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Blinddarmentzündung (Appendizitis)

Bei einer Blinddarmentzündung oder Appendizitis bestehen zunehmende, starke Schmerzen im Bereich des rechten Unterbauches begleitet mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Fieber. Die Schmerzen beginnen im Bereich des Bauchnabels und der Magengegend und wandern innerhalb weniger Stunden in den rechten Unterbauch. Dieser klassische Verlauf kommt in der Hälfte der Fälle vor. Alle anderen Arten von Bauchschmerzen können theoretisch ebenfalls eine Blinddarmentzündung zur Ursache haben. Die Blinddarmentzündung gilt als Chamäleon unter den Bauchkrankheiten, da sie sich leicht anpasst.

Es handelt sich um eine Entzündung des Wurmfortsatzes (Appendix) des eigentlichen Blinddarmes, der wurmartig am Dickdarm hängt.
Die Entstehungsursache ist eine Infektion mit Krankheitserregern oder eine Verlegung des Eingangs des Wurmfortsatzes mit anschließender Entzündung.
Das Risiko, im Laufe eines Lebens an einer Blinddarmentzündung zu erkranken, liegt bei ca. 7 %.

Eine operative Entfernung des Wurmfortsatzes ist notwendig. Nur in seltenen ausgewählten Fällen ist eine alleinige Antibiotikabehandlung möglich.

Die Operation wird in erster Linie minimal-invasiv (Bauchspiegelung) durchgeführt. Es erfolgt ein ca. 10 mm langer Schnitt am Nabel für die Kamera und zwei weitere ca. 3 bis 5 mm lange Schnitte werden im Unterbauches für die Instrumente platziert. Oft kann die Operation auch alleinig durch den 5 bis 10 mm langen Nabelschnitt minimal-invasiv erfolgen (TULAA - Transumbilikale laparoskopisch assistierte Appendektomie). Die bei der Operation verwendeten Fäden sind selbstauflösend.

Bei unklaren Bauchschmerzen mit Verdacht auf eine Blinddarmentzündung ist ein sofortiger Besuch beim Kinderarzt oder Kinderchirurgen notwendig. Es erfolgt dann bei dringendem Verdacht die umgehende Überweisung in eine Klinik für Kinderchirurgie.
Die besondere Gefahr besteht in einem Durchbruch des Blinddarmes (Perforation) mit Bauchhöhlenentzündung. Dieses schwere Krankheitsbild bedarf zusätzlich einer antibiotischen Behandlung. Zur Operation wird ein Schlauch (Drainage) eingelegt, um Eiter abzuleiten.