Gerade bei der ersten Schwangerschaft haben Frauen jede Menge Fragen rund um das Thema Geburt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Geburt.

Q&A zur Geburt

Wann wird das Baby geholt? Was soll ich tun, wenn die Wehen einsetzen und ich unterwegs bin?

Keine Panik, wenn der Geburtstermin um ein paar Tage überschritten ist: Nur jedes zwanzigste Kind kommt genau zum errechneten Termin zur Welt. Versuchen Sie, sich zu entspannen und die Ruhe zu genießen.

Wenn es Mutter und Kind gut geht, warten Ärzte in der Regel ein bis zwei Wochen, bevor die Geburt eingeleitet wird, wobei der Fortschritt dann regelmäßig von Arzt oder Hebamme kontrolliert werden muss (mindestens jeden zweiten Tag, ab den siebten Tag über den Termin täglich).

Alle Schwangeren, die in unserer Klinik entbinden wollen, sollten sich spätestens am errechneten Geburtstermin im Kreißsaal vorstellen. An dem Tag wird ein CTG geschrieben und ein Ultraschall gemacht, sodass man zusammen das weitere Procedere planen kann.

Das oberste Gebot ist, ruhig zu bleiben! Sturzgeburten sind, vor allem bei einer ersten Geburt, sehr selten. Gehen Sie in Ruhe nach Hause, rufen Sie Ihren Partner an oder die Person, die Sie ins Krankenhaus begleiten soll. Sie selbst sollten sich nicht mehr hinters Steuer setzen, denn wenn eine Wehe im Anmarsch ist, leidet die Konzentration außerordentlich. Rufen Sie sich lieber ein Taxi und lassen sich ins Krankenhaus fahren, wenn Ihre Begleitung noch eine Weile braucht.

Unter Übungswehen versteht man eine Kontraktion, also die Anspannung der Gebärmuttermuskulatur im letzten Drittel der Schwangerschaft. Sie sind nicht schmerzhaft, sondern zeigen sich vielmehr dadurch, dass der Bauch hart wird und sich dann wieder entspannt.

Bei der ersten Schwangerschaft können Übungswehen schon ab der 20. Woche auftreten. Damit trainiert die Gebärmutter im Vorfeld schon einmal die Geburt. Übungswehen treten schwach und unregelmäßig auf, dauern weniger als eine halbe Minute und kommen höchstens drei Mal pro Stunde.
Wenn die Wehen regelmäßig über mindestens eine Stunde alle sieben bis zehn Minuten auftreten, sollten Sie sich in der Klinik vorstellen, um einen Geburtsbeginn auszuschließen.

Wenn der Kopf des Babys bereits fest in Ihrem Becken sitzt, besteht keine Gefahr eines Nabelschnurvorfalls und das Fruchtwasser tröpfelt meist nur. Dann können Sie sich normal ins Krankenhaus fahren lassen.

Manchmal ist es aber nicht eindeutig, ob es sich um einen Blasensprung oder vielleicht nur um einen Urinabgang handelt. Da die Fruchtblase die letzte Schutzbarriere für das Baby ist, besteht nach einem Blasensprung immer eine Infektionsgefahr. Deshalb es ist wichtig, hier Klarheit zu schaffen. In unserem Kreißsaal können wir einen speziellen Test machen. Sollten Sie in Ihrer Schwangerschaft also einen unklaren Flüssigkeitsabgang haben, stellen Sie sich bitte bei uns im Kreißsaal zum Ausschluss eines Blasensprungs vor.

Die Frage ist gar nicht so ungewöhnlich, denn eine Geburt kann sich hinziehen. Packen Sie sich gern eine Kleinigkeit zu essen und etwas Obst ein. Vermeiden Sie bitte Lebensmittel, von denen ein starker Geruch ausgeht. Ihre Nase ist unter der Geburt sehr empfindlich.

Bevor der eigentliche Geburtsvorgang einsetzt, können Sie auch während der Wehen zur Toilette.

Je nachdem, wie Sie sich fühlen, kann Ihr Mann Ihnen bei der Geburt durchaus helfen. Er kann Ihnen den Rücken stärken, Sie beruhigen, ablenken und massieren, für etwas zu essen und zu trinken sorgen, oder mit Ihnen spazieren gehen, wenn es mit den Wehen nicht vorangeht.

Umso wichtiger ist es, dass Sie mit Ihrem Partner im Vorfeld absprechen, ob er auch wirklich bei der Geburt dabei sein möchte. Fühlt sich Ihr Partner bei dem Gedanken, die Geburt zu begleiten, sehr unwohl, dann bestehen Sie nicht darauf. Gerne können Sie auch durch Ihre Mutter oder beste Freundin unterstützt werden. Manche Frauen fühlen sich auch besser, wenn sie ganz ohne Begleitperson entbinden. Egal, wie Sie sich entscheiden, wir sind auf jeden Fall bei Ihnen!

Ja, Ihr Handy sollte mindestens einen Meter vom CTG entfernt liegen, um es nicht zu stören. Vermutlich werden Sie aber sowieso erst nach der Geburt zum Telefon greifen wollen.

Früher wurde vor der Geburt routinemäßig ein Einlauf gemacht - heute kann es sich jede Frau aussuchen, ob sie das machen will. Sinnvoll ist ein Einlauf vor allem dann, wenn der Darm sehr voll und verstopft ist, denn alles was im Unterleib Platz braucht, macht dem Baby den Weg nach draußen schwerer.

Außerdem geht die Geburt oft langsamer voran, wenn man sich nicht entspannen und pressen kann, weil die Angst vor einem peinlichen "Missgeschick" zu groß ist. Manchmal erledigt sich dieses Problem auch von ganz alleine: Rund 20 Prozent der Frauen haben Durchfall, bevor es mit der Geburt losgeht...

Jede Geburt ist einzigartig - und kann deshalb auch ganz unterschiedlich lang dauern... In der Regel dauert eine Erstgeburt nicht länger als 24 Stunden, eine weitere Geburt nicht länger als 18 Stunden. Das klingt erstmal sehr lange - aber keine Angst: Sie haben nicht 24 Stunden lang ununterbrochen Wehen.

Bei rund 95 Prozent der Schwangeren liegt das Baby kurz vor der Geburt in der Kopf- oder Schädellage. Das heißt, das Kind wird ideal mit dem Kopf zuerst geboren. Bei zwei bis drei Prozent der Frauen liegt das Baby „verkehrt herum“, also mit dem Kopf nach oben. In diesen Fällen spricht man von der Beckenend- oder Steißlage.

Liegt das Baby in der Steißlage gibt es zunächst verschiedene Möglichkeiten, es zu einer Wendung zu animieren. Helfen diese nicht, kann eine erfahrene Hebamme auch versuchen, das Kind sanft von außen zu drehen.

Wenn sich das Baby aber partout nicht drehen will, raten Ärzte Erstgebärenden sehr häufig zu einem Kaiserschnitt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber auch in der Steißlage eine vaginale Geburt möglich. Dazu beraten Sie unsere Ärzte und Hebammen.

Die Planung einer Geburt bei Beckenendlage erfolgt gerne während unserer Geburtsplanungs-Sprechstunde, am besten ca. in der 36. Schwangerschaftswoche.

Wenn die Schwangerschaft unauffällig verläuft, haben Sie die Möglichkeit, Ihr Baby bei einer Wassergeburt zu bekommen. Viele Schwangere berichten, dass sie in dem warmen Wasser gut entspannen konnten, weil der Körper vom Wasser getragen wurde und die wohlige Wärme die Schmerzen der ein oder andere Wehe lindern konnte.

Ein weiterer Vorteil einer Wassergeburt: Das Gewebe kann sich im Wasser unter der Geburt besser dehnen und es kommt seltener zu Dammrissen. Und auch für das Baby ist der Start ins Leben nicht ganz so holprig. Es gleitet in ein ihm vertrautes Element.

Wenn Sie eine Wassergeburt planen, sollten Sie aber beachten, dass Sie auf stärkere Schmerzmittel und eine PDA verzichten müssen. Für Frauen, die darauf nicht verzichten können oder wollen, ist ein Entspannungsbad während der Eröffnungsphase eine gute Alternative.

Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Eine Frau die Zwillinge erwartet, kann diese auf demselben natürlichen Weg gebären wie eine Frau, die nur ein Kind erwartet. Entscheidend ist, wie gut die Kinder entwickelt sind, wie weit die Schwangerschaft vorangeschritten ist, wie die Kinder im Mutterleib liegen und in welcher Verfassung die Mutter sich befindet. Unsere Ärzte und Hebammen besprechen mit Ihnen die Art der Geburt, die für Sie und Ihre Babys am besten ist.

Eine PDA, also die Rückenmarksnarkose, kommt zum Einsatz, wenn Frauen ihre Geburtsschmerzen lindern möchten. Es kann sein, dass die Wehenaktivität unter der PDA abnimmt. Aber dann kann ein wehenförderndes Mittel gegeben werden, so dass die Geburt in normalem Tempo voranschreitet. Eine PDA erhöht nicht die Wahrscheinlichkeit für eine Saugglocken- oder Zangengeburt.

Verschiedene Duftöle können den Geburtsvorgang unterstützen: So sorgen ein paar Tropfen Rosen- oder Lavendelöl in der Badewanne für Entspannung, Schmerzlinderung und sogar leichte Desinfizierung. Auch Ylang Ylang wirkt entspannend und wird von Hebammen empfohlen, wenn der Muttermund sich verkrampft hat. Ebenso wie Jasmin.

Ebenfalls förderlich für die Geburtsvorbereitung: Himbeerblättertee. Er macht den Beckenboden weich und unterstützt die Wehentätigkeit des Körpers. Weitere Tees, die sich positiv auswirken: Ingwertee, Eisenkrauttee und eine Mischung aus Zimt und Nelke.

Wichtig ist auch, unter der Geburt aktiv zu bleiben und eine geburtsgünstige Position einzunehmen. Dazu werden Sie durch die Hebamme eingeleitet.

Bei vielen Frauen stagnieren die Wehen irgendwann und sie gelangen an einen Punkt, wo einfach nichts mehr geht. Am besten nutzen Sie die kurze Ruhephase, um selbst ein bisschen Kraft zu tanken, mal die Augen zuzumachen und zur Ruhe zu kommen.

Wenn sich längere Zeit nichts tut, bringen sanfte Mittel die Geburt wieder in Gang: Anregend wirken zum Beispiel Bäder. Auch Akupunktur oder homöopathische Mittel, ein Positionswechsel oder ein kleiner Spaziergang können wieder Schwung in den Geburtsvorgang bringen.

Wenn die Frauen bereits sehr erschöpft sind, greifen Ärzte zur Periduralanästhesie (PDA) und verstärken die Wehen durch ein wehenförderndes Mittel.

Dem Baby ist sein Weg auf die Welt genau vorgegeben - durch die weibliche Anatomie. Durch die Kontraktionen der Gebärmutter wird das Baby zunächst nach unten gedrückt. Es kann gar nicht anders als diesem Druck nachzugeben und sich seinen Weg durch das Becken zu bahnen. Dieser ist durch die Form des Beckens und die Kopfform des Babys vorbestimmt, denn der Beckeneingang ist queroval, weswegen das Baby seinen Kopf in die richtige Lage bringen muss, um in den Geburtskanal zu gelangen. Der Beckenausgang ist längsoval - das Baby muss mit seinem Körper eine Vierteldrehung machen.

Ja, jedes Baby bekommt ein rollbares Bettchen, das Sie Tag und Nacht neben Ihres stellen können. Wenn Sie Ihr Baby zu sich ins Bett holen, sollten Sie auf ausreichende Sicherung achten, damit es nicht aus dem Bett rollen kann.

Wenn der Kreislauf stabil ist und Sie ohne Hilfe wieder aufstehen können (ein bis zwei Tage nach der Geburt), dann können Sie auch duschen. Am besten lassen Sie sich von jemandem begleiten, falls Ihnen doch schwindelig wird. Die Dusche sollte nicht zu heiß sein, das kann den Kreislauf negativ belasten. Mit dem Baden sollten Sie warten, bis der Wochenfluss versiegt ist.

... Blutdruck, hatte einen Kaiserschnitt in der vergangenen Schwangerschaft oder habe einen anderen speziellen gesundheitlichen Zustand, der die Geburt beeinflussen könnte. Was soll ich tun?

Für diesen Fall bieten wir Ihnen eine spezielle Geburtsplanungssprechstunde an. Diese findet immer dienstags statt. Sie können entweder über Hebamme Corinna in der „Hebammerei“, oder direkt im Kreißsaal unter unserer Telefonnummer: (033631) 7-2291 einen Termin vereinbaren.