Zwischen Ausgangssperre und Corona-Hotspot
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Eine Pflegekraft berichtet

Zwischen Ausgangssperre und Corona-Hotspot

Auf der Station 6 in der Helios Klinik Wesermarsch liegen Corona-Patient:innen. Die ursprünglich internistische Station wird seit dem Frühjahr 2020 als Isolierstation genutzt. Die Pflegekräfte der Station 6 erzählen rückblickend.

Frau in Schutzkleidung im Krankenhaus
Die persönliche Schutzausrüstung der auf Station besteht aus FFP2-Maske, Schutzkittel, Haube, Einmalhandschuhen und Visier | Foto: Katharina Recht

An den Glastüren steht „Isolationsbereich: Kein Durchgang“. Auf der Isolationsstation in der Helios Klinik Wesermarsch können 17 Patient:innen in Einzelzimmern versorgt werden. Normalerweise werden von dem Team der Station 6 doppelt so viele Patient:innen betreut. Durch die Isolationsmaßnahmen werden die Zimmer jedoch, solange es die Kapazitäten zulassen, nur noch mit einer Person belegt. In Hochzeiten wurden insgesamt 21 COVID-19-Patient:innen gleichzeitig auf der Station betreut.

Die Arbeit des Pflegeteams der Station ist trotz weniger Patient:innen deutlich anstrengender geworden, z. B. durch umfangreiche Hygiene- und Schutzmaßnahmen. „Bevor wir beispielsweise ein Patientenzimmer betreten, müssen wir uns immer komplett neu anziehen mit Schutzkittel, Kopfhaube, Einmalhandschuhen, FFP2-Maske und Visier. Das bedeutet permanentes An- und Auskleiden unter
strengen Hygienevorgaben“, sagt Jana von Bergen, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 6. Die Pflege im Zimmer wird dadurch deutlich erschwert. „Es ist sehr warm unter der Schutzkleidung, was wir spätestens am Ende des Dienstes auch merken und sehr erschöpft sind.“, erzählt die 31-Jährige.

Bevor wir beispielsweise ein Patientenzimmer betreten, müssen wir uns immer komplett neu anziehen mit Schutzkittel, Kopfhaube, Einmalhandschuhen, FFP2-Maske und Visier. Das bedeutet permanentes An- und Auskleiden unter strengen Hygienevorgaben.

Jana von Bergen, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf Station 6 | Helios Klinik Wesermarsch

Die Zeit vergeht nur langsam

5 Frauen in Kasacks
Das Pflegeteam der Station 6 in der Helios Klinik Wesermarsch | Foto: Katharina Recht

Die Patient:innen liegen häufig über viele Tage, mitunter Wochen, auf der Station 6. „Wir sind nicht nur Pflegende, sondern ersetzen auch momentan die Angehörigen und sind die Schulter zum Ausweinen“, erzählt Dagmar Reins. Sie ist ebenfalls Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Corona-Station. Die Isolation ist für die Patient:innen sehr herausfordernd. Die Zeit verstreicht für sie nur langsam und sie dürfen die Zimmer nicht verlassen.

Darüber hinaus können sich die Kolleginnen und Kollegen derzeit im Stationszimmer nicht austauschen, denn ein gemeinsamer Kaffee ist nicht möglich und auch die Pausen sollten allein verbracht werden. Alle achten sehr genau auf die Hygienevorgaben. „Wir geben alles für die Patienten und für das Team. Es herrscht ein sehr großer Zusammenhalt und ich bin unglaublich stolz auf jeden Einzelnen!“ sagt Sarah Wache, die ebenfalls im Pflegeteam auf der Station 6 ist. „Auch, wenn wir in unserem neuen Alltag auf Distanz gehen müssen, hat uns die Krise stärker gemacht und uns einander nähergebracht“, sind sich alle Pflegekräfte der Isolierstation der Helios Klinik Wesermarsch einig.