Was passiert eigentlich im Herzkatheterlabor? © Foto: Stefan Studtrucker
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Kardiologie

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Ablauf der Herzkatheteruntersuchung

Was passiert eigentlich im Herzkatheterlabor?

Operationen am Herzen sind für viele Menschen eine Schreckensvorstellung. Dank minimal-invasiver Eingriffsmethoden, wie der Herzkatheteruntersuchung, muss das aber heute nicht mehr sein.

Anders als vermutet, spricht man bei der Herzkatheteruntersuchung nicht von einer Operation, sondern von einem minimal-invasiven Eingriff. Das bedeutet, dass die Verletzung des Körpers durch eine möglichst kleine Einschnittstelle so gering wie möglich gehalten wird.

 

Infografik: 60 Prozent der Behandlungen im Herzkatheter sind diagnostisch, 40 Prozent sind therapeutisch
Grafik: Helios

Über eine Schleuse in die Arterie am Handgelenk oder der Leiste, die als Führungsschiene dient, gleitet der Katheter in das Blutgefäß. Der rund 1,10 m lange, dünne Kunststoffschlauch wird von dort bis zum Herzen geschoben. Lediglich die Einstichstelle wird lokal betäubt. Die Patient:innen sind während der gesamten Untersuchung wach. Da Schlagadern an ihren Innenseiten keine Schmerzwahrnehmung besitzen, spürt die Patient:innen den Katheter nicht.

Überwachung mittels Röntgenbild

Während der Untersuchung werden die Patient:innen durchgehend geröntgt. Mittels Kontrastmittel werden Katheter, Herzkammern und Herzkranzgefäße auf den Bildern sichtbar. Monitore, die über der Untersuchungsliege angebracht sind, zeigen das aktuelle Röntgenbild. Aber auch Videos der Herzfunktion mit bis zu dreißig Bildern pro Sekunde sind möglich. 

Die Monitore sind aber auch die Augen der Ärzt:innen, die mithilfe der Monitore und gepaart mit der nötigen Erfahrung und dem dazugehörigen Feingefühl, den Weg des Katheter im Körper der Patient:innen nachvollziehen können.

Engstellen werden aufgedehnt
Engstellen werden aufgedehnt

Die Herzkatheteruntersuchung wird immer dann gemacht, wenn der Verdacht auf eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels besteht. Die Ursachen dafür können Verkalkungen sein, aber auch Verengungen oder Verschlüsse der Herzkranzgefäße. Der Herzkatheter kann nicht nur Engstellen sichtbar machen, sondern ermöglicht auch eine sofortige Behandlung.

Sofortige Behandlung

Stellen die Ärzt:innen bei der Untersuchung Verengungen in den Herzkranzgefäßen fest, können diese Stellen unmittelbar anhand eines aufblasbaren Katheterballons gedehnt und in der Regel durch eine Gefäßstütze, einen sogenannten Stent, von innen geschient werden. Je nach Diagnose dauert der Eingriff etwa 30 Minuten. Da auf große Wunden sowie auf eine Vollnarkose verzichtet wird, gilt die Herzkatheteruntersuchung als relativ sicher und risikoarm.