Rasanter Anstieg der Mund-Rachen-Tumore durch Humane Papillomviren

Rasanter Anstieg der Mund-Rachen-Tumore durch Humane Papillomviren

HPV, das sind Humane Papillomviren, die Haut und Schleimhäute befallen. Es gibt mehr als 200 verschiedene HPV-Typen. Häufig sind diese Viren relativ harmlos, aber unter bestimmten Umständen können manche Typen Krebs auslösen. Rund um das Thema HPV in Verbindung mit Mund-Rachen-Krebs informieren wir im folgenden Text.

HPV- Was ist das?

Bei Mund-Rachen-Tumoren werden immer häufiger Humane Papillomviren nachgewiesen. Die Häufigkeit HPV-negativer Tumore, also solche, durch klassische Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol indizierte Tumore, nimmt dagegen ab.

Humane Papillomviren sind mikroskopisch kleine Partikel, die hauptsächlich aus Erbmaterial und einer schützenden Eiweißhülle aufgebaut sind. Da ihnen ein eigener Stoffwechsel fehlt, benötigen sie einen lebenden Organismus, einen Wirt, um sich fortzupflanzen.

Normalerweise verursachen die humanen Papillomviren gewöhnliche Hautwarzen, die durch Hautkontakt übertragen und an Händen und Füßen auftreten können.

Aber auch durch direkten Genitalkontakt können etwa 30 HPV-Typen übertragen werden. Diese HPV-Typen sind entweder vom "Hochrisiko"-Typ und können bestimmte Krebsarten auslösen, wie vor allem Gebärmutterhalskrebs, aber auch Mund-Rachen-Krebs, oder vom "Niedrigrisiko"-Typ, der nicht mit Krebs in Verbindung stehen aber auch Genitalwarzen verursachen kann.

Seit einigen Jahren gibt es nun zumindest Impfstoffe gegen die sogenannten Hochrisiko-Typen. In der Gynäkologie gibt es zudem seit geraumer Zeit einen Screening-Test, um HPV-Erreger nachzuweisen.

Wie häufig sind Infektionen mit HPV?

Nahezu jeder Mensch infiziert sich einmal im Leben mit einem „genitalen“ HPV-Typ. Meistens verschwindet diese Infektion jedoch schnell von selbst oder wird vom Körper innerhalb von ein bis zwei Jahren unter Kontrolle gebracht, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Seit 2006 gibt es eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Welche Übertragungswege gibt es?

Viele der HPV-Typen werden bei ganz normalem Hautkontakt übertragen, etwa die weit verbreiteten Erreger von harmlosen Hautwarzen. Auch eine Übertragung von der Mutter auf ihr Kind bei der Geburt ist möglich. Relativ selten werden bei den Kindern dann gutartige Wucherungen am Kehlkopf durch das Virus ausgelöst.

Die HPV-Typen, die als Hochrisikotypen gelten, also auch krebserregend sind, werden beim Sex oder Genitalkontakt übertragen. Auch bei Oralsex sind die Viren übertragbar. Sie werden weder über das Einatmen von Luft, noch das Berühren von Gegenständen wie z. B. Türgriffen oder durch Händeschütteln weitergegeben.

Kondome schützen nur bis zu einem gewissen Grad und können Infektionen nicht vollständig verhindern.

HPV Infektion und Mund-Rachen-Krebs

Generell entwickeln nur sehr wenige HPV-infizierte Menschen tatsächlich eine Krebsvorstufe oder Krebs. Voraussetzung für die Entstehung von Krebs ist immer eine langanhaltende Infektion mit einem Hochrisiko-HPV-Typ, bei dem sich mittel- bis hochgradige Zellveränderungen bilden, die sich dann zu Krebs weiterentwickeln. Bei den meisten Menschen klingen die Infektion bzw. die Zellveränderungen aber von alleine ab.

Eine Infektion mit HPV gilt heute als einer der Hauptrisikofaktoren für bestimmte Karzinome im Mund-Rachen-Bereich, wie beispielsweise Krebs der Gaumenmandeln (Tonsillen), des Kehlkopfes (Larynx) und der Luftröhre (Trachea). Auffallend ist bei vielen HPV-positiven Tumoren, dass sonst typische Risikofaktoren wie Rauchen und Alkohol seltener sind.  Die Heilungschancen scheinen bei Patienten mit HPV höher zu liegen als bei Patienten, deren Tumor eher auf Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum zurückzuführen ist.

Krebs-Infotag am 09. November

Am Samstag, 09. November sprechen Spezialisten von 9 bis 15 Uhr im Helios Klinikum Berlin-Buch in Seminaren mit Interessierten über moderne Krebsmedizin. Der TV-Mediziner Dr. Carsten Lekutat moderiert eine Expertenrunde zur fachübergreifenden Krebsbehandlung. Interessierte können sich über die Website anmelden, aber auch spontane Teilnehmer sind willkommen: www.helios-gesundheit.de/krebs-weiter-leben