Ursachen für einen Schlaganfall

Ursachen für einen Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute: Time is brain!

Einem Schlaganfall kann eine Reihe von Ursachen zugrunde liegen. Die erforderliche Diagnostik muss so schnell wie möglich durchgeführt werden, damit die Ursache bestimmt und eine optimale Therapie eingeleitet werden kann. Es gilt: "Time is brain". 

Von einem kardio-embolischen Hirninfarkt spricht man, wenn die Ursache eines Schlaganfalles auf eine abgelaufene Thrombose im Herzen zurückzuführen ist. Kommt es im Herzen zu einer Störung der Blutströmung zum Beispiel durch Herzrhythmusstörungen, gestörte Herzwandbewegungen nach einem Herzinfarkt oder durch einen Herzklappenfehler, kann sich ein Blutgerinnsel im Herzen bilden.

Wenn sich dieses ablöst und vom Blutstrom mitgerissen wird kann es über die großen Halsschlagadern in das Gehirn transportiert werden. Dabei kann eine Hirnarterie verschließen. Es kommt zu einem Abbruch der Blutversorgung im Gehirn. Die Nervenzellen werden durch die mangelnde Versorgung geschädigt oder sterben ab. Ist eine bleibende Schädigung der Nervenzellen eingetreten, spricht man von einem Hirninfarkt. 

Hierunter versteht man Hirninfarkte, die aufgrund von "Gefäßverkalkungen" entstehen. Diese arteriosklerotischen Wandveränderungen entstehen zum Beispiel durch erhöhte Blutfettwerte, ein erhöhtes Cholesterin, erhöhte Blutzuckerwerte oder durch Nikotin. Die Gefäßwandablagerungen führen zu einer Einengung des Gefäßdurchmessers.

Hinter diesen Engstellen kommt es zu Verwirbelungen des Blutes, was die Bildung von Blutgerinnseln begünstigt. Werden durch den Blutstrom Anteile dieser Gefäßwandveränderungen mitgerissen, kann es über den gleichen Mechanismus wie bei der kardialen Embolie zu einem Verschluss einer Hirnarterie kommen. 

Eine Verengung des Gefäßdurchmessers durch arteriosklerotische Wandveränderungen wird bis zu einem bestimmten Grad dadurch kompensiert, dass das Blut die Engstelle entsprechend schneller passiert - vergleichbar dem Gartenschlauch, der an seinem offenen Ende zugedrückt wird.

Geht diese Verengung allerdings über ein bestimmtes Maß hinaus, dekompensiert dieses System und es wird nicht mehr genügend Blut durch die Engstelle transportiert. Dies führt dazu, dass zu wenig sauerstoffreiches Blut in das Gehirn gelangt - ein Schlaganfall ist die Folge. In diesen Fällen spricht man von einem so genannten hämodynamisch bedingten Infarkt. 

Unter dem Begriff Dissektion versteht man den Einriss der Gefäßinnenwand. Die Blutgefäßwände sind aus mehreren Schichten aufgebaut, von denen die so genannte Endothel-Schicht die Innenseite des Gefäßes auskleidet. Diese Schicht ist sehr dünn und sorgt für eine glatte Oberfläche, was eine widerstandsarme Blutströmung begünstigt. Unfälle können zum Endotheleinriss führen.

Blut kann sich unter die Endothel-Ränder im Bereich des Einrisses „wühlen“ und die Endothel-Schicht von der darunter liegenden Wandschicht ablösen. Ist dieser Mechanismus erst einmal in Gang gebracht, kann dieser Einriss, einem Reißverschluss vergleichbar, sich weiter öffnen und vergrößern. Die Folge ist nicht selten ein kompletter Verschluss des Gefäßes.

Neben den oben genannten Ursachen für einen Schlaganfall, gibt es natürlich viele andere mehr, wie zum Beispiel: die Sinusvenenthrombose, die Polyglobulie, die Hirnblutung und viele mehr. Wichtig ist zu wissen, dass der Begriff Schlaganfall lediglich das Ereignis, also das plötzliche Eintreten einer neurologischen Symptomatik, beschreibt. Er gibt jedoch keine Auskunft darüber, welche Ursache dem Schlaganfall zugrunde liegt.

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Prof. Dr. med. Jörn Peter Sieb

Chefarzt Neurologie
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