Der chronisch kranke Darm – wie man ihn erkennt und behandelt

Der chronisch kranke Darm – wie man ihn erkennt und behandelt

Velbert

Etwa 400.000 Deutsche leiden an chronisch-entzündlichen Erkrankungen des Darms. Im Gegensatz zu den Darminfekten, die jeder mindestens einmal in seinem Leben erlebt, zeichnen sich diese durch wiederkehrende und anhaltende Krankheitsschübe aus.

Bauchschmerzen und anhaltender Durchfall oder Verstopfung sind typisch für eine Erkrankung des Darms. Ausgelöst durch eine Essensunverträglichkeit, Bakterien oder Viren, sind die Symptome in den meisten Fällen nach ein bis zwei Wochen vorbei. Anders verhält es sich, wenn eine chronische Erkrankung des Darms vorliegt. Betroffene leiden an wiederkehrenden und teilweise anhaltenden Krankheitsschüben, die ohne einen konkreten Anlass auftreten können. Wie diese Erkrankungen genau entstehen ist noch nicht vollständig geklärt.


Die beiden häufigsten chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Die Symptome der beiden Erkrankungen sind sehr ähnlich, auch wenn sie in unterschiedlichen Regionen des Darms auftreten. Während die Entzündung der Darmschleimhaut bei Morbus Crohn den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen kann, beschränkt sie sich bei Colitis ulcerosa auf den Dickdarm. In beiden Fällen leiden die Patienten unter Bauchschmerzen und teilweise blutigen Durchfällen. Bei längeren Krankheitsschüben kann es ebenfalls zu Gewichtsverlust und Schwäche kommen. Durch den langanhaltenden Durchfall und den damit verbundenen Nährstoffmangel, können auch Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Trakts, beispielsweise an den Gelenken oder der Haut, auftreten. 

 

Ebenfalls häufig, doch eher im höheren Alter vorkommend, sind sogenannte Darmdivertikel. „Dabei handelt es sich um Ausstülpungen der Darmschleimhaut an strukturell schwachen Stellen. Solange sich diese nicht entzünden, bedarf es keiner Behandlung. Treten allerdings ähnliche Symptome wie bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa zusammen mit einer druckschmerzhaften Verhärtung des Bauchraums und Fieber auf, besteht auch hier Behandlungsbedarf“, sagt Dr. Alexis Müller-Marbach, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Palliativmedizin am Helios Klinikum Niederberg.

 

Doch wie können die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen diagnostiziert und behandelt werden?

Eine Blutuntersuchung in Hinblick auf die Entzündungswerte kann bereits Auskunft darüber geben, ob eine solche Erkrankung vorliegt. Mithilfe eines Ultraschalls des Darms oder einer Darmspiegelung kann bestimmt werden, um welche Erkrankung es sich handelt. Da die Erkrankungen leider bislang noch nicht heilbar sind, steht bei der medikamentösen Therapie die Linderung der Symptome und die Hemmung der Entzündung im Vordergrund. In einigen Fällen ist es notwendig operativ einzugreifen, um die Lebensqualität der Patienten zu sichern.

 

Am 30. April  2019 informiert unser Spezialist Dr. med. Alexis Müller-Marbach um 18:00 Uhr im Medizinforum über die Erkennung und Behandlung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet im Helios Klinikum Niederberg, SiZi II statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Anschließend ist auch Zeit für persönliche Fragen.