„Blutkrebs ist heute gut behandelbar“
Welt-Blutkrebs-Tag am 28.5.21

„Blutkrebs ist heute gut behandelbar“

Moderne Therapiemöglichkeiten haben Leukämien ihren Schrecken genommen / umfassendes Behandlungsangebot am zertifizierten Leukämie- und Lymphomzentrum der Helios HSK

Früher war die Diagnose Blutkrebs bzw. Leukämie praktisch ein Todesurteil. Heute gibt es keinen Anlass mehr für Hoffnungslosigkeit. „Uns stehen inzwischen viele sehr wirksame Therapieoptionen für alle Arten von gut- und bösartigen Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems, die wir umgangssprachlich unter Blutkrebs oder Leukämie zusammenfassen, zur Verfügung. Blutkrebs ist heute gut behandelbar“, erklärt Dr. Arne Brecht, Leiter des Leukämie- und Lymphomzentrums an den Helios HSK. Das seit Dezember 2020 von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Zentrum ist Teil des Onkologischen Zentrums der Klinik. „Wir sind in unserem Zentrum technisch sehr gut ausgestattet und können unsere Patienten auf universitärem Niveau behandeln“, so Brecht weiter.

Dr. Wolfgang Blau, Leiter des Onkologischen Zentrums, ergänzt: „Unsere Leukämiepatienten profitieren von höchsten Qualitätsstandards, die wir mit unserer Zertifizierung unter Beweis gestellt haben. Unser Behandlungsangebot ist hochmodern und breit gefächert, bis hin zur autologe Stammzellentransplantation, bei der der Patient seine eigenen Blutstammzellen entnommen und nach der Therapie wieder zurückerhält. Für die allogenen Stammzelltherapie, bei der die Stammzellen von einem fremden Spender kommen, kooperieren wir mit der Uniklinik Mainz.“

Hinter dem Begriff Leukämie steht eine ganze Reihe sehr unterschiedlicher Blutkrebserkrankungen. Die Art der Erkrankung bestimmt den Therapieansatz. Bei akuten Leukämien steht die Chemotherapie, also der Einsatz von Medikamenten, die das Zellwachstum hemmen, im Vordergrund. Das Ziel der Behandlung ist, die Leukämiezellen vollständig zu zerstören oder, falls das nicht gelingt, möglichst weitgehend zurückzudrängen.

Bei den chronischen Leukämien kann die Chemotherapie – je nach Leukämieform und individuellen Gegebenheiten – durch den Einsatz von zielgerichteten Therapien ergänzt werden. Das sind beispielsweise die Antikörpertherapie, die Therapie mit kleinen Molekülen, die den Stoffwechsel der Tumorzelle beeinflussen, Bestrahlung oder eine Stammzelltransplantation.

Eine Stammzellentherapie kommt dann zum Tragen, wenn das Knochenmark nach einer Chemotherapie geschädigt ist. Nach einer Hochdosis-Chemotherapie sind vor allem die weißen Blutkörperchen zerstört, die für die Immunabwehr zuständig sind. Aus Stammzellen können wieder gesunde Abwehrzellen entstehen. Daher sind sie ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Bei der so genannten autologen Transplantation handelt es sich um eine Form der Stammzelltransplantation, bei der Blutstammzellen dem Patienten vor der Chemotherapie entnommen und nach der Hochdosis-Chemotherapie wiedergegeben werden.

Leukämien zählen zwar zu den selteneren Krebserkrankungen, dennoch erkranken immer noch etwa 38.000 Erwachsene und rund 2.000 Kinder jährlich in Deutschland an „Blutkrebs“. Im Rahmen des Welt-Blutkrebs-Tages am 28. Mai wird auf Blutkrebserkrankungen und Perspektiven für Patienten durch moderne Behandlungsmethoden aufmerksam gemacht.