Der 8-jährige Amari stammt ursprünglich aus Angola. Seine Leidenschaft ist das Fußballspielen. Doch nach einer nicht verheilten Fraktur am Unterschenkel entwickelt er eine Knochenmarksentzündung (sogenannten Osteomyelitis) und Pseudoarthrose. Mithilfe des Friedensdorfs International kommt er im Frühjahr 2025 nach Deutschland. Dort wird sein Unterschenkel unfallchirurgisch-orthopädisch versorgt und kann dadurch erhalten werden. Doch bei den Untersuchungen entdecken die Ärzt:innen in einem Zufallsbefund auch einen komplexen, angeborenen Herzfehler. Viele Expert:innen untersuchen Amari und kommen zu dem Entschluss, dass er einen Herzklappenersatz benötigt, deren komplexe Operation aber zu riskant sei. Zusätzlich könnte Amari mit einem Klappenersatz nicht nach Angola zurückkehren, weil dort keine medizinische Nachbetreuung möglich wäre. Daraufhin wendet sich das Friedensdorf International an das Herzzentrum Leipzig. „Wir haben in der Vergangenheit schon oft mit dem Herzzentrum Leipzig zusammengearbeitet. Die Kinder wurden immer bestens betreut und behandelt. Daher hatte wir große Hoffnung und haben Prof. Dähnert angerufen. Wir sind sehr dankbar, dass sich das Herzzentrum Amaris Fall angenommen hat, ihn kostenfrei untersucht hat und ihm dann auch helfen konnte“, sagt Leonie Petrik aus der Koordinationsstelle Friedensdorf International in Berlin.
In den Untersuchungen am Herzzentrum Leipzig zeigt sich, dass Amari nicht nur eine sehr seltene, angeborene Fehlbildung der Mitralklappe (Mitralklappenanomalie) hat, sondern zudem auch eine seltene Gefäßanomalie – ein Aneurysma der Lungenarterie.
Gemeinsam mit Prof. Michael A. Borger, Chefarzt der Universitätsklinik für Herzchirurgie und Ärztlicher Direktor am Herzzentrum Leipzig, operiert er den 8-jährigen Jungen. Dabei schafft das erfahrene Chirurgenteam das nahezu Unmögliche:
Zusätzlich entfernte sein Kollege der Kinderherzchirurgie, Prof. Kostelka, die Aussackung der Wurzel der Lungenarterie (Aneurysma) und rekonstruierte anschließend die Pulmonalwurzel. Die Operation fand unter dem Einsatz der Herz-Lungen-Maschine am offenen Herzen statt.
Amari erholte sich rasch nach der Operation und konnte bereits zwei Tage nach der OP auf die Normalstation verlegt werden. Nach einer anschließenden Rehabilitation im Friedensdorf International Oberhausen kann er endlich wieder nach Hause reisen.
*Name wurde geändert.