Neuropsychologie

Störungen des Gedächtnisses, eingeschränkte motorische Fertigkeiten oder plötzlich auftretende Persönlichkeits-/Verhaltensänderungen? In diesen Fällen sollten Sie dringend unsere neurologischen Spezialisten zu Rate ziehen.

Die Neuropsychologie als wissenschaftliche Disziplin beschäftigt sich in Forschung und Klinik mit dem Zusammenhang zwischen Gehirnfunktionen und dem menschlichen Erleben, Empfinden und Verhalten.

In der klinischen Tätigkeit bedeutet dies, Veränderungen des geistigen Leistungsniveaus, aber auch der emotionalen und psychischen Befindlichkeit nach einer Erkrankung des zentralen Nervensystems zu messen und zu behandeln. Nach Hirnschädigungen aller Art, sei es durch einen Schlaganfall, eine Hirnblutung oder auch eine chronische Erkrankung wie Parkinson, Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer, kann es zu einer Verschlechterung der geistigen Funktionen kommen. Es können sowohl das Denken, das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit als auch das Verhalten anderen Menschen gegenüber, die Persönlichkeit oder die Gefühlslage betroffen sein. Manchmal bemerken die Angehörigen des Patienten diese Veränderungen noch ausgeprägter als der Betroffene selbst, was zu Konflikten in der Familie führen kann. Auch wenn nur wenige Symptome einer neurologischen Erkrankung bestehen, muss die Diagnose dennoch seelisch verarbeitet werden, um nicht zu Ängsten und unnötig starken Einschränkungen im Alltagsleben zu führen.

Im Rahmen des stationären Aufenthaltes auf einer neurologischen Station oder der ambulanten neurologischen Behandlung ist eine neuropsychologische Untersuchung und Beratung möglich. Sie erfolgt in Absprache mit den Ärzten und wird unter Berücksichtigung der medizinischen Befunde geplant. Dazu gehört in jedem Fall ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten, um seine Beschwerden, sein Leistungsvermögen vor der Erkrankung, aber auch seine Lebenssituation und psychische Belastungen zu einem Gesamtbild integrieren zu können. Einzelne Leistungsbereiche wie z.B. das Gedächtnis, die Aufmerksamkeits -und Konzentrationsleistungen oder visuell-räumliche Fertigkeiten können anhand psychometrisch entwickelter Testverfahren überprüft werden. Daraus ergeben sich wichtige diagnostische Hinweise, Therapieempfehlungen oder die Anregung weiterer Hilfestellungen für das Leben zu Hause. Auch die Erfassung von Schwierigkeiten der Krankheitsverarbeitung, psychischen Problemen und die frühzeitige Diagnostik psychischer Störungen, die sich manchmal in körperlichen Symptomen (psychosomatische Symptome) äußern können, ist ein wichtiger Bestandteil der neuropsychologischen Arbeit im Akutkrankenhaus. Ein weiterer Bestandteil der neuropsychologischen Arbeit ist die psychologische Unterstützung unserer Patienten in Krisensituationen und die Begleitung während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus. Vor der Entlassung können bei Bedarf gemeinsam weitere Behandlungsmöglichkeiten im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt geplant werden.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit zur neuropsychologischen Zusatzbegutachtung im Rahmen medizinischer Hauptgutachten.