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Im Notfall bestens versorgt – das Helios Cardiac Arrest Center

Im Notfall bestens versorgt – das Helios Cardiac Arrest Center

Bei einem Herzstillstand zählt jede Minute, auch nachdem der Patient schon die Klinik erreicht hat. Am Helios Klinikum Duisburg arbeitet deshalb ein professionelles Team im Cardiac Arrest Center dafür eng zusammen. Auch eine externe Herz-Lungen-Maschine (ECMO) ist Teil der Versorgung, was nur wenige Kliniken in NRW vorhalten.

Ohne Herzschlag bricht das Kreislaufsystem innerhalb weniger Sekunden zusammen. Das Bewusstsein setzt aus, die Aktivitäten des Gehirns stehen still, und das alles innerhalb von Sekunden. Um diese Patienten wieder ins Leben zurückzuholen und das am besten ohne Folgeschäden braucht es ein eingespieltes Team und viel Erfahrung – nicht nur im Rettungswagen sondern auch in der Klinik.

Mit dem Cardiac Arrest Center an der Helios St. Johannes Klinik hat das Haus deshalb ein interdisziplinäres Netzwerk etabliert, um reanimierte Notfallpatienten so schnell wie möglich optimal zu versorgen. Verfahren, wie etwa die Möglichkeit zur Kühlung, oder eine Herzkatheter-Untersuchung unter Reanimation sollen Leben retten und mögliche Hirnschäden minimieren. Durch regelmäßige Übungen, enge Absprachen und lange Erfahrung gewährleistet das Team rund um die Uhr eine reibungslose Rettungskette.

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Überbrückung im Notfall: Das ECMO-Verfahren

Der Begriff ECMO ist die Abkürzung für "extrakorporale Membranoxygenierung" und beschreibt ein Verfahren, das die Herz- und Lungenfunktion bei Kindern und Erwachsenen zeitweise ersetzen kann. Sie kommt vor allem auf den Intensivstationen der Kliniken zum Einsatz, kann aber – bei entsprechender Expertise – auch in der Notaufnahme angewandt werden, etwa wenn Lunge oder Herz des Patienten versagen.

Auch am Helios Klinikum Duisburg hält unser Team die Versorgung mit einer ECMO vor und kann so Patienten, deren Kreislauf sich etwa nach einer Reanimation nicht selbst halten kann, weiter versorgen bis sie ins Herzkatheterlabor gebracht werden können. Dabei übernimmt die ECMO in Form eines künstlichen Herz-Lungen-Kreislaufs die Funktion der beiden Organe und entlastet sie. So lässt sich eine akut lebensbedrohliche Unterversorgung des Gehirns, aber auch aller anderen Organe, mit Sauerstoff oder eine Übersäuerung des Blutes durch das ansteigende Kohlendioxid verhindern.

Die häufigsten Anwendungsgebiete:
  • Herzversagen (Kardiogener Schock)
  • Atemversagen aufgrund einer Verletzung oder schweren Infektion  
  • Hoher Blutdruck in den Lungen (Pulmonale Hypertonie)

Wie funktioniert ECMO im Notfall?

OP Szene

Noch während der Patient im Schockraum der Notaufnahme liegt, legen ihm die Ärzte einen Gefäßkatheter, über den das Blut dann aus dem Körper durch einen Filter gepumpt wird. Dieser reichert das Blut mit Sauerstoff an und befreit es gleichzeitig vom Kohlendioxid. Über einen zweiten Katheter gelangt es dann wieder zurück in den Körper. Die Menge des Blutes variiert dabei. Zu Beginn pumpt man oftmals große Mengen ab, um die Organe schnellstmöglich zu entlasten. Bessert sich der Zustand, reguliert man das Gerät runter.

Die ECMO-Maschine ist mobil, das bedeutet, der Patient kann mit ihr ins Herzkatheterlabor oder den OP gefahren werden. So bleibt der Kreislauf möglichst lange stabil.

Aber nicht alle Patienten sind für den Einsatz der ECMO geeignet. Bei schweren Grunderkrankungen wie etwa einer hohen Blutungsneigung, ist das Risiko beim Einsatz der Katheter zu groß.