Aktuelle Besucherregelung

Wir möchten das Sicherheitslevel für Patienten, Mitarbeiter und auch Besucher hoch halten. Daher gilt bei uns derzeit ein generelles Besuchsverbot. Ausnahmen bedürfen der ärztlichen Einzelfallentscheidung. Weiterführende Infos.

Im Klinikum gibt es KEINE öffentlich Abstrichstelle. Kreuzfahrt-Passagiere unserer Kooperationspartner TUI, AIDA und Hapag Lloyd finden alle nötigen Infos hier: Tests für Reisende

Während der Geburt in sicheren Händen

Während der Geburt in sicheren Händen

Unsere Hebammen und Ärzte beobachten den natürlichen Geburtsverlauf und helfen Ihnen und Ihrem Kind bei der Geburt. Oberstes Ziel ist eine natürliche aber vor allem sichere und individuelle Geburt.

Sicherheit ist ein wesentliches Kriterium in der Geburtshilfe. In unserer Klinik stehen rund um die Uhr immer zwei oder drei Hebammen, eine/ein Oberärztin/Oberarzt und zwei weiter Ärzte der Geburtshilfe sowie eine/ein Narkoseärztin/Narkosearzt im Einsatz für Sie bereit. Wir möchten nur dann in den natürlichen Geburtsvorgang eingreifen, wenn Probleme bei Mutter und/oder Kind beobachtet werden.

Ablauf der Geburt

Die Entbindung verläuft in mehreren Phasen. Sie werden in Eröffnungs-, Austreibungs- und Nachgeburtsphase unterschieden.

Eröffnungsperiode

Die Eröffnung beginnt meist mit schwachen Wehen. Diese können Sie als leichtes Ziehen im Rücken, Bauch oder Leiste spüren. Dabei kann sich der Schleimpfropf, der den Muttermund verschließt, lösen. Dies äußert sich als zähflüssiger Schleim mit etwas But vermengt auf Ihrer Vorlage. Wenn die Fruchtblase "springt" (reichlich unkontrollierter Abgang von Flüssigkeit aus der Scheide) sollten Sie den Kreißsaal aufsuchen. Im Weitern Verlauf der Eröffnungsperiode werden die Wehen kräftiger. Sie spüren dann, dass sich die Gebärmutter in Ihrem Bauch alle drei bis fünf  Minuten zusammenzieht und nach einer halben bis einer Minute wieder erschlafft. Die Wehen führen zu einer weiteren Öffnung des Muttermundes und zum tiefertreten des Köpfchens oder des Steißes Ihres Kindes.

Während der gesamten Geburt sollten Sie versuchen, sich soweit wie möglich zu entspannen. Das ist nicht immer einfach, da die Geburt sehr anstrengend sein kann. Sie ist vergleichbar mit einen 42-Kilometer-Fußmarsch unter Schmerzen. Beim Entspannen hilft Ihnen die ruhige Atmosphäre in unserem Kreißsaal, Entspannungsmusik und die für Sie angenehmste Körperposition, z.B. auf dem Ball, in der Gebärwanne, Stehen vor dem Bett, der Vier-Füßler-Stand oder das Liegen im Bett auf der Seite. Angepasste Atemformen, Aromatherapie, Akupunktur und viel Zuwendung von Ihrer Begleitung und der Hebamme können Sie zusätzlich unterstützen.

Eine Schmerztherapie ist ebenfalls oft sehr sinnvoll. Die Hebamme und die/der Ärztin/Arzt helfen Ihnen in jeder Situation. Mit dem CTG (Kardiotokographie, Wehenschreiber; auch Telemetrie = CTG ohne Kabel) kontrollieren wir während der gesamten Geburt die Herztöne und das Wohlbefinden Ihres Kindes.

Die eigentliche Eröffnungsperiode ist beendet, wenn der Muttermund mit etwa zehn Zentimetern vollständig auf gedehnt ist. Die Dauer der Eröffnungsperiode ist ganz unterschiedlich und kann beim ersten Kind zwischen sieben und zwölf Stunden andauern. Bei einer Mehrgebärenden kann sie sehr viel kürzer sein.

Austreibungsperiode

Wenn der Muttermund vollständig eröffnet ist, kann das kindliche Köpfchen aus der Gebärmutter in den Geburtskanal eintreten. Die Austreibungsphase beginnt. Die Hebamme leitet Sie dabei zur richtigen Atmung und Entspannung an. Durch den Druck, den das Kind auf den Darm und den Beckenboden ausübt, verspüren Sie von ganz alleine den Wunsch, mitpressen zu wollen. Wenn das Köpfchen im Scheidenausgang steht, wird dieser für einen kurzen Zeitraum stark gedehnt. Die Hebammen sagen Ihnen in der aktiven Pressperiode genau wie sie mitarbeiten können. Dabei entwickeln sie Köpfchen und Körper des Kindes aus der Scheide. Mit dem Dammschutz wird das Köpfchen des Kindes geschont und der Damm vor unkontrolliertem Reißen geschützt. Nach der Geburt des Kopfes erscheint mit der nächsten Wehe der ganze kindliche Körper. Dabei können Sie Ihre ganz individuelle Gebärposition wählen, sofern es dagegen keine medizinischen Einwände gibt. Mögliche Gebärpositionen sind:

  • in Seitenlage,
  • im Vier-Füßler-Stand,
  • halb Sitzend im Bett,
  • auf dem Gebärhocker,
  • in der Gebärwanne,
  • stehend vor dem Bett.

Nachgeburtsperiode

Wenn das Baby geboren ist, wird es Ihnen auf den Bauch gelegt (Bonding). Erst wenn die Nabelschnur aufgehört hat, deutlich zu pulsieren, wird das Neugeborene abgenabelt (das durchtrennen der Nabelschur übernimmt sehr oft der Vater). Beim Bonding wird die Mutter-Kind-Beziehung frühzeitig gefördert. Auch das unmittelbare Anlegen an die Brust hat sich als günstig erwiesen.

In der Nachgeburtsperiode verspüren sie leichte Nachwehen, die bewirken, dass sich der Mutterkuchen ablöst. Mit Hilfe eines Hebammenhandgriffes wird der Mutterkuchen nach ca. 10 bis 30 Minuten geboren und von Hebamme und Ärztin/Arzt auf Vollständigkeit geprüft.

Nach der Geburt untersucht die Hebamme sorgfältig Ihr Kind (U1) von Kopf bis Fuß. Dabei werden die Herztätigkeit und die Atmung überwacht sowie der Apgarwert festgelegt. Er gibt Auskunft darüber, wie gut es Ihrem Baby geht. Stellt die Hebamme Auffälligkeiten fest, rufen sie eine/einen Kinderärztin/Kinderarzt hinzu, der sofort die Weiterbetreuung des Kindes übernimmt.

Im Kreißsaal wird das Neugeborene gewogen, gemessen und eventuell gebadet. Das Baby wird angezogen und erhält seine Namensbändchen. Bei all diesen Aktivitäten werden Sie und Ihre Begleitung so weit wie möglich mit einbezogen.

Was Sie noch wissen sollten

Einen Dammschnitt führen wir in unserer Klinik nur bei medizinischer Indikation durch, z.B.um große Dammrisse (3. und 4. Grades) zu vermeiden bzw. um das Kind zu schonen (bei Frühgeburten). Kleinere Dammrisse 1. und 2. Grades kommen bei der Geburt häufig vor und werden wie ein Dammschnitt mit einer sanften Naht versorgt. Die sanfte Dammnaht heilt besser und verursacht im Wochenbett weniger Schmerzen.

Vielfach besteht der Wunsch nach einer natürlichen Geburt ohne Schmerzmittel. Dennoch kann es sinnvoll oder medizinisch Notwendig sein, schmerzlindernde Mittel unter der Geburt anzuwenden. Die Methoden der Schmerzlinderung sind vielfältig und werden dem Geburtsverlauf angepasst. Die Entscheidung, welche der Möglichkeiten für Sie in Frage kommt, treffen Sie mit Hebamme und Ärztin/Arzt gemeinsam.

Mittel und Medikamente:

  • Homöopatika (Globuli)
  • Aromatherapie (ätherische Öle)
  • Akupunktur
  • krampflösende und schmerzstillende Medikamente (Spritze in den Po)
  • PDA (Peridual-Anästhesie)
  • Lachgas (im Moment /Corona –Pandemie verboten)

Manchmal ist eine Entbindung durch Kaiserschnitt notwendig, wenn z.B. eine normale Geburt nicht möglich ist (Kind für das mütterliche Becken zu groß ist oder schwere mütterliche Erkrankungen vorliegen) oder aber, das Kind verträgt auf Dauer die Geburtswehen nicht gut. In manchen Fällen geht die Geburt auch nicht mehr voran, weil sich das Baby im Geburtskanal falsch eingestellt hat und so nicht geboren werden kann. In einer für das Kind oder die Mutter bedrohlichen Notsituation muss die/der Geburthelferin/Geburtshelfer oft innerhalb weniger Minuten eine Entscheidung treffen. Unser Team ist für solche Notfälle sehr gut vorbereitet und sowohl durch unsere umfangreiche Praxis als auch durch Übungen gut trainiert. Den Kaiserschnitt führen wir grundsätzlich als „sanften Kaiserschnitt“ durch. Ihr Partner kann Sie dabei gerne begleiten.