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Hämorrhoiden – wir helfen diskret und schonend

Hämorrhoiden – wir helfen diskret und schonend

Informationen zu einem Tabuthema: Ursachen, Anzeichen und Behandlung bei Hämorrhoiden. Das koloproktologische Team der Chirurgie berät Betroffene mit Erfahrung und Kompetenz.

Hämorrhoiden sind eigentlich an sich keine Krankheit, sondern die Bezeichnung der Schwellpolster, die bei jedem Menschen unter der Schleimhaut am Ende des Darms oberhalb des Darmausgangs, also des Afters, liegen. Sie neigen zur Vergrößerung oder Stauung und können dann ein Hämorrhoidenleiden verursachen.

Wenn sich das Blut staut, kommt es zu Beschwerden. Diese entstehen zum Beispiel durch:

  • langes, starkes Pressen bei der Stuhlentleerung
  • ballaststoffarme Ernährung mit hartem Stuhl
  • starke Spannung des Schließmuskels
  • Venenstauungen durch Schwangerschaft oder Entbindung
  • übermäßigem Alkoholgenuss
  • Veranlagung

Bei diesen Anzeichen sollten Sie einen Termin in unserer koloproktologischen Sprechstunde vereinbaren:

 

  • hellrotes Blut im Stuhl oder auf dem Toilettenpapier
  • Brennen, Juckreiz oder Schmerzen am After
  • Vorwölbung der Hämorrhoiden beim Pressen
  • Gefühl unvollständiger Stuhlentleerung
  • Stuhlverschmutzung der Wäsche
  • Nässen aus dem After

 

 

  • Hämorrhoiden 1. Grades sind vergrößert und gestaut. Sie liegen innen und sind nur per Spiegelgerät, dem Proktoskop, zu erkennen.
  • Hämorrhoiden 2. Grades wölben sich beim Pressen hervor und werden so sichtbar.
  • Hämorrhoiden 3. Grades bilden stark geschwollene Knoten, die dauerhaft vorfallen und sofort sichtbar sind.
  • Bei Hämorrhoiden 4. Grades kommt es zu starker Aufquellung und Entzündung der Schleimhaut und zu einem nicht zurückzudrängenden Vorfall nach außen.

Welche Behandlung bei Ihnen Anwendung findet, entscheiden die Ärzte in Absprache mit Ihnen individuell anhand Ihrer Beschwerden und der Befunde. Entzündungen können wir durch Zäpfchen lindern, einen begleitenden Hautausschlag durch Änderung der Analhygiene und Salben.
Hämorrhoiden 1. und 2. Grades werden häufig bereits mit der Umsetzung von Ernährungs- und Verhaltenstipps besser, manchmal ist auch eine Verödung angebracht. Ab Hämorrhoiden 2. Grades wenden wir die Gummibandligatur an. Dabei wird der vorfallende Teil der Hämorrhoiden abgeschnürt, stirbt ab und wird ausgeschieden. Diese Verfahren sind schmerzfrei und können ohne Betäubung durchgeführt werden.

  • Bei vereinzelten (so genannten segmentalen) Hämorrhoiden ab Grad 3 schneiden wir die Knoten ab oder schälen sie heraus. Diese Methoden sind bekannt als Milligan-Morgan, Ferguson oder Parks.
  • Eine weitere mögliche Behandlung ist eine Unterbrechung der zuführenden Blutgefäße (HAL, Hämorrhoidale Arterien-Ligatur). Dabei kann bei Bedarf auch das Gewebe der Afterschleimhaut gerafft werden.
  • Bei zirkulärem Befall, das heißt bei Hämorrhoiden rund um Darmausgang, empfehlen wir die Stapler-Hämorrhoidektomie nach Longo. Hierbei entfernen wir einen ringförmigen Schleimhautstreifen und verbinden dann beide Ränder mit einem Klammernahtgerät (Stapler). Dadurch verringern wir den Blutzufluss und fixieren die Hämorrhoidalpolster, die Schwellpolster im Darmausgang, in ihrer ursprünglichen, gesunden Position.
  • Zur Vorbereitung besprechen wir mit Ihnen die Narkose und eventuell noch notwendige Untersuchungen wie z.B. die Blutentnahme oder eine Darmspiegelung.
  • Am Tag der Operation werden Sie (je nach Anästhesieverfahren nüchtern) direkt auf der Station aufgenommen.
  • Am Nachmittag nach der Operation sprechen wir mit Ihnen über das Ergebnis und den weiteren Behandlungsablauf.
  • Nach der Operation ist möglicherweise eine Wundpflege durch tägliches Ausduschen der Wunde nötig.
  • In der Regel kann am 2. Tag nach der Operation die Entlassung erfolgen. Sie erhalten konkrete Empfehlungen für die Wundpflege und einen Termin zur Kontrolluntersuchung.
  • Die äußeren Wunden sind meistens nach vier bis acht Wochen verheilt.

Mit geeigneter Ernährung, entsprechender Stuhlregulierung und angepasstem Verhalten bei der Stuhlentleerung kann das Risiko erneuter Beschwerden deutlich verringert werden. Hämorrhoidenstauungen können jedoch auch nach einer erfolgreichen Behandlung erneut oder an einer anderen Stelle wieder auftreten.

Wenden Sie sich bitte mit Ihren Fragen vertrauensvoll an uns.

Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie
Chefarzt: Prof. Dr. med. Martin Strik

Bereich Koloproktologie:
PD Dr. med. Robert Siegel

Koloproktologische Sprechstunde
Telefon: (030) 94 01-52720

Miriam Baur
E-Mail: miriam.baur@helios-gesundheit.de

PD Dr. med. Robert Siegel
E-Mail: robert.siegel@helios-gesundheit.de

Diagnose Hämorrhoiden

Dr. Siegel im Interview zu Ursachen und Behandlung von Hämorrhoiden.