Prof. Frickhofen: „Ich blicke auf 23 gute Jahre zurück“
Vorreiter in der Krebsmedizin verabschiedet sich in den Ruhestand

Prof. Frickhofen: „Ich blicke auf 23 gute Jahre zurück“

Wiesbaden

Nach 23 Jahren als Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin verabschiedet sich Prof. Dr. Norbert Frickhofen zum Jahresende in den Ruhestand. Bis zur Wahl seines Nachfolgers übernimmt der Leitende Oberarzt Dr. Bastian Jaeschke kommissarisch die Leitung der Abteilung.

„Prof. Frickhofen ist Teil der Identität der HSK. Er hat die Onkologie an den HSK aufgebaut und die interdisziplinäre Vernetzung mit anderen Fachdisziplinen des Hauses vorangetrieben. Er hat Strukturen eines Tumorzentrums aufgebaut und den Weg für die Zertifizierung einzelner Kliniken und der gesamten HSK geebnet. Gleichzeitig hat er im Rahmen des Hessischen Onkologiekonzepts ein regionales Kompetenznetzwerk aufgebaut, um die bestmögliche Behandlung von an Krebs erkrankten Menschen über die Grenzen von Fachgruppen, Kliniken und Praxen hinweg zu erleichtern. Hervorragend ist ihm zudem die Weiterentwicklung der stationären hin zur ambulanten Behandlung der Patienten in der Ambulanz und Tagesklinik gelungen. Prof. Frickhofen ist überdies der Initiator der Palliativmedizin an den HSK und damit der ersten Palliativstation in Hessen gewesen. Sein Wirken umfasst das gesamte Spektrum von Hochleistungsmedizin und Forschung bis hin zum Begleiten der Patienten, wenn die medizinischen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Wir danken Prof. Frickhofen für sein unermüdliches Engagement in den mehr als zwei Jahrzehnten, in denen er die HSK geprägt hat“, würdigten die Klinikgeschäftsführerin Sandra Henek und der Ärztliche Direktor Prof. Dr. Ralf Kiesslich die Arbeit und Persönlichkeit des scheidenden Chefarztes.

Als Frickhofen 1996 die Position des Chefarztes für den Bereich Onkologie übernahm, freute er sich auf einen echten Neuanfang. Denn seine Aufgabe war der Aufbau einer neuen Klinik für Hämatologie und Onkologie. Viele Ideen und neue Ansätze brachte er aus den USA mit, wo er einige Jahre zuvor als Gastarzt an einem Forschungsprojekt am NIH Clinical Center in Washington gearbeitet hatte. Er führte zusammen mit dem Institut für Pathologie an den HSK molekularbiologische Diagnostik ein. Diese läutete eine neue Ära in der Krebsdiagnostik und –therapie ein.

Bereits im Jahr der Gründung seiner Klinik wurden die HSK vom Land Hessen als Onkologischer Schwerpunkt anerkannt und gefördert. Von Anfang an richtete Frickhofen Tumorboards an den HSK ein und brachte damit als einer der ersten in Deutschland auch außerhalb der Universitätskliniken alle an der Behandlung von Tumorpatienten beteiligten Fachrichtungen an einen Tisch, um Fälle interdisziplinär zu besprechen. Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie zertifizierte die Klinik 2008 als Onkologisches Zentrum – damals das erste in Hessen. Seit 2013 ist sie koordinierende Klinik des „Onkologischen Zentrums Rhein-Main-Taunus“ im Hessischen Onkologiekonzept.

Besonders stolz ist Prof. Frickhofen auf die Etablierung der Psychoonkologie und die 2006 eröffnete Palliativstation, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert wurde und ebenfalls die erste in Hessen war. „Wir sind damals durch ganz Deutschland gereist und haben uns Palliativstationen angeschaut. Aus den besten Eindrücken haben wir das Konzept für unsere Station entwickelt“, erinnert sich Prof. Frickhofen.

Zu den großen Fortschritten in der Krebstherapie in den letzten 20 Jahren sagt er: „Die Krebsbehandlung ist individueller geworden. Wir schauen heute auf die genetischen Ursachen einer Krebserkrankung und versuchen, diese auszuschalten. Dazu braucht man moderne Verfahren wie das sogenannte Next Generation Sequencing (NGS), das vor allem von Universitätskliniken angeboten wird, aber auch an den HSK Standard ist.“

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Dr. Bastian Jaeschke, Prof. Norbert Frickhofen und Prof. Ralf Kiesslich beim Abschied des langjährigen Klinikdirektors der Hämatologie, Onkologie und Palliativmedizin.

Über Helios

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und Quirónsalud in Spanien. Rund 19 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2018 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 9 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 86 Kliniken, 126 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und 10 Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,3 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 6 Milliarden Euro.

Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin. Quirónsalud betreibt 47 Kliniken, 57 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 13,3 Millionen Patienten behandelt, davon 12,9 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 34.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2018 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Die Helios Region Mitte umfasst die Bundesländer Hessen, Thüringen sowie Teile des südlichen Sachsen-Anhalts (Mansfeld-Südharz). Die Region zählt 15 Akutkliniken mit insgesamt 4.983 Betten und zwei Präventionszentren. 2018 wurden in den Kliniken der Region knapp eine Million Patienten behandelt, davon mehr als 214.000 stationär und 780.000 ambulant. Mit ihren mehr als 11.350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern leistet die Region wesentliche Beiträge und Impulse zur Weiterentwicklung des Unternehmens Helios.

Anja Dörner

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