Corona: Die Situation in der ENDO-Klinik

Die Corona-Inzidenzen steigen wieder in ganz Deutschland. Viele Patientinnen und Patienten scheuen erneut medizinische Kontroll- und Vorsorgeuntersuchungen oder Operationen. Wie sieht es aktuell in der ENDO-Klinik aus? Dr. Thorsten Gehrke, Ärztlicher Direktor, über den momentanen Klinikalltag und die Zeit nach Corona.

Wegen Corona gelten auch in der ENDO-Klinik noch immer schärfere Maßnahmen. Wie erleben Sie den Klinikalltag zurzeit?

Bereits seit Beginn der Pandemie haben wir ein umfangreiches Schutz- und Hygienekonzept etabliert, welches über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht. Dieses hat sich in 1,5 Jahren Pandemie nachweislich bewährt und unsere Patienten und Mitarbeiter geschützt. Unser Hygiene- und Schutzkonzept entwickeln wir fortlaufend auf Basis neuer Erkenntnisse weiter. Deshalb haben wir auch kaum Patienten, die Elektiveingriffe absagen, aus Sorge sich anzustecken. Das liegt auch daran, dass wir eine orthopädische Spezialklinik sind, in der keine Corona-Fälle behandelt werden. Dies sieht in einem Allgemeinkrankenhaus natürlich anders aus. Zum anderen hatten wir bisher unter den Patienten keine einzige COVID-Übertragung. Wir haben mehr als 12.000 Patienten seit Pandemieausbruch mehrheitlich elektiv operiert - ohne Probleme.

Welche Schutzmaßnahmen gelten denn aktuell in der ENDO-Klinik, um Ansteckungen zu verhindern?

Sicherheit steht bei uns an erster Stelle. Durch unsere geänderte Wegeführung und die neuen Wartebereiche wird die Anzahl möglicher Kontakte auf ein Minimum reduziert. Außerdem tragen alle Mitarbeiter in der Klinik zum Schutz der Patienten einen Mund-Nasen-Schutz. Ein wesentlicher Punkt ist auch der Abstrich-Test für alle stationären Patientinnen und Patienten. Und entsprechend der nationalen Teststrategie werden unsere Mitarbeiter mittels Antigen-Schnelltests auf Corona getestet. Die Impfquote unserer Mitarbeiter liegt bei nahezu 100 Prozent. Viele sind bereits drittgeimpft. Ein Aufenthalt in unserer Klinik ist somit mit keinem erhöhten Infektionsrisiko verbunden.

Patienten müssen also keine Angst haben, sich in der ENDO-Klinik zu infizieren?

Nein, ganz im Gegenteil! Zögern Sie nicht, zu uns in die Sprechstunde zu kommen. Auch wenn die Ängste verständlich sind, Gelenkschmerzen dulden keinen Aufschub.

Zumal der Bewegungsmangel im Corona-Lockdown eine Arthrose ja durchaus begünstigen kann, oder?

Absolut richtig! Viele Menschen haben sich seit dem Corona-Pandemiebeginn weniger bewegt und haben ihren Alltag überwiegend im Sitzen zugebracht. Hinzu kommt bei vielen eine Gewichtszunahme. Und zu wenig Sport und Bewegung können vorzeitigen Gelenkverschleiß begünstigen.

Einen Arztbesuch aus Angst vor Ansteckung zu vermeiden kann also durchaus Folgen haben?

Ja! Patienten müssten das Risiko in Kauf nehmen, dass sich die Arthrose verschlimmert. Natürlich fragen sich viele Menschen, ob sie sich jetzt operieren lassen sollen oder lieber die Schmerzen mit starken Schmerzmitteln weiter ertragen. Wir können die Sicherheit des Patienten auch in Corona-Zeiten sehr gut gewährleisten. Wer eine Operation aufschiebt, muss damit rechnen, dass sich der Zustand verschlechtert und es ein insgesamt schlechteres Behandlungsergebnis bedeuten kann. Außerdem sind Schmerzmittel keine langfristige Lösung als Ersatz für eine notwendige Operation.

Erhalten alle Patienten denn zurzeit sofort einen OP-Termin?

Im Moment erhalten unsere Patienten sehr zeitnah einen Sprechstunden- und OP-Termin. Es kann natürlich auch einmal zu einem Engpass kommen und für Patienten kann dies bedeuten, dass sie länger als geplant auf ihr Ersatzgelenk warten müssen.

Viele Menschen stellen sich die Frage, wie es weitergehen soll. Wie ist Ihre Einschätzung?

Die Corona-Pandemie hat die Einstellungen der Menschen verändert. Sie stellen auch an Kliniken andere Anforderungen an Hygiene und Behandlung und sorgen sich vor einer Infektion.