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Kampf gegen multiresistente Erreger
7-köpfiges Ärzteteam als Antibiotika-Experten an Helios Klinik Erlenbach

Kampf gegen multiresistente Erreger

Erlenbach

Tuberkulose, Scharlach, Lungenentzündung - die Liste der durch Bakterien verursachten Infektionskrankheiten ist lang. Deren wirksame Behandlung mit Antibiotika schlägt jedoch aufgrund von Multiresistenzen immer häufiger fehl. Das Risiko, an einer solchen Krankheit zu sterben, steigt. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass in den kommenden Jahren mehr Menschen an einer Infektion mit multiresistenten Erregern sterben werden als an Krebs. Um dem entgegenzuwirken, bildet Helios an seinen 86 Kliniken ab sofort Antibiotika-Experten aus. In der Helios Klinik Erlenbach gibt es schon jetzt sieben Experten.

Multiresistente Erreger sind gegenüber einer Vielzahl von Antibiotika unempfindlich. Für die Medizin sind Multiresistenzen ein wachsendes Problem, das sich durch die falsche Anwendung von Antibiotika zusätzlich verschärft: Wird ein Antibiotikum beispielsweise zu niedrig dosiert oder zu lange verabreicht, können sich Resistenzen bilden. Die Bakterien "gewöhnen" sich an das Antibiotikum. Dies führt dazu, dass sich entweder Resistenzen entwickeln oder Resistenzen untereinander weitergegeben werden und dadurch die Erreger mit der Resistenz Überhand nehmen. Die Folgen sind erheblich, da Infektionen mit multiresistenten Erregern nicht mehr mit Antibiotika behandelt und im schlimmsten Fall nicht aufgehalten werden können.

Helios startet nun ein flächendeckendes Ausbildungsprogramm für seine Ärztinnen und Ärzte, um multiresistenten Erregern den Kampf anzusagen: Künftig wird für jede bettenführende Abteilung der 86 Kliniken ein Arzt zum Antibiotika-Berater ausgebildet. Ziel ist, dass der Umgang mit Antibiotika in den Kliniken überprüft wird und die Ärztinnen und Ärzte für das Thema noch mehr sensibilisiert werden. Die ausgebildeten Antibiotika-Berater stehen ihren Kolleginnen und Kollegen bei den Visiten zur Seite und beraten bei der Verordnung von Antibiotika. Wenn der Berater selber an seine Grenzen stößt, so steht ihm Hilfe in Form von Antibiotic Stewardship (ABS) Experten oder Infektiologen zur Seite. Die Helios Kliniken Miltenberg-Erlenbach sind schon jetzt sehr gut aufgestellt: Neben Chefarzt Dr. Frank Ziegler und Oberarzt Harald Zünckel als ABS-Experten sowie Oberarzt Gerald Neupert als ABS-Beauftragten haben im November 2019 bereits vier weitere Ärzte die Ausbildung zum ABS-Beauftragten abgeschlossen: Gregor Böhler, Oberarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Olaf Turek, Assistenzarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Emil-Florin Ciolacu, Oberarzt der Gastroenterologie und Hepatologie, und Hussin Elmasry, Assistenzarzt aus der Gynäkologie. "Wir haben den Bedarf frühzeitig erkannt und gehandelt - zum Wohle der Patienten", so Klinikgeschäftsführer Sven Axt.

Das ABS-Team setzt sich für einen vernünftigen Einsatz von Antibiotika ein.

Zwei weitere Ärzte beginnen in diesem Jahr ihre Ausbildung. Damit sind alle Fachabteilungen abgedeckt. "Unser ABS-Team kümmert sich gemeinsam mit der Hygiene, einem Mikrobiologen und einem Apotheker um einen vernünftigen Einsatz von Antibiotika", fasst Dr. Ziegler die Grundidee zusammen. Die Basis ihrer Arbeit sind regelmäßige Treffen. Die letzte Sitzung fand am 21. Januar 2020 statt. Darüber hinaus soll das Vorhaben unter anderem mithilfe von regelmäßigen Visiten, Weiterbildung ärztlicher Kollegen und einer aktiveren Vernetzung mit den niedergelassenen Ärzten umgesetzt werden.