Ruhefrequenz von ca. 60-80/min (Sinusrhythmus). Damit Herzvorhöfe und Herzkammern pumpen können, muss die elektrische Erregung vom Sinusknoten erst auf die Vorhöfe und dann auf die Herzkammern übergeleitet werden. Dafür gibt es im Herzen ein elektrisches Leitungssystem.

Was sind Herzrhythmusstörungen?

Wenn das elektrische Leitungssystem des Herzens gestört ist, kann es zu einer zu langsamen Pumpfrequenz des Herzens (Bradykardie) kommen. Es kann aber auch durch das Vorhandensein zusätzlicher Impulsgeber oder zusätzlicher elektrischer Leitungsbahnen zu unregelmäßigem oder zu schnellem Herzschlag (Tachykardie) kommen.

Ursachen

Ursachen sind angeborene Störungen des Reizleitungssystems, alterungsbedingte Störungen und Herzinfarkte.

Symptome

Symptome können Schwindel, Herzrasen, Herzstolpern, Leistungsschwäche oder kurze Ohnmacht (Synkope) sein. Selten können bestimmte Herzrhythmusstörungen auch zum plötzlichen Herztod führen.

Diagnostik

Zur Diagnostik der Herzrhythmusstörung und einer möglicherweise dahinter versteckten Herzmuskel- oder Klappenerkrankung können wir alle notwendigen diagnostischen Maßnahmen anbieten:

  • 7-Tage-Langzeit-EKG
  • 12-Kanal-Langzeit-EKG
  • Eventrekorder (extern tragbar oder implantiert unter die Haut)
  • Herzultraschall (Echokardiographie) LINK
  • MRT (LINK)
  • Herzkatheter (LINK)
  • Elektrophysiologische Untersuchung (EPU)

Therapie

Schlägt das Herz zu langsam, kann ein Herzschrittmacher notwendig werden.
 
Schlägt das Herz zu schnell oder unregelmäßig kommen je nach Ursache zwei Möglichkeiten infrage: eine Therapie mit Herzrhythmusmedikamenten oder eine Katheterablation (Verödung mittels über die Gefäße einführbarer Katheter).

Wir haben in unserem Zentrum viel Erfahrung mit der Katheterablation aller Arten von Herzrhythmusstörungen.

Manche Patienten mit Erkrankungen des Herzmuskels oder des herzeigenen Erregungsbildungs- und leitungssystems haben ein erhöhtes Risiko für bösartige Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern (Kammerrasen oder Kammerflimmern). Diese Patienten kann ein unter die Haut implantierbarer Defibrillator, der solche Herzrhythmusstörungen erkennt und behandelt, vor dem plötzlichen Herztod schützen.

Bei einigen Patienten mit Herzmuskelschwäche findet man zusätzlich eine durch Reizleitungsstörung bedingte nicht-synchrone Aktivierung von Kammerscheide- und Seitenwand der linken Herzkammer: Diese macht die Pumpfunktion der linken Herzkammer ineffektiv. Bei solchen Patienten kann man häufig durch Implantation eines speziellen Herzschrittmachers oder Defibrillators mit zusätzlicher Resynchronisationsfunktion (Cardiale Resynchronisationstherapie) eine Verbesserung der Herzleistung erreichen.

Bildnachweis: © geralt – pixabay