Wenn der Schlag trifft – Jede Sekunde zählt beim Schlaganfall

Wenn der Schlag trifft – Jede Sekunde zählt beim Schlaganfall

Herzberg am Harz

Hängende Mundwinkel, undeutliche Aussprache, Taubheitsgefühle in Armen oder Beinen, Schwindel und extreme Kopfschmerzen – so kündigt sich meist ein Schlaganfall an. Dann zählt jede Sekunde, denn es könnte einer der rund 270.000 Schlaganfälle sein, die in Deutschland jährlich passieren. „Zeit ist Hirn“, fasst Stephan Matzath; Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Kardiologie an der Helios Klinik Herzberg/Osterode, knapp zusammen und bringt die Gefährlichkeit eines nachlässigen Umgangs mit einem solchen Gefäßverschluss auf den Punkt. Wer bei Warnzeichen zögert, ins Krankenhaus zu gehen, der riskiert, dass wichtige Hirnare-ale absterben. Zum bundesweiten „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai ruft er daher auf, die Anzeichen eines Schlaganfalls keinesfalls zu ignorieren.

Bei einem Schlaganfall verstopft meist ein Blutgerinnsel eine Hirnarterie. Dann können die Hirnzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Ohne Sauerstoffversorgung sterben pro Minute circa 1,9 Millionen Nervenzellen ab. Eine möglichst schnelle und spezialisierte medizinische Versorgung ist daher umso wichtiger. Dies geschieht in der Helios Klinik Herzberg/Osterode bereits seit 2020 in einer als „Stroke Unit“ zertifizierten Einheit, in der Schlaganfallpatient:innen durch ein hochspezialisiertes Team behandelt werden. Fachbereichsübergreifend sorgen hier Experten aus Neurologie, Neurochirurgie, Anästhesie und Radiologie für die medizinische Versorgung. Darüber hinaus kümmern sich Pflegekräfte, Ergo- und Physiotherapeuten sowie Logopäden darum, dass Schlaganfallpatient:innen verlorengegangene Bewegungs-, Sprach- und Alltagsfähigkeiten durch eine entsprechende Nachbehandlung wiedererlangen können.

„Wir sind hier in Herzberg bestens dafür ausgestattet schnellstmöglich eine bestmögliche medizinische Versorgung von Schlaganfällen zu gewährleisten. Erschreckend haben wir jedoch festgestellt, dass während der Pandemie deutlich weniger Patient:innen mit dem Verdacht auf einen Schlaganfall zu uns kommen“, berichtet Stephan Matzath. Die Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus überwog oft die Angst vor bleibenden Schäden nach einem unbehandelten Schlaganfall. „Nur wer schnell handelt, kann im Zweifelsfall wichtiges Hirngewebe retten und möglichen Behinderungen entgehen. Achten Sie auf die Anzeichen und rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter der 112, wenn Sie das Gefühl haben: Hier stimmt etwas nicht“, mahnt der Experte. Im Falle eines Schlaganfalles gehe es oft um Leben und Tod. „Je schneller wir den Patienten behandeln können, desto mehr Gehirn können wir bei einem Schlaganfall retten.“

Fachlich bestens versorgt

Die Stroke Unit ist die Spezialstation für die Behandlung von Schlaganfallpatienten. Dort werden Patienten in den ersten 24 bis 72 Stunden nach einem akuten Schlaganfall betreut. Dafür arbeiten Neurologen, Kardiologen und Radiologen sowie speziell geschulte Pflegekräfte eng zusammen, um die Ursachen des Schlaganfalls schnellstmöglich zu ermitteln und eine entsprechende Behandlung einzuleiten. Zum Stations-Team gehören ebenso Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten, die zeitnah mit eingebunden werden und eine Frührehabilitation beginnen.

Üblicherweise bleiben die Patienten etwa zwei bis drei Tage auf der Schlaganfallstation, bevor sie auf die Normalstation verlegt werden können.

Jana Schildknecht

Referentin Unternehmenskommunikation und Marketing

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