Besuchsverbot

Das Besuchsverbot in den Wiesbadener Krankenhäusern wurde bis zum 1. November verlängert.

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World Restart a Heart Day – Reanimation in Zeiten von Corona

World Restart a Heart Day – Reanimation in Zeiten von Corona

Prüfen – Rufen – Drücken: Wer sofort hilft, kann Menschenleben retten. Der World Restart a Heart Day macht am 16. Oktober auf ein wichtiges Thema aufmerksam: der plötzliche Herzstillstand und die lebensrettende Erste Hilfe. Auch in Zeiten von Corona sollte die Wiederbelebung durchgeführt werden – allerdings unter Einhaltung bestimmter Schutzmaßnahmen. Wie die Reanimation genau abläuft, erklärt Dr. Stefan-Andrei Groseanu, Oberarzt der Klinik für Anästhesie, Rettungsmedizin und Schmerztherapie der Helios HSK Wiesbaden.

Jeder Mensch kann einen plötzlichen Herzstillstand erleiden. Wichtig ist, dass umgehend überlebenswichtige Sofortmaßnahmen erfolgen, auch in Zeiten der Corona-Pandemie. Ersthelfer sollten sich also nicht scheuen und im Notfall sofort mit der Ersten Hilfe beginnen. „Alles was man benötigt, um ein Leben zu retten, sind zwei Hände“, sagt Dr. Stefan-Andrei Groseanu. „Leider haben Laien häufig Angst, bei der Wiederbelebung etwas falsch zu machen. Doch der einzige Fehler ist, nichts zu tun.“ Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen schützen vor einer Corona-Infektion. Um die Ansteckungsgefahr mit dem Corona-Virus zu mindern, sei es wichtig, eine Maske zu tragen und sich nach der Reanimation die Hände zu waschen oder zu desinfizieren, so Groseanu Er rät, den Mund des Betroffenen zudem mit einem Taschentuch oder einem Kleidungsstück zu bedecken.

Im Notfall richtig handeln
Die Formel „Prüfen – Rufen – Drücken“ gilt auch während der Corona-Pandemie, doch die einzelnen Schritte wurden etwas angepasst. Fehlt bei einer bewusstlosen Person die Reaktion auf Ansprache und Berührung, erfolgt die Kontrolle der Atmung. Diese Kontrolle beschränkt sich auf das Beobachten des Brustkorbs – und nicht wie bisher, indem der Helfer sein Ohr unmittelbar an Mund und Nase des Patienten hält. „Sind keine Bewegungen erkennbar, kann man davon ausgehen, dass der Betroffene nicht atmet. Dann sollte sofort unter der 112 ein Notruf abgesetzt werden“, erklärt Groseanu. Anschließend müsse unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden. „Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist eine dauerhafte Herzdruckmassage der entscheidende Faktor, um die Überlebenschance zu verbessern“, sagt Groseanu. Diese erfolgt mit einer Frequenz von 100 bis 120 Mal pro Minute und einer Drucktiefe von fünf bis sechs Zentimetern.

Wiederbelebung von Kindern
Bei Kindern, die wiederbelebt werden müssen, spielt die Beatmung eine ganz besondere Rolle. „Das liegt daran, dass bei Kindern meist zuerst die Atmung ausfällt und es infolgedessen zum Kreislaufstillstand kommt. Somit enthalten Lunge und Blut nicht mehr ausreichend Sauerstoff, weshalb dieser zugeführt werden muss“, erklärt der Oberarzt. Der Nutzen einer Beatmung ist für die Überlebenschance der Kinder als deutlich höher einzustufen. „Weil es sich in vielen Fällen um die eigenen Kinder handelt, ist ein Infektionsrisiko für den Ersthelfer überschaubar. Daher wird dieser nicht zögern, die Beatmung durchzuführen.“

Der World Restart a Heart Day findet seit 2018 unter der Schirmherrschaft des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) sowie des Deutschen Rates für Wiederbelebung immer am 16. Oktober statt. Ziel ist es, weltweit so viele Menschen wie möglich in Wiederbelebungsmaßnahmen zu schulen. Ein Video mit Dr. Groseanu zur Reanimation unter Corona-Bedingungen ist auf www.instagram.com/helios.hsk.wiesbaden zu sehen.