Schlafbezogene Atemstörungen

Unter die schlafbezogenen Atemstörungen fällt ein ganzer Formenkreis verschiedener Erkrankungen, die durch Atempausen oder Atemverminderungen mit einhergehenden Sauerstoffentsättigungen und Aufwachreaktionen (Arousals) gekennzeichnet sind.

Eine Atempause wird dabei als Apnoe und eine Atemverminderung als Hypopnoe bezeichnet. Der Begriff Apnoe leitet sich aus dem Griechischen her und heißt übersetzt Windstille. Mehr als zehn solcher Atemereignisse pro Stunde auf die ganze Schlafzeit gemittelt gelten als pathologisch bzw. behandlungsbedürftig. Die Grenzen zur Behandlungsbedürftigkeit sind dabei fließend. So können beispielsweise fünf einminütige Ereignisse pro Stunde für einen Kreislauf belastender sein als 30 zehnsekündige Atempausen/Stunde.

Auch hat sich in neuerer Zeit eine schlafbezogene Atemstörung besonderer Form in der Schlafmedizin etabliert. Es handelt sich um das „Upper Airway resistance Syndrom“ – kurz: UARS. Lautes Schnarchen oder schweres Atmen ohne prominente Sauerstoffentsättigung - mit und ohne häufige Aufwachvorgänge. Den Schlaf unerholsam macht diese Erkrankung durch die Erschöpfung der „Atempumpe“ bzw. die erhöhte Anstrengung durch das schwere Atmen infolge einer Verengung der oberen Atemwege (Hypopharinx) im Schlaf bzw. vermehrtes Aufwachen.

Die therapeutischen Möglichkeiten zur Behandlung der Apnoen sind vielfältig. Als sogenannter Goldstandard ist die Beatmung über eine Nasen- oder Nasen-Mund-Maske gesichert. Durch das durch Überdruck vermittelte „offen halten“ der oberen Atemwege wird eine kontinuierliche Atmung bei der Behandlung der obstruktiven Apnoe gesichert.

Zentrale Atemstörungen haben eine andere Pathopyhsiologie. Ihre Ursache kommt aus einem gestörten Atemantrieb und/oder Verminderung der Pumpleistung des Herzens. Deren Behandlung erfolgt ebenfalls über Nasen oder Mund/Nasen-Maske, jedoch mit anderen Beatmungsmodalitäten.

Der therapeutische Nutzen einer erfolgreichen Behandlung ist groß. Abgesehen von einer deutlichen Verbesserung der subjektiven Befindlichkeit und Leistungsfähigkeit für den Tag wie auch Erholsamkeit des Nachtschlafes kann mit einer mittelfristigen Verbesserung und Stabilisierung des Blutdruckes und morgendlichen Blutzuckerwertes gerechnet werden. Durch die nächtliche Entlastung des Kreislaufs vermindert sich das Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauferkrankungen