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„Wer liebt, was er tut, findet immer einen Weg“: Oberärztin Dr. Dr. Mandana Oppat über Führung in Teilzeit

Dr. Dr. Mandana Oppat ist Oberärztin für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Helios St. Josefshospital Uerdingen und leitet das ärztliche MVZ in Krefeld. Im Interview erzählt die Mutter von zwei Töchtern, wie Führung mit einer 60-Prozent-Stelle funktioniert und was sie aus einem Rückschlag zu Beginn ihrer Laufbahn gelernt hat.

06.11.2026 Lesedauer: - Min.
Dr. Dr. Mandana Oppat

Wer in Deutschland Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgin werden möchte, braucht zwei abgeschlossene Studiengänge in Human- und Zahnmedizin und anschließend eine mehrjährige Facharztweiterbildung. Dr. Dr. Mandana Oppat hat diesen Weg mit zwei Promotionen abgeschlossen. Dabei liefen Familie und Facharztweiterbildung bei ihr von Anfang an parallel: Zwei Monate nach der Geburt ihrer ersten Tochter legte sie die Facharztprüfung ab, in der Elternzeit mit der zweiten Tochter schrieb sie ihre zweite Doktorarbeit. Seit sechs Jahren ist sie Oberärztin bei Helios, außerdem leitet sie das ärztliche MVZ in Krefeld. Mit ihrem Mann und den Töchtern Lily und Claire lebt sie in Köln. Ihr Arbeitsumfang hat sich dabei je nach Lebensphase verändert. Vor einem Jahr war sie zeitweise mit 90 Prozent in der Klinik, während ihr Mann sich in Vollzeit um Kinder und Haushalt gekümmert hat. Heute arbeitet sie zu 60 Prozent in dem Beruf, den sie schon immer ausüben wollte.

Bis zur abgeschlossenen Weiterbildung vergehen in Ihrem Fach rund 17 Jahre. Gab es Phasen, in denen Sie an diesem Weg gezweifelt haben? Was hat Sie weitermachen lassen?

An meinem beruflichen Weg selbst habe ich nie gezweifelt, es gab aber durchaus schwierige Phasen. Meine erste Stelle an der Uniklinik Aachen, die ich parallel zum Zweitstudium antrat, war auf zwei Jahre befristet. Nach einem Chefwechsel wurde mein Vertrag nicht verlängert. Das hat mich damals sehr aus der Bahn geworfen. Rückblickend war es jedoch für meine Laufbahn eine wertvolle Erfahrung: Die sieben Monate in der Unfall- und Allgemeinchirurgie in der Eifel haben meinen fachlichen Blick deutlich erweitert, und im Anschluss folgten schöne Jahre in Mönchengladbach. Angetrieben hat mich dabei stets die Leidenschaft für mein Fach. Heute weiß ich: Rückschläge können neue Türen öffnen, und wer liebt, was er tut, findet immer einen Weg, weiterzumachen.

Sie arbeiten in einer 60-Prozent-Stelle und haben zwei Leitungsaufgaben. Was braucht es von Klinik und Team, damit Führung in Teilzeit funktioniert?

Ich arbeite 60 Prozent und habe dafür ein klares Modell gefunden. Meine Klinikzeit ist fest geplant und die restliche Zeit gehört meinen Kindern. Damit Führung in Teilzeit gelingt, braucht es vor allem ein starkes Führungsteam. Damit meine ich Kolleginnen und Kollegen, die Fragen an mich herantragen und organisatorische Aufgaben koordinieren, wenn ich nicht vor Ort bin. Ebenso wichtig sind Flexibilität auf allen Seiten, die Möglichkeit, auch von zu Hause aus zu arbeiten, sowie Mitarbeitende, die sich auf wechselnde Bedürfnisse einstellen. Getragen wird all das von gegenseitiger Wertschätzung, die ich in meinem Team erlebe.

Wie definieren Sie erfolgreiche Führung?

Erfolgreiche Führung bedeutet für mich, ein Umfeld zu gestalten, in dem Prozesse nicht nur ausgeführt, sondern aktiv mitgestaltet werden. Dazu gehört, dass jede und jeder an der richtigen Stelle eingesetzt ist und individuelle Stärken erkannt und gezielt gefördert werden. Als Führungskraft sehe ich mich als Anlaufstelle, wenn es im Ablauf hakt. Besonders gelungen ist Führung aus meiner Sicht dann, wenn Mitarbeitende eigene Lösungen einbringen und wir Abläufe gemeinsam weiterentwickeln.

Welche Strategien oder Prinzipien haben Ihnen geholfen, sich als Führungskraft zu etablieren?

Ich hatte das Glück, während meiner Ausbildung unterschiedliche Lehr- und Führungsstile kennenzulernen. Die Methoden, die mich bereichert haben, habe ich mitgenommen. Ich versuche, die Fähigkeiten der Mitarbeitenden gezielt einzusetzen. Fühlt sich jemand unterfordert, braucht es oft keinen grundlegenden Wechsel. Häufig genügen schon kleine Anpassungen, um neue Motivation zu wecken.

Nur wer sich gehört und gesehen fühlt, kann optimal arbeiten. Wertschätzung ist für mich daher eine Grundlage für gute Zusammenarbeit.

Ich möchte für die Anliegen im Team ansprechbar sein und neue Wege zulassen. Diese Offenheit hilft, Probleme gemeinsam und innovativ zu lösen.