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Nervenwasseruntersuchung - ein Stich kann vieles sagen

Die Nervenwasseruntersuchung kann uns viele wichtige Informationen über krankhafte Veränderungen des zentralen Nervensystems liefern. Nützlich ist die sogenannte Liquoruntersuchung etwa bei Verdacht auf akut entzündliche Hirnerkrankungen wie Meningitis, bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Multiple Sklerose und zum letztendlichen Nachweis oder Ausschluss einer Hirnblutung sowie der Diagnostik anderer Hirnerkrankungen wie Demenzen.

Aufschluss über krankhafte Veränderungen dank der Untersuchung des Nervenwassers

Warum Liquoruntersuchung?

Gehirn und Rückenmark, die im Schutz der Knochenkapsel des Schädels bzw. der Wirbelsäule liegen, sind zusätzlich durch eine umgebende Flüssigkeit, den "Liquor cerebrospinalis" (oder "Nervenwasser") wie durch ein Wasserkissen geschützt. Dadurch, dass diese Flüssigkeit in engem Kontakt mit dem Nervensystem steht, kann ihre chemische Untersuchung ähnlich wie eine Blutuntersuchung Aufschlüsse über krankhafte Veränderungen geben.

Diese Methode wurde vor ca. 100 Jahren bereits bei den Neurologen benutzt und bleibt weiterhin bei manchen Krankheitsbildern unentbehrlich. Die sogenannte Liquoruntersuchung hat sich weiter entwickelt, so dass die Komplikationen extrem selten geworden.

Anhand dieser Methode kann man zum Beispiel durch Nachweis von roten Blutkörperchen eine Blutung am Gehirn oder Rückenmark feststellen. Bei Nachweis von Entzündungszellen oder Eiweißveränderungen, ist die Feststellung einer entzündlichen Erkrankung des Nervensystems möglich.

Vorgehen

Vor der Entnahme des Liquors, die ganz ähnlich wie bei einer Blutentnahme mit einer dünnen Nadel vorgenommen wird, überzeugt sich der Arzt anhand von CT-Bildern (Schädel-Computertomographie) oder durch Spiegelung des Augenhintergrundes, dass kein Hirndruck vorhanden ist. Die Liquor-Entnahme geschieht meistens am sitzenden Patienten durch Einstich (Punktion) zwischen zwei Wirbeln der Wirbelsäule im Bereich der Lenden (lumbal).

Sie werden aufgefordert, den Rücken frei zu machen und den Rücken zu einem entspannten "Katzenbuckel" zu formen. Vor dem Einstich der sterilen Nadel wird nochmals genau die Lage der Wirbel abgetastet. Der Einstich selbst ist nur vorübergehend schmerzhaft. Die Nadelspitze kommt dann zwischen den Rückenmarksnerven im Liquor zu liegen, den man langsam von selbst abtropfen lässt. Man entnimmt zwischen 5 und 10 ml, was nur ein Bruchteil der gesamten vorhandenen Flüssigkeit ist (ca. 300 ml am Tag werden gebildet).

Das Rückenmark selbst wird nicht berührt, da die Punktion unterhalb gemacht wird. Man kann die Punktion auch am liegenden Patienten durchführen, vor allem dann, wenn der Liquoreröffnungsdruck gemessen wird. Die gesamte Untersuchung samt Vorbereitung dauert insgesamt nur etwa 10-15 Minuten.

Mögliche Nebenwirkungen können vorübergehende Kopfschmerzen sein (unter 5%). Eine Infektion ist wie bei allen Eingriffen in der Medizin als Komplikation möglich, kommt aber durch steriles Arbeiten in der Praxis üblicherweise nicht vor.