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Warten auf eine Spenderlunge: 4-jähriger Ole kann dank Engagement des Herzzentrums Leipzig nach drei Monaten das erste Mal das Bett verlassen

Der vierjährige Ole leidet an einer schweren pulmonalen-arteriellen Hypertonie. Im Juni wurde er in einem lebensbedrohlichen Zustand ins Herzzentrum Leipzig geflogen. Der Anschluss an die Herz-Lungen-Maschine rettete ihm zunächst das Leben. Doch Ole benötigt dringend eine neue Lunge, um weiterzuleben. Auf der Kinder-Intensivstation wartet er gemeinsam mit seiner Familie auf das Spenderorgan. Dank des Einsatzes der Abteilung für Kardiotechnik und der Universitätsklinik für Kinderkardiologie kann er bis dahin aber zumindest zeitweise im Rollstuhl und mit medizinischer Begleitung das Klinikbett verlassen und eine Spazierfahrt auf dem Klinikgelände des Herzzentrums genießen – Luft und Sonne spüren.

20.09.2026 Lesedauer: - Min.
Medizinische Vorbereitungen für Ausflug auf dem Klinikgelände

Ole ist vier Jahre alt und an einer schweren pulmonalen-arteriellen Hypertonie erkrankt.

Abwechslung für Ole mit den Klinikclowns

Herzzentrum Leipzig

Oberarzt Kinderkardiologie

Seine Lungengefäße sind so stark verengt, dass sein Herz es nicht mehr schafft, dagegen zu arbeiten, um den Blutfluss ordnungsgemäß zu pumpen. Es entsteht ein Lungenhochdruck und infolgedessen kommt es zu einem Rechtsherzversagen.

Bei Ole zeigte sich die Erkrankung zunächst schleichend mit allgemeiner Kraftlosigkeit, Bauchschmerzen und Blässe. Als er am 12. Juni 2026 in Halle in die Klinik kommt, verweigert er das Laufen und ist stark erschöpft. Danach verschlechterte sich sein Zustand rasant, sodass er nur zwei Tage später mit dem Hubschrauber ins Herzzentrum Leipzig geflogen wird. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine andere Klinik im DACH-Raum, die die Kapazitäten und die Ausstattung hatte, Ole aufzunehmen. „Natürlich sind wir eigentlich eine Spezialklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber wir haben die technische Ausstattung und medizinische Expertise, um Ole zu behandeln. Daher war es für uns zweifelslos die richtige Entscheidung, ihn aufzunehmen. Andernfalls hätte er keine Überlebenschance gehabt“, so Dr. Weidenbach. Im Herzzentrum Leipzig ist schnell klar, ohne technische Unterstützung können Oles Lunge und Herz nicht mehr arbeiten.

Herzzentrum Leipzig

Leiter Perfusiologie und Technische Medizin

Direkt nach Aufnahme war Ole reanimationspflichtig, sodass wir in einer Notanwendung – einer extrakorporalen Reanimation – eine sogenannte veno-arterielle extrakorporale Membranoxygebierung – kurz: ECMO – perkutan angeschlossen haben. Dieser Eingriff ist nur in wenigen Zentren in Deutschland möglich. Drei Wochen später wurde für die ECMO dann ein dauerhafter Zugang implantiert. Die Herz-Lungen-Maschine übernimmt nun sowohl die Pumpfunktions des Herzens als auch die Atmung seiner Lunge. Ohne beides wäre Ole nicht mehr am Leben.

Seither muss Ole auf der Kinder-ITS an der ECMO ausharren und auf ein geeignetes Spenderorgan warten. Er ist hochdringlich gelistet. Sobald eine geeignete Spenderlunge verfügbar ist, wird er ins Kindertransplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover geflogen.

„Die Kinderintensivpflege leistet enorme Arbeit am Klinikbett von Ole. Über so lange Zeit ein intensivpflichtiges Kind zu pflegen, ist sehr herausfordernd. Aber das Team arbeitet eng zusammen. Kinderintensivpflege, Physiotherapie, Kinderkardiologie und Kardiotechnik – wir alle fiebern mit Ole mit und kämpfen für ihn“, so Hans-Martin Vincenz. In Rücksprache mit der Klinikleitung bestellt er eines der kleinsten Kinderecmosysteme, das zugleich auch für Flüge zugelassen ist. Dieses System ermöglicht Ole für kürzere Abstände das Bett und die Intensivstation zu verlassen.

„Es ist nicht leicht für Ole und uns, den ganzen Tag auf der Kinderintensivstation zu verbringen. Daher waren die kleinen Ausflüge auf das Hubschrauberlandedeck und aufs Klinikgelände eine große Freude für ihn. Allein der Stationsgang oder das Fahrstuhlfahren sind aufregend. Wir sind sehr dankbar, dass das Herzzentrum Leipzig nicht nur um Oles Leben kämpft, sondern auch alles tut, um ihm das Warten und den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen“, so Papa Falko Kühnemund.

Auch die Planung des Transports in die transplantierende Klinik nach Hannover liegt in der Verantwortung des Herzzentrums.

Herzzentrum Leipzig

Leiter Perfusiologie und Technische Medizin

Unsere Aufgabe ist es nicht nur, Ole bis zur Transplantation medizinisch zu versorgen und am Leben zu erhalten. Er muss auch den Transport nach Hannover gut überstehen. Also musste ich mir die Frage stellen: Wie bekommst du dieses Kind dahin und erfüllst alle Regularien und Herausforderungen für den Flug?

Das neue Ecmo-System ermöglicht diese Anforderungen. Zusätzlich wurde eine spezielle Trage bestellt, die Ole im Hubschrauber transportieren soll. Laufende Absprachen zwischen den medizinischen Expert:innen in Leipzig und Hannover, Notfallsanitäter:innen und Kardiotechniker:innen sowie mit möglichen Transportdienstleistern planen bereits jetzt einen sicheren Transport für Ole. Alles muss bereit sein, wenn es los geht.