Eingeweidebrüche

Mehr als 350.000 Operationen werden wegen Eingeweidebrüchen werden alleine in Deutschland jährlich durchgeführt. Zu diesen zählen im wesentlichen Leisten-, Nabel- und Narbenbrüche.

Was ist die Hernie?

Der medizinische Fachbegriff Hernie lässt sich von dem griechischen Wort hérnos (Knospe, Spross, Vorwölbung) ableiten. Eine Hernie besteht aus einer Bruchpforte, einem Bruchsack und eines Bruchsackinhalts.

Obwohl die sogenannte „Hernienchirurgie“  nach allgemeinem Verständnis zu den Routineeingriffen in der Chirurgie zählt, kommt es in ca. 10 Prozent der Fälle  zu einem Rückfall, dem sogenannten Rezidiv.  Auch können sich chronische Schmerzen im Operationsgebiet zeigen.

Unsere Klinik kann eine hohe Expertise in der operativen Versorgung dieser Eingeweidebrüche und seiner „Rezidive“ vorweisen.

 

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Was passiert beim Eingeweidebruch?

Beim Eingeweidebruch handelt es sich nicht um einen  Knochenbruch, sondern um eine Öffnung, beispielsweise in der Bauchwand, durch die Bauchfell, gegebenenfalls mit Anteilen von inneren Organen, nach außen vordringen kann. Diese Öffnungen können angeboren oder erworben sein und werden dann ganz allgemein als Bruchpforte bezeichnet.

Eingeweidebruch behandeln

Das sich vorwölbende Bauchfell ist der Bruchsack und die gegebenenfalls darin befindlichen Eingeweide als Bruchsackinhalt bezeichnet. Bruchpforten können im Bereich der Bauchwand, von Operationsnarben, in der Leistenregion, am Beckenboden, im Bauchinnenraum und am Zwerchfell auftreten.

Da sich die Bruchpforte nie von selbst verschließen wird und daher gefährliche Einklemmungen von Darmanteilen auftreten können, sollten Hernien operativ versorgt werden. Eine andere Form der Therapie gibt es nicht. Selbst wenn sich die Hernie selbstständig oder mittels manuellen Druck von außen in den Bauchraum zurückverlagert, wird sie dennoch bei der nächsten Druckerhöhung, beispielsweise beim Husten, wieder durch die Bruchpforte nach außen gedrängt.

Die operative Versorgung

1) Rückverlagerung des Bruchsackinhalts in den Bauchraum

2) Optionale Entfernung des Bruchsacks

3) Verschluss der Bruchlücke mittels Naht

4) Optionale Einlage eines Kunststoffnetzes

Im Allgemeinen wird für jeden Patienten im Sinne eines sogenannten „Tailored approach“ (maßgeschneidertes Vorgehen) ein passendes OP-Verfahren ausgewählt. Die Therapie von Eingeweidebrüchen in unserer Klinik wird dabei leitliniengerecht durchgeführt.

Leistenbruchversorgung

Leistenbruchversorgung wird in unserer Klinik in der sogenannten TAPP-Technik durchgeführt. Es handelt sich hierbei endoskopisches, minimal-invasives Operationsverfahren. Bei dieser Technik wird über einen kleinen Schnitt am oberen Rand des Bauchnabels eine Spezialnadel eingeführt, über die der Bauch mit Gas gefüllt wird.

Auf diese Weise wird der Darm zurückgedrängt. Über den gleichen Schnitt wird im Anschluss die Kamera und über zwei weitere kleine 0,5 cm messende Schnitte rechts und links des Bauchnabels die Operationsinstrumente eingebracht. Nach Einschneiden des Bauchfells wird der Bruchsack vorsichtig aus der Bruchpforte gelöst und anschließend ein ausreichend großes Kunststoffnetz faltenfrei über der Öffnung eingesetzt.

Das Lichtenstein-Verfahren

Bei Rückfällen (Rezidiven) nach laparoskopischer Versorgung, sowie bei schwer kranken Patienten mit lokaler Betäubung kommt das sogenannte Lichtenstein-Verfahren zum Einsatz.

Es handelt sich um ein offenes Operationsverfahren, bei dem die Bruchlücke mit einem Kunststoffnetz verschlossen wird. Der Operateur nimmt einen ca. 5 bis 8 cm großen quer verlaufenden Hautschnitt oberhalb des Leistenbandes vor, legt von diesem Zugang aus den Bruchsack frei und öffnet ihn, um die darin gegebenenfalls befindliche Eingeweide zu prüfen und wenn nötig zu versorgen.

Anschließend verlagert er den Bruchinhalt zurück in die Bauchhöhle, entfernt den Bruchsack und verschließt das Bauchfell mit einer Naht. Als nächstes wird ein Kunststoffnetz eingelegt, welches an das Leistenband und auf dem seitlich gelegenen schrägen Bauchmuskel festnäht wird. Der Eingriff wird in der Regel in Vollnarkose durchgeführt, kann aber auch in Rückenmarksanästhesie oder lokaler Betäubung vorgenommen werden.

OP nach Desarda

Bei jungen Patienten und bekannten Netzunverträglichkeiten führen wir ein offenes Operationsverfahren, bei dem die Bruchlücke mit körpereigenem Gewebe verschlossen wird, durch (OP nach Desarda). Der Operateur nimmt einen ca. 5 bis 8 cm großen quer verlaufenden Hautschnitt oberhalb des Leistenbandes vor und legt über diesen Zugang den Bruchsack frei und öffnet ihn.

Darin gegebenenfalls befindliche Eingeweide werden geprüft und wenn nötig versorgt. Anschließend verlagert der Operateur den Bruchinhalt zurück in die Bauchhöhle, entfernt den Bruchsack und verschließt das Bauchfell mit einer Naht.

Narben- und Nabelbrüche

Diese Eingeweidebrüche werden in Abhängigkeit von der Größe des Bruchs sowie den vorangegangenen Operationen in offener oder minimal-invasiv Technik versorgt. Bei minimal invasiven Vorgehen wird ein Kunststoffnetz nach Einengung der Bruchlücke von innen eingelegt und mit sich selbst auflösenden Tackern befestigt (IPOM - Intra-Peritoneale-Onlay-Mesh-Technik).

Wenn die Bruchlücke über 5-7cm groß ist, kommen offene Operationsverfahren zur Anwendung. Bei dieser Technik wird direkt über dem sich vorwölbenden Bruchsack ein Hautschnitt vorgenommen, bei dem die Narbe herausgeschnitten wird. In Anschluss wird der Bruchsack eröffnet. Verwachsungen im Bauchraum werden gelöst und der Bruchsackinhalt wird zurück in die Bauchhöhle verlagert. Auf das hintere (Sublay-OP) oder vordere (Onlay-OP) Blatt der Rektusscheide wird dann das Kunststoffnetz eingelegt und mit einigen Nähten fixiert.

Hiatushernien/ Hernien des Zwerchfells

Bei Brüchen des Zwerchfells kann es zu Verlagerung von Magen bzw. anderen Anteilen der Bauchhöhle in die Brusthöhle kommen.

Hauptsymptome können sein:

  • Schmerzen
  • Luftnot
  • Schwierigkeiten beim Essen
  • Blutarmut auf Grund wiederholter kleiner Schleimhauteinrisse im Magen 

Diagnostiziert werden diese Hernien gehäuft als Zufallsbefund in einer Magenspiegelung oder nach Röntgenaufnahme des Brustkorbs. Insbesondere Hiatushernien werden möglichst mit der Schlüsselloch-Chirurgie operiert. Dabei wird der Magen aus dem Brustraum mobilisiert sowie der Durchtritt der Speiseröhre - eben dem Hiatus – mit mehreren Nähten eingeengt.

Zusätzlich erfolgt auch hier häufig die Netzeinlage zur weiteren Stabilisierung des Bruchs. Weiterhin werden auch alles weiteren seltenen Bruchformen wie z.B. perineale Hernien oder Innere Hernien in unserer Klinik operiert.

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Dipl. med. Stefan Anders

Leitender Oberarzt - Facharzt für Chirurgie, Viszeral- und spezielle Viszeralchirurgie
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