Schilddrüsenchirurgie

Kaum jemand verfügt über umfassendere Erfahrungen hinsichtlich Operationen im Bereich des Halses als HNO(Kopf- und Hals)-Chirurgen. Nicht ohne Grund spiegelt sich dies auch im Namen der Klinik wider. Zusätzlich bestehen jedoch für die operative Behandlung der endokrinen Halsorgane (Schilddrüse und Nebenschilddrüse) Besonderheiten, die diese Organe von anderen Halsorganen unterscheiden. Daher hat sich seit vielen Jahren ein Trend zur Spezialisierung und auch zur Zentralisierung der Schild- und Nebenschilddrüsenchirurgie entwickelt. Die in unserem Hause seit Jahren bestehende Expertise mündete in der Gründung des Schilddrüsenzentrums-Erzgebirge. In unserem Zentrum werden auch schwierige Probleme und ausgedehnte Befunde interdisziplinär mit ausgezeichneter medizinischer Qualität versorgt. Insgesamt führen wir bei über 150 Patienten jährlich operative Eingriffe an den endokrinen Halsorganen durch.

Daher befinden Sie sich bei uns auch für die operative Behandlung Ihrer Schilddrüsenerkrankung in besten Händen.

Wichtig bei Operationen an der Schilddrüse sind einerseits die Erhaltung der kehlkopfsteuernden Nerven und der Nebenschilddrüse und andererseits die möglichst vollständige Entfernung der erkrankten Schilddrüse (ein- oder beidseitig). Die früher regelhaft durchgeführte Subtotalresektion (Teilentfernung) wurde wegen der hohen Rezidivrate (erneute Operation nach Jahren) von den meisten Arbeitsgruppen zugunsten der vollständigen Resektion verlassen.

Zur besonders sicheren Überwachung der Funktion des Stimmlippennerven (N. laryngeus recurrens), der die Beweglichkeit der Stimmlippen steuert, erfolgt das sogenannte Neuromonitoring über verbesserte, auf dem Beatmungsschlauch befestigte Elektroden, die unserer Erfahrung nach mittlerweile nahezu immer verlässlich sind. Bei geeigneten Befunden (z.B. Nachoperationen) kann die Sicherheit mit der Vagusdauerstimulation weiter verbessert werden.

Zusätzliche Sicherheit bietet die routinemäßige Anwendung der Lupenbrille.

Da wir häufig plastisch-rekonstruktive Eingriffe im Gesicht und am Hals durchführen, liegt unser besonderes Augenmerk auch bei der Schilddrüsenchirurgie auf möglichst kleiner Schnittführung und filigraner Hautnaht oder auch Kleberanwendung für möglichst gute kosmetische Ergebnisse.

Dabei wenden wir bei geeigneten Befunden das minimal-invasive OP-Verfahren „Minet“ an. Dabei erfolgt ein 2 – 3 cm großer Hautschnitt relativ weit oben in einer Hautfalte unterhalb des Kehlkopfes. Die Präparation der Schilddrüse wird dann mit Lichtkranz und Lupenbrille durchgeführt.

Bildbeispiele der minimalinvasiven OP-Technik

Abb.: Minet-OP mit Lichtkranz und Lupenbrille

Abb.: Befundbeispiel am ersten Tag nach Hemithyreoidektomie in Minet-Technik mit geklebtem Hautverschluss

Im Oktober 2019 wurde ein neues Operationsverfahren zur Entfernung der Schilddrüse in unserem Hause ohne sichtbare Narben am äußeren Hals eingeführt. Hierbei handelt es sich um die sogenannte transorale Schilddrüsenoperation (TOETVA). Bei diesem Eingriff werden Endoskope und endoskopische Instrumente über drei kleine Schnitte im Mundvorhof bis zur Schilddrüse eingeführt. Die Operation der Schilddrüse selbst wird mittels modernster Ultra-HD-Videotechnologie nach den gleichen Prinzipien wie bei der offenen Chirurgie durchgeführt. Die Entfernung des Organes erfolgt dann ebenfalls über den bereits vorhandenen Schnitt im Mundvorhof oder bei größeren Organen über einen zusätzlichen Bergeschnitt am Haaransatz, der ebenfalls später nicht mehr sichtbar ist.

Abb.: transoraler Zugang zur Schilddrüse

Abb.: Blick in die Schilddrüsenloge mittels Ultra-HD-Videosystem

Da sich die OP-Verfahren für gutartige und bösartige Knoten deutlich unterscheiden, ist eine vorherige Abklärung mittel der ultraschallgeführten Feinnadelaspirationszytologie sehr empfehlenswert. Diese sehr wichtige Untersuchung ist fester Bestandteil unserer Schilddrüsensprechstunde, die wir ambulant anbieten.