Tränenwegs- und Orbitachirurgie

Das Team unserer Klinik verfügt über eine langjährige Erfahrung bei der Behandlung von Tränenwegsstenosen. Bei diesem fachübergreifenden Krankheitsbild arbeiten wir eng mit den Kollegen der Klinik für Augenheilkunde im Zentrum für Tränenwegs- und Orbitachirurgie zusammen. Damit betreuen wir als einzige Arbeitsgruppe im Süden Sachsens unsere Patienten mit einem interdisziplinären Team aus Augen- und HNO-Spezialisten. Aus dieser Bündelung der Kompetenzen beider Fachgebiete resultiert eine herausragende Behandlungsqualität. 

Durch Weiterentwicklung der bestehenden Operationstechniken kann hier auf rein endoskopischem Wege eine Behandlung des chronisch tränenden Auges erfolgen. In den meisten Fällen ist die Anlage eines neuen Fensters vom Tränensack zur Nase erforderlich. Diese Operation ohne sichtbare Narben erfolgt in Vollnarkose und hat eine sehr gute Erfolgsquote (über 90%). Aufgrund des minimalinvasiven Charakters ist der bislang erforderliche Schnitt in der Gesichtshaut (OP von außen nach Toti) nicht mehr erforderlich.

In Aue findet eine spezielle nahezu einzigartige OP-Technik Anwendung. In den meisten Zentren werden rotierende Fräsen verwendet, die viele Nachteile haben. So bestehen Verletzungsrisiken umgebender Strukturen durch den rotierenden Bohrkopf und die Sicht ist durch aufgewirbelte Flüssigkeiten eingeschränkt. Daher haben wir dieses chirurgische Konzept zugunsten einer präzisen Stanztechnik verlassen.

Bei unklaren Erkrankungen kann mit einem miniaturisierten Tränenwegsendoskop eine Endoskopie der Tränenpünktchen, der –kanälchen, des Tränensackes und auch des Tränen-Nasen-Ganges erfolgen. In Einzelfällen können hierbei durch Mikrodrillbohrer bzw. Laserfasern auch therapeutische Ziele erreicht werden.

Bei Funktionsverlust bzw. dauerhaftem Verschluss der Tränenkanälchen ist diese Behandlungsoption jedoch nicht erfolgversprechend. Bei diesen Erkrankungen ist die Anlage eines neuen Tränenkanals von der Bindehaut direkt in die Nasenhaupthöhle erforderlich. Auch bei dieser Behandlungsmethode war bisher die OP von außen mit Schnittführung in der Gesichtshaut nötig. Chefarzt Dr. Stumpf hat jedoch in den letzten Jahren eine Operationsmethode entwickelt, die auch für diesen Eingriff, die sog. Konjunktivorhinostomie, eine endoskopische Behandlung ohne Hautschnitt ermöglicht.

Zusätzlich werden durch das interdisziplinäre Team auch Erkrankungen der Augenhöhle, wie Tumoren oder Exophthalmus (hervorstehende Augäpfel) bei Basedow-Schilddrüsenerkrankung behandelt.