So behalten Herzpatienten einen kühlen Kopf im Sommer
Hitze und Herz

So behalten Herzpatienten einen kühlen Kopf im Sommer

Leipzig

Kreislaufbeschwerden, Schlappheit, Schwindel: Kardiologe Dr. Nicolas Majunke vom Herzzentrum Leipzig erklärt, worauf Herzpatienten im Sommer achten sollten.

Während der Sommer für viele Menschen erst ab 30 Grad aufwärts beginnt, spielt bei anderen der Kreislauf bereits bei 25 Grad verrückt. Hohe Temperaturen belasten das Herz-Kreislauf-System, weshalb besonders Herzpatienten in den Sommermonaten auf ihren Körper achten sollten.

Was passiert bei hohen Temperaturen im Körper?

Sobald die Temperaturen steigen, wird unser körpereigenes Kühlungssystem aktiviert und wir fangen an zu schwitzen. Auch wenn es vielen Menschen unangenehm ist, der nasse Film auf der Haut ist wichtig, denn durch die Verdunstung kühlt sich der Körper ab. Doch es passiert noch viel mehr, wie Dr. Nicolas Majunke, Funktionsoberarzt der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur, weiß: „Bei hohen Temperaturen weiten sich unsere Gefäße, um die Durchblutung und die Wärmeabgabe zu erhöhen. Das erfordert aber auch mehr Leistung vom Herzen, die von gesunden Menschen meist problemlos erbracht werden kann, für Herzpatienten jedoch viel Anstrengung abverlangt.“

Wer etwa am Abend die Flüssigkeitszufuhr eines ganzen Tages ausgleichen will, belastet sein Herz zusätzlich, da die große Menge mit viel Kraft durch den Körper transportiert werden muss.

Dr. Nicolas Majunke, Funktionsoberarzt der Universitätsklinik für Kardiologie – Helios Stiftungsprofessur

Trinken Sie ausreichend!

Die empfohlene Trinkmenge variiert je nach körperlicher Belastung und Jahreszeit. Im Sommer, bei Anstrengung oder Sport sollten ein bis zwei Liter zusätzlich getrunken werden, um den Körper vor dem Austrocknen, z. B. durch übermäßiges Schwitzen, zu schützen. Jedoch sollte man die Menge über den Tag verteilt trinken und nicht alles in einem Zug. „Wer etwa am Abend die Flüssigkeitszufuhr eines ganzen Tages ausgleichen will, belastet sein Herz zusätzlich, da die große Menge mit viel Kraft durch den Körper transportiert werden muss“, so Nicolas Majunke. Besser ist, regelmäßig kleinere Mengen an Flüssigkeit zu sich zu nehmen – auch wenn man keinen großen Durst verspürt. Ein Glas Wasser auf dem Tisch hilft als Erinnerung.

Essen Sie ausgewogen!

Nach einer ausgiebigen Mahlzeit fühlen wir uns oft schwer und träge. Üppige, fette Mahlzeiten belasten den Körper besonders an warmen Tagen zusätzlich. „Wir empfehlen generell eine mediterrane, leicht bekömmliche Küche. Gemüse, Obst, Fisch, Hülsenfrüchte und Nüsse sollten vermehrt auf dem Teller landen, dafür weniger rotes Fleisch und Wurst“, rät der Kardiologe. Wie beim Trinken gilt auch beim Essen: Lieber viele kleinere Portionen einplanen, als wenige große.

Bewegen Sie sich!

Auch, wenn es auf den ersten Blick wie ein Widerspruch aussieht, ist es nicht ratsam, die heißen Tage ausschließlich auf der Sonnenliege oder der Couch zu verbringen. Bewegung hilft, das Herz-Kreislauf-System in Schwung zu bringen und fördert die Durchblutung. „Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag fördern die Leistungsfähigkeit“, weiß Dr. Majunke. „Radfahren, Walken, Schwimmen und sogar Spazierengehen sind ideale Aktivitäten. Herzpatienten sollten die Bewegung auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden legen, wenn die Temperaturen noch angenehm sind und sich nicht überfordern sowie Pausen einlegen.“

Bereits 30 Minuten moderate Bewegung am Tag fördern die Leistungsfähigkeit.

Dr. Nicolas Majunke, Kardiologe am Herzzentrum Leipzig

Behalten Sie Blutdruck und Medikamente im Blick!

Wenn sich die Blutgefäße im Körper erweitern, sinkt der Blutdruck. Viele kennen das Gefühl, wenn man zu schnell aufsteht und einem plötzlich schwindlig wird. Das Blut sackt ruckartig in die Beine, wodurch das Schwindelgefühl entsteht. Indem sich die Blutgefäße in den Beinen zusammenziehen, wird das Blut wieder nach oben gedrückt. Dr. Majunke rät: „Wer Medikamente gegen einen hohen Blutdruck einnimmt, sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen und die Werte notieren. Wer trotz Medikamente einen zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck aufweist, sollte mit seinem Hausarzt oder Kardiologen sprechen und gegebenenfalls die Dosierung anpassen.“

24-Stunden-Hotline für Patienten: 0341 865-252222

24-Stunden-Hotline für Patienten: 0341 865-252222

Sie haben Brustschmerzen und möchten diese schnell abklären lassen? Dann können Sie jederzeit die Brustschmerzambulanz im Herzzentrum Leipzig aufsuchen. Sie ist rund um die Uhr geöffnet.