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Tipps rund um die Schwangerschaft

Tipps rund um die Schwangerschaft

Rund um die Schwangerschaft haben wir Ihnen hier einige Tipps mit wichtigen Fakten zusammengestellt – vom Mutterschutz über die Namenswahl bis hin zum Thema Urlaub oder Haustiere.

Bis wann darf ich mit meinem Baby im Bauch noch fliegen? Wann beginnt der Mutterschutz? Und wie viel Sport darf ich überhaupt noch treiben? All diese und noch viel mehr Fragen stellt sich wohl jede Schwangere im Verlauf der Monate. Wir haben Ihnen deshalb ein paar wichtige Informationen kompakt zusammengestellt.

Der Beginn der Mutterschutzfrist hängt vom voraussichtlichen Entbindungstermin ab, das Ende dagegen vom tatsächlichen - und davon, ob sie ein oder mehrere Kinder bekommen. Das bedeutet: Die Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor der Geburt und endet 8 Wochen danach. Bekommen Sie mehr als ein Kind, verlängert sich diese Frist um 4 Wochen auf insgesamt 12 Wochen nach der Geburt.

Ihr Arzt oder Ihre Hebamme stellen Ihnen das "Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung" aus. Dieser Tag ist nun die Grundlage für alle weiteren Berechnungen: Wird Ihr Kind einige Tage nach diesem Termin geboren, verlängert sich die Schutzfrist vor der Geburt um diese Tage, an der Frist nach der Geburt ändert sich nichts. Entbinden Sie früher als berechnet, dauert Ihr Mutterschutz nach der Geburt um genau diese Tage länger.

Sollten Sie eine Frühgeburt haben (Geburtsgewicht unter 2500 Gramm oder Ihr Kind ist noch nicht voll ausgereift oder hat einen erhöhten Pflegebedarf aufgrund des früheren Geburtstermins), verlängert sich die Schutzfrist nach der Geburt um zusätzliche 4 Wochen. Ob eine Frühgeburt vorliegt, bescheinigt Ihnen Ihr Arzt.

Der Contergan-Skandal in den 50er-Jahren ist den meisten Menschen immer noch präsent und schürt viele Ängste vor einer Medikamenteneinnahme während der Schwangerschaft.  Dabei hat sich die Studienlage seither maßgeblich verbessert. Denn vor ihrer Zulassung müssen Präparate, die für Schwangere und Stillende erlaubt sind, sorgfältige und strenge Teststufen durchlaufen. Diese Arzneimittel können dann nach der Freigabe bedenkenlos eingenommen werden, wenn eine Grunderkrankung das erfordert. Paracetamol etwa ist, richtig dosiert, gut verträglich, genauso wie unter anderem Salbutamol zur Behandlung akuter asthmatischer Beschwerden.

Eine Übersicht zu den einzelnen Wirkstoffen und ihren Auswirkungen während der Schwangerschaft erhält man unter www.embryotox.de (Informationsseite der Charité Berlin)

Achtung auch bei vermeintlich nebenwirkungsfreien, pflanzlichen Präparaten. Sie können unter anderem Alkohol enthalten. Wichtig: Lesen Sie den Beipackzettel des in Frage kommenden Medikaments genau durch und besprechen Sie die Verwendung, auch rezeptfreier Mittel, mit Ihrem Arzt. Dieser muss Sie auf mögliche Risiken und Gefahren hinweisen. Dokumentieren Sie zudem die genaue Dosis.

Mehrere Studien zeigen, dass einmalige (Routine-)Eingriffe so gut wie keinen nachweisbaren Einfluss auf einen Fötus nach der 16. Schwangerschaftswoche haben. Unabhängig davon aber sollte in der Schwangerschaft die Notwendigkeit eines Eingriffs besonders geprüft und dieser nur in Notfällen durchgeführt werden.

Es gibt keinen Nachweis für ein höheres Fehlgeburtenrisiko nach einer Lokal- oder Vollnarkose. Der Narkosearzt muss aber von der Schwangerschaft Kenntnis haben, da Betäubungsmittel über Mutterkuchen und Nabelschnur in den Blutkreislauf des Ungeborenen gelangen können und er deshalb nur speziell geeignete Narkosemittel verwenden darf. Auch muss er den Blutdruck besonders im Auge behalten. Ein plötzlicher Druckabfall könnte sonst die Versorgung des Kindes gefährden. Die Veränderungen der mütterlichen Atemorgane (u.a. der vermehrte Sauerstoffbedarf) in der Schwangerschaft führen dazu, dass die Narkosegase schneller wirken, jedoch beim Absetzen der Mittel auch schneller aus dem Körper entweichen können.

Das Aortokavale Kompressionssyndrom ist eine bekannte Komplikation der Spätschwangerschaft. Sie kann durch das Einnehmen der Rückenlage hervorgerufen werden. Hierbei drückt der Uterus auf zwei wichtige große Gefäße des Körpers (die Aorta und die Vena cava) und kann heftige Nebenwirkungen mit Schocksymptomatik auslösen. Deshalb wird bei Operationen – insbesondere von Schwangeren im zweiten und letzten Drittel auf eine seitliche Lagerung geachtet.

Sie sollten nicht für zwei essen, sondern sich (noch) bewusster ernähren als vorher. Selbst in der zweiten Schwangerschaftshälfte brauchen Sie nur 200 bis 300 Kilokalorien mehr pro Tag (das entspricht z.B. 2 bis 3 Bananen). Dabei sollten Sie die Kohlehydratzufuhr etwas erhöhen, wählen sie hierfür hochwertige Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Kartoffeln, Obst und Gemüse.

Wichtig ist es, gleich zu Beginn der Schwangerschaft die Zufuhr von Eiweiß aufzustocken. Dieses braucht Ihr Ungeborenes für den Aufbau von Muskeln und Organen. Mindestens die Hälfte sollte dabei aus pflanzlichen Quellen stammen. Hier sind Milchprodukte, Fisch, mageres Fleisch und Hülsenfrüchte besonders geeignet.

Auf Salz sollten Sie nicht verzichten, etwa ein Teelöffel (denken Sie auch an den Salzgehalt von Fertigprodukten) pro Tag ist wichtig für Sie! Dies gilt auch, wenn Sie zum Beispiel Ödeme haben.

Bitte denken Sie daran, ausreichend zu trinken, empfohlen werden etwa 2 Liter pro Tag. Mineralwasser, Kräutertee oder verdünnte Säfte sind besonders geeignet. Getränke, die Chinin enthalten wie Tonic Water oder Bitter Lemon, bitte nur in geringen Mengen genießen.

Mehr als drei Tassen Kaffee pro Tag erhöhen das Risiko einer Fehlgeburt und können das Geburtsgewicht Ihres Kindes verringern.

Verzichten Sie auf Rohmilchköse und rohes Fleisch/Fisch.

Als Vegetarierin sollten Sie in der Schwangerschaft ausreichend Milch und Milchprodukte zu sich nehmen, außerdem Vollkornprodukte sowie Gemüse und Obst. Um eine ausreichende Eisenversorgung sicherzustellen, sollten Sie Vitamin-C-haltige Lebensmittel wie Broccoli, Paprika und Orangen bevorzugen, da diese die Eisenaufnahme aus pflanzlicher Kost verbessern. Eisenpräparate brauchen Sie nur bei ärztlich festgestelltem Eisenmangel.
 
Als Veganerin sollten Sie für eine ausreichende Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren täglich einen Esslöffel Leinöl zu sich nehmen. Da nach heutigem Kenntnisstand pflanzliche Produkte kein verwertbares Vitamin B12 enthalten, müssen Sie hier unbedingt auf ein Nahrungsergänzungsmittel zurückgreifen.

  • Sind Sie sich als Eltern einig? Finden Sie sich aber damit ab, dass Ihr Favorit nicht allen in Familie und Freundeskreis gefallen wird.
  • Wie klingt der gewählte Name, wenn Sie ihn laut aussprechen? Welche möglichen Kurzformen, Kosenamen, Verunglimpfungen gibt es?
  • Passt Ihr Favorit zum Nachnamen? Kombinieren Sie einen langen Nachnamen mit einem kurzen Vornamen und umgekehrt.
  • Steht der Name auf den Hitlisten weit oben? Dann wird Ihr Kind viele Namensvettern haben. Vielleicht bringt in diesem Fall ein zweiter Vorname mehr Individualität
  • Führt der gewählte zu unangenehmen Assoziationen, z.B. zu einem umstrittenen Prominenten?
  • Passt der Name zu denen älterer Geschwister?
  • Ist das Geschlecht eindeutig erkennbar? Wenn nicht braucht Ihr Kind einen zweiten Vornamen
  • Können Sie sich einen Erwachsenen mit diesem Namen vorstellen?
  • Lässt sich der Name leicht buchstabieren?
  • Bilden die Initialen des gesamten Namens vielleicht einen festen Begriff (z.B. SAU, PIG, MUH o.ä.)?


Wollen Sie einen außergewöhnlichen Vornamen für Ihr Kind, dann müssen Sie oft ein Zertifikat der Gesellschaft der Deutschen Sprache bei Ihrem Standesamt vorlegen. Darin muss bescheinigt sein, dass der gewählte Name nicht die Persönlichkeitsrechte Ihres Kindes verletzt.

Übrigens haben Sie nach dem Geburtstag einen Monat Zeit, einen Namen für Ihr Kind beim Standesamt anzumelden.

Wenn Sie schon lange mit Ihrem Tier zusammenleben und es gesund ist, dann besteht normalerweise keine Gefahr. Sie sollten aber mehr als zuvor auf Hygiene achten und an regelmäßige Kuren gegen Parasiten denken. Der Impfschutz Ihres Tieres sollte aktuell sein.

Wenn Sie sichergehen wollen, lassen Sie Vögel und Nager wie Kaninchen, Meerschweinchen, Frettchen, Hamster oder Ratten von anderen Familienmitgliedern pflegen, weil sie häufiger bestimmte Viren übertragen. Ebenfalls eher nicht selbst pflegen sollten Sie Reptilien und Amphibien wie Schlangen, Bart-Agamen, Wasser- und Landschildkröten, Leguane, Chamäleons oder Geckos. Hier besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Salmonellen zu infizieren.

Die gefürchtete Toxoplasmose wird von Katzen einmal in ihrem Leben (danach sind sie immun) oder durch rohes Fleisch übertragen. In Deutschland geht man davon aus, dass rund 50 Prozent aller Einwohner schon einmal Kontakt mit diesem Erreger hatten. Die dabei gebildeten Antikörper schützen Ihr Ungeborenes sicher vor einer Infektion. Haben Sie noch keine Antikörper gebildet (Bluttest machen), so sollten Sie den Kontakt mit Katzenkot unbedingt vermeiden. Allerdings wird der Kot erst 2 Tage nach dem Absetzen infektiös. Auch im Garten können Sie sich daher infizieren, also die Gartenarbeit während der Schwangerschaft anderen überlassen oder unbedingt Handschuhe tragen.

Sport während der Schwangerschaft ist nicht nur möglich, sondern auch gut für Ihrer beider Gesundheit – wenn Sie ein paar einfache Regeln beherzigen: Streben Sie keine sportlichen Höchstleistungen an und hören Sie bei Schwindel- oder Schwächeanfällen, Kopf- oder Unterleibsschmerzen sowie Atemnot sofort auf. Halten die Beschwerden an, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Haben Sie schon einmal eine Fehl- oder Frühgeburt gehabt, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt, was Sie sich jetzt zumuten können.

Ideale Sportarten...

...sind jetzt Walken (d.h. zügiges Gehen), Schwimmen (nicht Tauchen), (Wasser-)Gymnastik und Yoga. Auch Radfahren ist geeignet, aber vielleicht müssen Sie einen breiteren Sattel montieren lassen. Beim Joggen sollten Sie Ihr Training langsamer und vorsichtiger angehen.  Beachten Sie auch, dass sich aufgrund der Hormonumstellung Ihre Gelenke lockern und so die Gefahr einer Überdehnung steigt.

Nicht so geeignet...

...sind alpines Skifahren und Inlineskaten wegen der Sturzgefahr. Auch die Erschütterungen und abrupten Richtungswechsel beim Reiten, Tennis und Squash und anderen Ballsportarten sowie die hochgradigen Streckbewegungen beim Surfen und Geräteturnen sind nicht gut für Sie und Ihr Baby.

Wenn Sie noch einen Urlaub ohne Kind planen, dann ist im Allgemeinen die Zeit vom fünften bis zum siebten Schwangerschaftsmonat am besten geeignet. Übelkeit und Müdigkeit des ersten Schwangerschaftsdrittels haben Sie dann meist überstanden, aber Sie sind auch noch nicht durch den wachsenden Bauch zu stark eingeschränkt. Statistisch gesehen ist jetzt auch die Gefahr einer Fehl- bzw. Frühgeburt am geringsten.

Reiseziele

Sie sollten als Schwangere allerdings besonderen Wert auf einen erholsamen Urlaub legen. Von einem anstrengenden Abenteuerurlaub, einem extremen Klimawechsel oder von Reisen in Gegenden mit schlechter Gesundheitsversorgung oder höherer Infektionsgefahr ist abzuraten. So sind beispielsweise einige der für Fernreisen empfohlenen Impfungen oder Prophylaxemaßnahmen für Schwangere nicht zugelassen. Auch auf die dünnere Luft in über 2000 Meter Höhe reagieren Schwangere oft mit erheblichen Kreislaufproblemen.

Flüge und lange Fahrten

 

Die meisten Fluggesellschaften befördern Schwangere nur etwa bis zur 36. Schwangerschaftswoche, erkundigen Sie sich also lieber rechtzeitig nach eventuellen Einschränkungen. Das Fliegen selbst schadet dem Ungeborenen nicht, auf häufige Flüge sollten Sie aber lieber verzichten.  

Wegen des langen Verharrens in Sitzhaltung sind längere Flugreisen, aber auch längere Autofahrten eine Belastung für Sie als werdende Mutter, beispielsweise wegen der erhöhten Thrombosegefahr. Im Flugzeug also möglichst immer mal wieder umhergehen, bei Autofahrten häufiger Pausen einlegen, eventuell Kompressionsstrümpfe tragen.  

Unsicherheit herrscht häufig wegen des Sicherheitsgurtes: Sie sollten trotz Schwangerschaft den Gurt straff anlegen. Dabei den Schultergurt oberhalb des Bauches zur Schulter führen, den Beckengurt so unter den Bauch legen, dass er auf den Beckenknochen liegt und so wenig wie möglich auf die Fruchtblase drückt. Durch eine möglichst steile Einstellung der Rückenlehne können Sie verhindern, dass der Beckengurt hochrutscht. Selber hinters Lenkrad sollten Sie nur, wenn Sie sich wirklich fit fühlen.

 

Weitere Informationen

Wenn Sie Fragen zu bestimmten Abläufen in unserer Abteilung oder zu speziellen Themen haben, sprechen Sie uns jederzeit an.

Andrea Santer

Chefarztsekretariat
Andrea Santer

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