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Akutversorgung beim Schlaganfall – Thrombektomie

Akutversorgung beim Schlaganfall – Thrombektomie

Bei einem Schlaganfall verstopft meist ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie. Innerhalb kürzester Zeit werden die Zellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und sterben ab. Ärzten bleibt nur wenig Zeit, um Leben zu retten und schwere Schäden abzuwenden. Viele Patienten mit einem akuten Schlaganfall können mit der katheter-gestützten Schlaganfallbehandlung vor dauerhaften Behinderungen bewahrt werden.

Ischämischer Schlaganfall (bei zerebralem Gefäßverschluss)

Ursache eines akuten Schlaganfalls ist in den allermeisten Fällen ein Verschluss von großen Hirnarterien durch einen Blutpfropf (Thrombus), der aus dem Herzen oder den großen Halsschlagadern mit dem Blut ins Gehirn geschwemmt wird. Seltener kann auch eine Engstelle der Hirnarterie selbst die Ursache sein. In beiden Fällen kommt es durch den Gefäßverschluss zu einer verminderten Durchblutung und so zu einem Sauerstoff-Mangel des betroffenen Hirnareals. Dies führt zunächst zu einem Erliegen der Funktionen dieses Hirnareals (z.B. Sprachezentrum, Bewegung, Sehen etc.). Bei länger andauerndem Verschluss werden die Zellen unumkehrbar geschädigt, es kommt zum Hirninfarkt. 

Typische Symptome

  • Plötzlich auftretende, schmerzlose Lähmungen einer Körperhälfte oder der Verlust der Sprache

Die Betroffenen sind dann häufig nicht mehr in der Lage, sich bemerkbar zu machen. In einem solchen Fall muss unmittelbar ein Notarzt verständigt werden, damit der Patient sofort in die nächstgelegene Klinik, die auf die Behandlung solcher Schlaganfälle spezialisiert ist, gebracht werden kann. Häufig gehen einem Schlaganfall auch geringere oder kurzzeitige Beschwerden, wie z.B.:

  • Sehstörungen auf einem Auge
  • Sprachstörungen
  • Taubheitsgefühl /Schwäche eines Armes oder Beins voraus, die sich von selbst wieder zurückbilden.

Auch dann muss so schnell wie möglich ein spezialisierter Arzt (Neurologe) kontaktiert werden, damit das Schlaganfall-Risiko erkannt und abgewandt werden kann.

Bei einem Schlaganfall ist es von entscheidender Bedeutung, die Durchblutung des Gehirns schnellstmöglich wieder herzustellen. Time is brain!

Dr. med. Hildegard Gräfe, Chefärztin Institut für Neuroradiologie

Wie werden ischämische Schlaganfälle behandelt?

Die Standardtherapie hierfür ist die Verabreichung eines Medikaments (Thrombolyse) über die Vene durch geschulte Neurologen in spezialisierten Zentren. Vor allem bei besonders schweren Fällen mit Verschluss eines Gefäßhauptstammes führt diese Therapie jedoch häufig nicht zur vollständigen Rückbildung der Symptome.

Für diese Patienten besteht neben der Standardtherapie die Möglichkeit einer notfallmäßigen Wiedereröffnung des Gefäßes durch einen Kathetereingriff- die sogenannte Thrombektomie. Hierbei wird ein dünner Katheter meist von der Leiste aus an den Verschluss gebracht. Von dieser Stelle aus kann man mit verschiedenen Werkzeugen den Blutpfropf direkt aus dem Gefäß entfernen und somit die Durchblutung des Gehirns unmittelbar wiederherstellen. Dieser Eingriff wird meist in Narkose durchgeführt.

In den letzten Jahren ist die Technik der endovaskulären Gefäßeröffnung bei Patienten mit schweren akuten Schlaganfällen deutlich verbessert worden. Heutige Systeme (bspw. Stentretriever) können in fast allen Fällen schnell und vollständig das Blutgerinnsel aus dem Hirngefäß entfernen.

Wichtiger Hinweis

Bei Verdacht auf einen akuten Schlaganfall sollte immer und sofort der Notarzt verständigt werden. Ein schwerer Schlaganfall stellt einen unter Umständen lebensbedrohlichen Notfall dar.

Als Notfallzentrum für die Akutversorgung von  Schlaganfallpatienten  mit einer sogenannten 'Stroke Unit' - ist die interventionelle Behandlung des akuten Schlaganfalls mit Thrombektomie rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen, im Helios Klinikum Bad Saarow gewährleistet.  

Sprechen Sie uns gerne an

Dr. med. Hildegard Gräfe

Chefärztin Institut für Neuroradiologie
Dr. med. Hildegard Gräfe

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