ENDO-Klinik ist Vorreiter beim Delir-Screening
Pressemitteilung

ENDO-Klinik ist Vorreiter beim Delir-Screening

Hamburg

Nach einer Operation unter Narkose leiden rund fünf bis 15 Prozent aller Betroffenen an einem sogenannten postoperativen kognitiven Defizit, auch Durchgangssyndrom oder Delir genannt. Schwerwiegende Folgen sind möglich. Die ENDO-Klinik hat als erste Hamburger Klinik ein standardmäßiges Delir-Screening aller Patienten eingeführt.

Das "Delir", eine Störung des Gehirns, betrifft vor allem ältere Menschen im Krankenhaus. Bei den über 60-Jährigen sind es etwa 30 bis 40 Prozent. Gestört sind bei einem Delir das Bewusstsein, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Denken und Gedächtnis, aber auch die Psychomotorik und der Schlaf-Wach-Rhythmus.

"Ein Delir kann innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen auftreten und schwerwiegende Folgen haben", erklärt Uwe Westhues, Pflegedirektor der ENDO-Klinik. "Für die Diagnose eines Delirs sind deshalb Screenings zentral. Was nicht gescreent werde, werde oftmals übersehen." Deshalb hat die ENDO-Klinik ein entsprechendes hausweites Testverfahren installiert.

Um ein Delir frühzeitig zu erkennen, sollten Pflegefachkräfte und Ärzte den geistigen Zustand von Betroffenen schon kurz nach dem Erwachen aus einer Narkose beurteilen. Grundlage hierfür bietet die sogenannte Nu-DESC - Nursing Delirium Sreening Scale, mit der Pflegefachkräfte und Ärzte das Delir-Risiko der Patienten einschätzen.

"Wir schätzen unsere operierten Patienten im Aufwachraum zwei bis vier Stunden postoperativ und bis zum dritten postoperativen Tag einmal täglich ein. Danach bei jeder auffälligen Verhaltensänderung", so Uwe Westhues. Nicht-Chirurgische Patienten werden dagegen während der ersten drei Tage nach Aufnahme einmal täglich während der gemeinsamen Visite eingeschätzt. Danach bei jeder auffälligen Verhaltensänderung. Jeder Mitarbeiter in der Klinik ist im Delir-Management fortgebildet.

Außerdem überprüfen Ärzte und Pflegefachkräfte das Orientierungsvermögen mit einfachen Fragen zu Zeit, Ort und Person. "Es ist wichtig, dass alle Pflegekräfte und Ärzte der ENDO-Klinik für dieses Problem sensibilisiert werden. Die Delirprävention ist wichtig, um das Auftreten von Verwirrtheitszuständen zu vermeiden", so Uwe Westhues.