Studien in der ENDO-Klinik

In einer neuen Studie erforschen Mediziner der ENDO-Klinik und der Universitätsklinik Eppendorf den Einfluss eines Diabetes Mellitus auf eine chronisch-degenerative Gelenkveränderung.

ENDO-Studie: Welchen Einfluss hat Diabetes Mellitus auf eine chronisch-degenerative Gelenkveränderung?

Operationsteam der ENDO mit einem Gastarzt am OP-Tisch

In einer neuen Studie erforschen Mediziner der ENDO-Klinik und der Universitätsklinik Eppendorf den Einfluss eines Diabetes Mellitus auf eine chronisch-degenerative Gelenkveränderung. 

Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in den Industrie- und Schwellenländern nimmt stetig zu. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass ältere Menschen häufig unter Bewegungsmangel und Übergewicht leiden. Dadurch resultiert eine gestiegene Zahl an Personen, die an einem Diabetes Mellitus Typ2 erkrankt sind.

Laut einer Berechnung des Statistischen Bundesamtes muss im Jahr 2030 alleine in der Altersklasse der 55-74-Jährigen von 3,9 Millionen Patienten mit einer Zuckererkrankung in Deutschland ausgegangen werden.

Durch unsere jahrzehntelange Erfahrung im Bereich der ENDO-Prothetik wissen wir, dass es gerade in dieser Altersklasse häufig zu chronisch-degenerativen Gelenkveränderungen – und damit zu einem künstlichen Gelenkersatz kommt.

Die Auswirkung einer Diabetes Mellitus Erkrankung auf den subchondralen Knochen, also dem Knochen der sich unter einer Knorpelschicht befindet sowie der Knorpelschicht selbst, ist bis heute nicht erforscht. Die Medizin konnte mit verschiedenen Untersuchungen bis heute zeigen, dass bei an Diabetes Mellitus erkrankten Menschen eine Veränderung des subchondralen Knochens vorliegt.

Welche Veränderungen dies genau sind, welche Ursache hier angenommen werden können und welchen Einfluss diese Ergebnisse auf die aktuelle Diagnose und Behandlung von Gelenkerkrankungen haben ist bis heute unklar und sollen über diese Studie erforscht werden.

Das Ziel der Studie liegt darin, die Diagnose und Therapie von chronisch-degenerativen Gelenkveränderungen bei Patienten zu verbessern, die an Diabetes Mellitus Typ2 erkrankt sind. Dazu wird bei Patienten mit vorliegenden Gelenkschäden der subchondrale Knochen genauer untersucht. Die so gewonnenen Erkenntnisse liefern Grundlagen zu verbesserten Diagnoseverfahren, Operationstechniken und veränderten Implantaten. Nur so können wir in Zukunft noch bessere Behandlungsergebnisse erzielen.

Bei ca. 40 Proben, die im Rahmen einer Knieprothesen-Implantation in der ENDO-Klinik gewonnen werden, wird mittels einer speziellen Schnitttechnik eine genaue Untersuchung vorgenommen. Diese Untersuchungen werden im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf durchgeführt.

Dabei kommen neben hochauflösenden 3D-Bildgebungsverfahren auch eine Computertomographie, Aufnahmen mittels des Elektronenmikroskops, Spektroskopien, mechanische Tests und histologische Untersuchungen zum Einsatz.

Ziel ist die Ermittlung von Knochenmaterialqualität-Parameter der jeweiligen Patienten. Dazu werden neben dem Alter auch das Geschlecht, der Body-Mass-Index sowie die jeweils eingenommenen Medikamente ermittelt. Ferner soll anhand des gemessenen HbA1c-Wertes der Einfluss eines gut bzw. schlecht eingestellten Diabetes mellitus untersucht werden. Die Ermittlung von weiteren vorliegenden Erkrankungen der jeweiligen Patienten fließt darüber hinaus ebenfalls in die Studie mit ein. Diese so gewonnenen Parameter liefern Grundlagen, um damit die Diagnostik und Therapie von chronisch-degenerativen Gelenkveränderungen weiter zu verbessern.

„Vor allem die in Zukunft weiter steigende Zahl an Patienten, die an einer chronisch-degenerativen Gelenkveränderungen leiden und darüber hinaus noch an Diabetes Mellitus erkrankt sind macht diese Studie so wichtig“, so Oberarzt und Studienleiter Privat-Dozent Dr. Mustafa Citak. „Langfristig führt dies zu einem verbesserten Behandlungsergebnis und zu mehr Lebensqualität von vielen Patienten rund um den Globus.“