Gürtelrose: schmerzhaft, aber therapierbar

Informationen zu Krankheitsbild und Therapien bei Herpes Zoster, auch Gürtelrose genannt.

Herpes Zoster oder Gürtelrose?

Der Herpes Zoster, allgemein bekannt als Gürtelrose, ist eine Viruserkrankung, die durch Varizella-Zoster-Viren ausgelöst wird. Sie tritt meist bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem auf. Das können ältere Menschen sein oder Personen, die durch Stress, zuviel UV-Licht, Tumore oder Chemotherapie eine verringerte Widerstandskraft haben. Der Herpes Zoster ist eine Re-Aktivierung einer meist im Kindesalter durchgemachten Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus, der Varizellen, sprich Windpocken, auslöst. Nach der Infektion im Kindesalter schlummert das Virus in den Nervenwurzeln im Rückenmark und kann dann als Gürtelrose entlang der Rückenmarksbahnen wieder auftauchen.

In Deutschland haben fast alle erwachsenen Personen bereits eine Infektion mit Windpocken durchgemacht, auch wenn sie es nicht erinnern oder wahrgenommen haben. Das heißt, dass sie gegen das Varizella-Zoster-Virus immun sind und sich nicht erneut anstecken können. Patienten mit Gürtelrose haben sich also nicht bei jemandem akut angesteckt, sondern die ursprüngliche Ansteckung war die mit Windpocken im Kindesalter. Sie können auch nicht gefährlich für andere werden, da die meisten Menschen durch eine frühere Erkrankung immun sind.

Vorsichtig sollte man jedoch bei Schwangeren, Babys und Kindern sein, da letztere oft noch keinen Kontakt mit Varizellen gehabt haben. Sie können sich nach Kontakt mit einer Person, die an Herpes Zoster leidet, anstecken und die Windpocken bekommen.

Der Herpes Zoster macht sich anfangs durch eine oft schmerzhafte Rötung - meist nur auf einer Körperseite -bemerkbar. Nach wenigen Tagen entstehen nah beieinander liegende Bläschen. Das Herpes-Virus verbreitet sich immer entlang eines Nervs und die Bläschen werden dann nur auf dem Hautabschnitt sichtbar, der von diesem Nerv versorgt wird. Dieser ist dann auch meist gereizt und verursacht die begleitenden Schmerzen.

Die betroffenen Hautabschnitte, Dermatome genannt, befinden sich häufig im Rumpfbereich, woher auch der umgangssprachliche Ausdruck Gürtelrose stammt.

Weitere Begleiterscheinungen sind Abgespanntheit, ein allgemeines Infektionsgefühl oder auch Fieber. Bei sehr geschwächtem Immunsystem kann sich der Herpes Zoster auch auf mehrere Dermatome erstrecken oder Bläschen auf der gesamten Haut hervorrufen.

Besonders gefürchtet bei einer Herpes-Zoster-Infektion sind die Schmerzen in dem betroffenen Gebiet. Diese können auch nach Abheilung des eigentlichen Herpes Zosters als so genannte Post-Zoster-Neuralgie bestehen bleiben. Weiterhin kann der Herpes Zoster auch die Augen (Herpes zoster ophthalmicus) oder das Ohr (Herpes zoster oticus) befallen.

Bei ausgedehnten Befunden können Narben und Pigmentstörungen bleiben.

Der Herpes Zoster kann mit Medikamenten gegen das Varizella-Zoster-Virus, so genannten Virostatika, behandelt werden. Wichtig ist, dass der Herpes Zoster früh, am besten noch vor Auftreten von Bläschen, erkannt und die Therapie eingeleitet wird.

Hierbei setzen wir bei leichten Formen des Herpes Zoster Tabletten ein, die Aciclvovir oder Brivudin enthalten. Bei ausgedehnten Befunden und bestehenden Risikofaktoren müssen die Virostatika direkt ins Blut verabeicht werden. In solchen Fällen werden die Patienten meist stationär behandelt.

Über die Behandlung des eigentlichen Herpes hinaus ist meist auch eine Schmerzbehandlung wichtig.

Bei Personen, die älter als 60 Jahre sind, kann eine Impfung erfolgen. Hierdurch wird das Erkrankungsrisiko für Herpes Zoster auf etwa die Hälfte gesenkt. Falls trotz Impfung ein Herpes Zoster auftritt, verläuft dieser dann in der Regel abgeschwächt und mit weniger Komplikationen.

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Dr. med. Kerstin Lommel

Chefärztin der Dermatologie
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