Echtes Mädesüß (Filipendula ulmaria)

Mädesüß gehört heute zu den vergessenen Heilkräutern. Dabei handelt es sich um eine sehr schöne Pflanze mit filigranen Blüten an großen Blütenständen, die in Ost- und Mitteleuropa beheimatet ist und in Auenwäldern, an Gewässern, in feuchten Wiesen und in unseren heimischen Gärten wächst. Der ungewöhnliche Name verweist vermutlich darauf, dass Mädesüß früher zum Süßen und Aromatisieren von Wein und insbesondere Met verwendet wurde. Der Name bedeute daher „Metsüße“. Die Pflanze enthält Vorläufersubstanzen der Salicylsäure, die vielen als Acetylsalicylsäure (ACC, „Aspirin“) bekannt ist. Daher wirkt Mädesüß entzündungshemmend, fiebersenkend und lindert Kopf- und Gliederschmerzen, wenn auch nicht so stark wie das bekannte Kopfschmerzmittel. Mädesüß verbessert weiterhin Erkältungs- und Grippebeschwerden und wird bei der Behandlung von Arthrose und sogar Akne eingesetzt.

Anwendung als Heilkraut und in der Küche

Mädesüß ist eines der wichtigsten essbaren Wildkräuter, das in den vergangenen Jahren zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Es findet in der Küche vielseitige Verwendung und lindert viele verschiedene Leiden. Das Kraut kann auf unterschiedliche Weise dargereicht werden, z.B. als Tee, als Tinktur, als Badezusatz oder als Zutat von Dampfbädern. Am häufigsten wird Mädesüß als Tee, der vor allem bei Entzündungen, Schmerzen oder Erkältungsbeschwerden getrunken wird, verabreicht.

Zubereitung von Tee aus Mädesüß

Für die Zubereitung eines Mädesüßtees können die frischen und jungen Blätter, die Blüten oder die Wurzel verwendet werden, die mit heißem aber nicht kochendem Wasser übergossen werden. Der Sud muss ca. 10 Minuten ziehen und sollte ungesüßt getrunken werden, jedoch nicht mehr als drei Tassen täglich. Für die Behandlung von entzündlicher Haut oder Akne kann man Dampfbäder mit Mädesüß durchführen. Bei der Zubereitung eines Dampfbads werden etwa 1,5 bis 2 Teelöffel frisches oder getrocknetes Mädesüßkraut mit heißem Wasser übergossen in einer großen Schüssel übergossen. Mit einem Handtuch über dem Kopf beugt man sich dann im Abstand von 30 bis 40 Zentimetern etwas 5-10 Minuten mit dem Gesicht über die Schüssel. Durch den heißen Dampf öffnen sich die Poren und die Inhaltsstoffe des Heilkrauts können wirken.

Vorsicht: Menschen die allergisch auf Salicylate (zum Beispiel Aspirin) reagieren, sollten auch kein Mädesüß einnehmen.