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Wenn Schlucken Panik auslöst

Schluckangst – Phagophobie - psychogene Dysphagie

Schluckangst – Phagophobie - psychogene Dysphagie

Patienten mit Schluckangst haben häufig auch Angst vor dem Ersticken. Diese sehr seltene Störung gehört in die Gruppe der spezifischen Ängste und muss von der Panikstörung, der generalisierten Angststörung und der Anorexia nervosa abgegrenzt werden.

Die Störung gilt als eher selten und wird häufig nicht richtig diagnostiziert. Sie kommt in allen Altersstufen vor, tritt häufiger bei Frauen auf und ist oft mit Angst- und Panikstörungen sowie Zwängen assoziiert. Auch finden sich depressive Züge und vegetative Störungen. Belastende Lebensereignisse sind ebenfalls häufig und die Betroffenen weisen eine hohe Sensibilität, Irritierbarkeit und Leistungsbereitschaft auf. Internistische und HNO-ärztliche Untersuchungen sind unauffällig.

Die Betroffenen berichten fast immer von vorausgehenden Erlebnissen mit Verschlucken bei sich selbst oder anderen mit Erstickungsgefühl, die gefährlich oder gar lebensbedrohlich erlebt wurden.  Nahrungsmittel und Getränke oder Tabletten werden danach als bedrohlich erlebt und vermieden oder es werden nur noch flüssige Nahrung, Breikost oder Medikamente in Tropfenform aufgenommen.

Die Betroffenen sind zunehmend in allen Lebensbereichen eingeschränkt. Der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich und reicht von Spontanverbesserung bis zu schweren Chronifizierungen.

Dies führt meist zu Gewichtsverlust, ist mit großen Ängsten verbunden und kann lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Durch die Angst kommt es zu einer vermehrten Atmung (Hyperventilation), welche die Panikgefühle wie Schwindel, Herzrasen, Engegefühl im Hals verstärkt. Ebenfalls findet sich häufig eine Verkrampfung der Hals- und Kiefermuskulatur.

In unserer psychosomatischen Abteilung bieten wir eine spezialisierte interdisziplinäre psychotherapeutische, physiotherapeutische und ernährungstherapeutische Behandlung und logopädisches Training an mit

  • Information und Aufklärung über die Beschwerden
  • Entspannungsverfahren
  • Massagen und Wärmeanwendung
  • Physiotherapeutische Übungen zur Lockerung der Muskulatur
  • Atemtraining
  • Begleitete Mahlzeiten und Schlucktraining 
  • Multimodale Psychotherapie mit Einzel- und Gruppentherapie, ggf. Familien und Paargespräche, nonverbale Kreativtherpiemethoden (Tanz-, Kunst-und Konzentrative Bewegungstherapie)
  • Medikamentöse Unterstützung möglich
Das Behandlungsangebot richtet sich nur an erwachsene Patienten, die von ambulanten Therapieangeboten nicht ausreichend profitieren konnten. Wegen vermehrter Anfragen und nur geringer Bettenkapazität ist eine überregionale Versorgung nur in Ausnahmefällen möglich.

 

Wir klären in einem ausführlichen ambulanten Vorgespräch unter Sichtung von Vorbefunden, ob eine stationäre Behandlung bei uns sinnvoll und indiziert ist. Wenn Sie Interesse an einer Behandlung haben, melden Sie sich bitte in unserem Sekretariat der Psychosomatik.
 

Sie haben Fragen, etwa zur Wartezeit bis zur stationären Aufnahme? Wir sind unter den nebenstehenden Kontaktdaten gerne für Sie da.

Kontakt

Jeannette Fischer

Chefarztsekretärin
Jeannette Fischer

E-Mail

Telefon

(0203) 546 34101