Ole ist vier Jahre alt und an einer schweren pulmonalen-arteriellen Hypertonie erkrankt.
Bei Ole zeigte sich die Erkrankung zunächst schleichend mit allgemeiner Kraftlosigkeit, Bauchschmerzen und Blässe. Als er am 12. Juni 2026 in Halle in die Klinik kommt, verweigert er das Laufen und ist stark erschöpft. Danach verschlechterte sich sein Zustand rasant, sodass er nur zwei Tage später mit dem Hubschrauber ins Herzzentrum Leipzig geflogen wird. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine andere Klinik im DACH-Raum, die die Kapazitäten und die Ausstattung hatte, Ole aufzunehmen. „Natürlich sind wir eigentlich eine Spezialklinik für Herz- und Kreislauferkrankungen. Aber wir haben die technische Ausstattung und medizinische Expertise, um Ole zu behandeln. Daher war es für uns zweifelslos die richtige Entscheidung, ihn aufzunehmen. Andernfalls hätte er keine Überlebenschance gehabt“, so Dr. Weidenbach. Im Herzzentrum Leipzig ist schnell klar, ohne technische Unterstützung können Oles Lunge und Herz nicht mehr arbeiten.
Seither muss Ole auf der Kinder-ITS an der ECMO ausharren und auf ein geeignetes Spenderorgan warten. Er ist hochdringlich gelistet. Sobald eine geeignete Spenderlunge verfügbar ist, wird er ins Kindertransplantationszentrum der Medizinischen Hochschule Hannover geflogen.
„Die Kinderintensivpflege leistet enorme Arbeit am Klinikbett von Ole. Über so lange Zeit ein intensivpflichtiges Kind zu pflegen, ist sehr herausfordernd. Aber das Team arbeitet eng zusammen. Kinderintensivpflege, Physiotherapie, Kinderkardiologie und Kardiotechnik – wir alle fiebern mit Ole mit und kämpfen für ihn“, so Hans-Martin Vincenz. In Rücksprache mit der Klinikleitung bestellt er eines der kleinsten Kinderecmosysteme, das zugleich auch für Flüge zugelassen ist. Dieses System ermöglicht Ole für kürzere Abstände das Bett und die Intensivstation zu verlassen.
„Es ist nicht leicht für Ole und uns, den ganzen Tag auf der Kinderintensivstation zu verbringen. Daher waren die kleinen Ausflüge auf das Hubschrauberlandedeck und aufs Klinikgelände eine große Freude für ihn. Allein der Stationsgang oder das Fahrstuhlfahren sind aufregend. Wir sind sehr dankbar, dass das Herzzentrum Leipzig nicht nur um Oles Leben kämpft, sondern auch alles tut, um ihm das Warten und den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen“, so Papa Falko Kühnemund.
Auch die Planung des Transports in die transplantierende Klinik nach Hannover liegt in der Verantwortung des Herzzentrums.
Das neue Ecmo-System ermöglicht diese Anforderungen. Zusätzlich wurde eine spezielle Trage bestellt, die Ole im Hubschrauber transportieren soll. Laufende Absprachen zwischen den medizinischen Expert:innen in Leipzig und Hannover, Notfallsanitäter:innen und Kardiotechniker:innen sowie mit möglichen Transportdienstleistern planen bereits jetzt einen sicheren Transport für Ole. Alles muss bereit sein, wenn es los geht.
Abwechslung für Ole mit den Klinikclowns
Patient Ole beim Klinikspaziergang