Corona versus Grippe: Der Unterschied liegt im Detail © Foto: Canva
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Ein Vergleich unter Viren

Corona versus Grippe: Der Unterschied liegt im Detail

Die Zahl der SARS-CoV-2 Infizierten steigt weltweit. Eine Infektion mit dem Virus kann tödlich enden – die Infektion mit Grippeviren ebenso. Doch wie unterscheiden sich Grippe und Corona in Bezug auf Symptome, Verlauf und Therapie?

Corona (COVID-19) weist viele Ähnlichkeiten zur Grippe (Influenza) auf. So ist sie ähnlich ansteckend und für dieselben Risikogruppen gefährlich. Und doch gibt es aktuell einen entscheidenden Unterschied: Da SARS-CoV-2 nach wie vor relativ neu ist, haben die meisten Menschen noch kein immunologisches Gedächtnis, was diesen Erreger angeht und die Erkrankung verläuft mitunter sehr viel schwerer als die saisonale Grippe.

Ein wirklicher Vergleich mit der Grippe kann nur zu den Ausbrüchen 1957 („Asia-Grippe“) und 1968 („Hongkong-Grippe“) gezogen werden. Hier war ebenfalls nur eine geringe Hintergrundimmunität in der Bevölkerung vorhanden. Mit der saisonalen Grippe stecken sich zwar jedes Jahr viele Menschen an, aber die Sterblichkeit ist dann mit wenigen Zehntelprozent relativ gering.

Bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 hingegen liegt die Sterblichkeit in Deutschland bei rund 2,1 Prozent.

Corona-Virus befällt nicht nur die unteren Atemwege

Piktogramme und Text auf lila Untergrund
Ein Vergleich zwischen Covid-19 und Grippe | Grafik: Helios

Zunächst galt COVID-19 als reine Lungenerkrankung, die primär die unteren Atemwege betrifft. Mittlerweile ist klar: Das Virus beeinflusst auch andere Organe, wie zum Beispiel das Nervensystem und die Blutgerinnung. Zudem kann eine Infektion mit SARS-CoV-2 auch zu gesundheitlichen Langzeitfolgen führen („Long COVID)“. Typische Beschwerden sind Müdigkeit, Erschöpfung, Atembeschwerden oder depressive Verstimmungen. Aber auch neu auftretender Diabetes-Typ-2 oder andere Stoffwechselerkrankungen können Folge einer Corona-Erkrankung sein.

Erhöhte Ansteckungsgefahr bei Corona

Sowohl Influenza-Viren als auch Corona-Viren werden durch Tröpfchen übertragen, die Infizierte beim Sprechen, Husten oder Atmen ausstoßen.

Bei der Übertragung der beiden Viren spielen auch Aerosole (feinste Schwebetröpfchen) eine Rolle. Da sich Aerosole in der Luft anreichern können, besteht in geschlossenen Räumen ein erhöhtes Übertragungsrisiko, wenn die Menschen sich dort lange aufhalten und nicht gelüftet wird.

Fehlende Grundimmunität in der Bevölkerung

Menschen gehen über Straße
Gegen das Corona-Virus fehlt die Grundimmunität in der Bevölkerung | Foto: Canva

Die Gefahr von COVID-19 liegt darin, dass die Erkrankung neu aufgetaucht ist und das Virus neue, bis dahin unbekannte Oberflächenmerkmale aufweist. In der Bevölkerung fehlt die Grundimmunität gegen dieses Virus – und das ist einer der entscheidenden Unterschiede zum Influenzavirus, dem Erreger der echten Grippe.

Ohne die Grundimmunität in der Bevölkerung ist es für den Erreger leichter, sich zu verbreiten. Virologen und Ärzte gehen aber davon aus, dass in Folge der vierten Welle aktuell eine gewisse Grundimmunität entsteht: Es wird angenommen, dass im kommenden Frühling die meisten Menschen in Deutschland entweder durch die Impfung oder durch Infektion ein immunologisches Gedächtnis für den Erreger ausgebildet haben.

Inkubationszeit der Viren im Vergleich

Die Inkubationszeit ist die Zeit zwischen Übertragung und den ersten Krankheitssymptomen und beträgt beim Corona-Virus im Durchschnitt sechs Tage, 95 Prozent aller Erkrankten haben spätestens 12 Tage nach Ansteckung Symptome ausgebildet.

Zum Vergleich: Bei einer Grippe liegt die Inkubationszeit bei ein bis zwei Tagen. Somit können Menschen den Erreger von COVID-19 bereits per Tröpfcheninfektion oder durch Aerosole übertragen, ohne zu wissen, dass sie infiziert sind. Das ist ein entscheidender Unterschied zur Grippe, deren Symptome deutlich schneller nach Infektion auftreten.

Ähnliche Symptome bei Grippe und Corona

Laien und selbst Ärzte können die Symptome einer Grippe nicht immer von COVID-19 unterscheiden. Bei Verdacht auf Corona sollte daher immer ein Antigen-Schnelltest gemacht werden. Fällt dieser positiv aus, muss ein PCR-Test folgen. Doch ein negativer Schnelltest heißt nicht, dass man nicht doch infiziert sein kann, denn die Sensitivität der Tests ist nicht vollständig. Bei anhaltenden Symptomen sollte man einen PCR Test vornehmen lassen.

 

Zu den Hauptsymptomen von COVID-19 zählen Fieber, trockener Husten, Schnupfen, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie der Verlust von Geruchs- und Geschmackssinn. Es kann zu Atemproblemen bis hin zu einer Lungenentzündung kommen.

Zu den Hauptsymptomen der saisonalen Grippe zählen plötzlich einsetzendes, oft hohes Fieber, auch ein schlagartig sehr starkes Krankheitsgefühl mit Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen ist typisch. Ist auch die Lunge angegriffen, haben die Patienten auch trockenen Husten und Luftnot. Ganz ähnlich wie bei COVID-19 kann der Verlauf einer Influenzagrippe aber sehr variabel sein.

Den deutlichsten Unterschied zwischen COVID-19 und Grippe stellt die Geruchs- und Geschmacksstörung dar, die bislang so bei Grippe nicht beobachtet wurde.  

Symptome im Vergleich bei COVID-19 und Grippe

Symptome COVID-19 Grippe
Fieber häufig häufig
Müdigkeit manchmal häufig
Husten häufig (trocken) häufig (trocken)
Niesen nein nein
Gliederschmerzen manchmal häufig
Schnupfen selten manchmal
Halsschmerzen manchmal manchmal
Durchfall selten manchmal (Kinder)
Kopfweh manchmal häufig
Kurzatmigkeit manchmal nein
Geschmacks- und Geruchsverlust sehr häufig nein

Therapie der Erkrankungen

Die Behandlung ist bei COVID-19 und bei einer Grippe ähnlich. Da es nur begrenzt Medikamente gibt, die gegen den Grippe-Virus wirken, werden vor allem die Symptome bekämpft und Körperfunktionen unterstützt. So wird in schweren Fällen die künstliche Beatmung genutzt.

Corona Risikogruppen und –faktoren

Die Risikogruppe ist bei beiden Erkrankungen ähnlich. COVID-19 ist vor allem für Ältere sowie für Menschen mit Vorerkrankungen und Immunschwäche gefährlich. Grundsätzlich wird zudem bei Männern ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf beobachtet als bei Frauen.

Zu den Risikogruppen zählen neben älteren Menschen und Rauchern auch Menschen mit Vorerkrankungen wie:

Wie kann ich mich vor Corona und Grippe schützen?

Beide Krankheiten verbreiten sich über die gleichen Ansteckungswege, daher sind auch die Schutzmaßnahmen gleich:

  • Abstand halten (mindestens 1,5 Meter)
  • Mund-Nasen-Schutz tragen
  • Kontakte reduzieren
  • Häufiges und gründliches Händewaschen
  • Menschenansammlungen und Großveranstaltungen meiden
  • Auf Händeschütteln, Umarmungen, etc. verzichten
  • Regelmäßig gründlich Lüften (gemeinsam genutzte Innenräume alle 20 Minuten stoßlüften)
  • Treffen mit Freunden eher an der frischen Luft
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Auf einen Blick : Unterscheidungsmerkmale Corona und Grippe

Die Virus-Erkrankungen unterscheiden sich in drei Punkten voneinander:

  1. Verlauf: Das erste wichtige Unterscheidungsmerkmal ist das Tempo, in dem sich die Erkrankung ausbildet. Grippesymptome treten meist schlagartig auf, sodass sich die Betroffenen innerhalb weniger Stunden sehr krank fühlen und hohes Fieber entwickeln. Eine Infektion mit dem Corona-Virus verschlimmert sich eher langsam über Tage.
  2. Störung Geschmacks- und Geruchssinn: Viele COVID-19-Patienten berichten, dass sie nichts mehr schmecken und riechen können. Zwar können ähnliche Symptome auch bei einer starken Erkältung auftreten, dann aber eher schleichend.
  3. Schnupfen: Bei einer Infektion mit dem Grippe-Virus tritt Schnupfen viel häufiger auf als bei COVID-19.

Aber: Gewissheit kann nur ein Test bieten.

Fazit: Corona ist nicht harmloser als die Grippe

Die derzeit in Deutschland vorherrschende Delta-Variante ist ansteckender als der Urtyp des Corona-Virus. Aus dem extrem hohen Infektionsgeschehen ergibt sich bei einer Sterblichkeit von rund 2 Prozent auch eine hohe Zahl an Todesfällen. SARS-CoV2- Corona ist damit zumindest nicht weniger gefährlich als die Grippe. Jedoch fehlt im Vergleich zur Grippe die Grundimmunität der Bevölkerung. In manchen Fällen scheint die Erkrankung länger zu dauern und auch zu gesundheitlichen Langzeitfolgen führen zu können.  

Nach den derzeitigen Daten sieht es so aus, als wäre COVID-19 gefährlicher als die Influenza, abschließend kann das allerdings erst gesagt werden, wenn die Pandemie vorüber ist.

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