Aktueller Veranstaltungshinweis: Digitale Kreißsaalführung

Am kommenden Dienstag , den 15. Juni von 19.00-20.00 Uhr . Weitere Infos finden Sie hier.

Geburtsvorbereitung in Zeiten von Corona

Geburtsvorbereitung in Zeiten von Corona

Müllheim

Schwangerschaft und Geburten sind ganz besondere Erlebnisse für junge Familien. Was sich während der Corona-Pandemie in der Geburtshilfe verändert hat und wie sich werdende Eltern auch weiterhin informieren und vorbereiten können erklärt Gudrun König, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe der Helios Klinik Müllheim.

Gudrun König
Gudrun König, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe an der Müllheimer Klinik im Interview zum Thema Geburthen in Zeiten von Corona.

Was hat sich während Corona in der Geburtshilfe verändert?

König: Durch Corona sind viele Vorbereitungsmöglichkeiten und Kurse entfallen. Das ist nicht unbedingt optimal, da der persönliche Kontakt in der Schwangerschaft sehr wichtig ist. Es sind auch neue Sorgen und Ängste hinzugekommen. Nicht nur bei den Schwangeren, sondern auch bei Mitarbeitern. Die häufig wechselnden Vorgaben und teilweise sehr unterschiedlichen Maßnahmen in den Ländern haben zu Verunsicherung geführt. Wir spüren aber auch sehr positive Effekte: Der strenge Besuchsstopp hat dazu geführt, dass die Mütter mit ihren Neugeborenen eine intensive Zweisamkeit erleben und vor Besuchsstress geschützt sind. Einzig der Partner ist für den Besuch zugelassen, sofern keine Anzeichen einer Infektion vorliegen. Diese ungestörte Nähe und die Zeit zum Stillen und Bonden wird sehr positiv empfunden, daran werden wir zukünftig festhalten und geregelte Besuchszeiten einführen.

Welche Maßnahmen sind in der Geburtshilfe zu beachten?

König: In unserer Klinik gelten die bekannten Abstands- und Hygieneregeln sowie Maskenpflicht. Außerdem haben wir ein Farbcode-System eingeführt, das auch für die Geburtshilfe gilt. Patientinnen werden einem ihrem Infektionsrisiko entsprechenden Bereich zugeordnet. Partner mit Infektionsrisiko dürfen die Geburt nicht begleiten. Insbesondere die Maskenpflicht ist für alle eine große Herausforderung. Unter der Geburt arbeiten wir immer in Vollschutz, um ein unerkanntes Infektionsrisiko weitestgehend zu minimieren. Das stellt für Patientinnen und Mitarbeiter gleichermaßen erschwerte Arbeitsbedingungen dar. Wir haben die Pflicht, unsere Patientinnen aber auch unsere Mitarbeiter bestmöglich zu schützen. Das ist nicht immer einfach: manchmal besteht Erklärungsbedarf, aber meistens zeigen die Patientinnen großes Verständnis.

Was raten Sie für die Geburtsvorbereitung und Nachsorge?

König: Ich rate dazu, sich frühzeitig um eine Hebamme für die Vorbereitung und Nachsorge zu kümmern. Es gibt Hebammen, die vorbereitend Hausbesuche durchführen. Mittlerweile gibt es auch viele Vorbereitungskurse und Informationsveranstaltungen in digitaler Form. Unsere erste digitale Kreißsaalführung findet am 16. Juni statt. Abraten würde ich von Informationsbeschaffung über TV-Beiträge oder im Internet, da jede Geburt individuell ist. Entscheidend ist eher eine gute Kommunikation mit dem Frauenarzt und der betreuenden Hebamme. Wir empfehlen außerdem, sich vor der Geburt bei uns in der Geburtshilfe vorzustellen. Das nimmt viel Spannung und Angst.

Erste digitale Kreißsaalführung

Aufgrund der Corona-Pandemie und den abgesagten Veranstaltungen greifen wir auf digitale Medien zurück. Erfahren Sie mehr zu unseren Kreißsälen und der Geburtshilfe in der Helios Klinik Müllheim bei der ersten digitalen Kreißsaalführung via Skype.