Patientenbesuche wieder möglich!
Synergien zwischen Kreisklinikum Siegen und Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg

Synergien zwischen Kreisklinikum Siegen und Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg

Bonn

Gemeinsames Emphysem-Board gewährleistet überregionale Patientenversorgung

Schätzungsweise eine Million Menschen sind in Deutschland von einem Lungenemphysem betroffen. Vor allem bei Rauchern über dem 50. Lebensjahr ist die chronische Erkrankung, die meist als Folge einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD, auftritt, weit verbreitet. Um die Versorgung von Patienten, die an einem Lungenemphysem leiden, auch überregional zusätzlich zu optimieren, besteht seit Anfang 2021 eine Kooperation zwischen dem Kreisklinikum Siegen und dem Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg im Rahmen eines gemeinsamen Emphysem-Boards. „Durch die Zusammenarbeit der zwei hochspezialisierten Lungenkliniken entstehen Synergien, die eine optimale Versorgung von Patienten sicherstellt“, betont Dr. Jörg Hinrichs, Chefarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Kreisklinikum Siegen. 

Eine ausführliche Beratung und Voruntersuchung Betroffener als auch der interdisziplinäre Dialog mit den Experten im Emphysem-Board ist extrem wichtig, um für jeden Patienten individuell das optimale Verfahren festzulegen.

PD Dr. Philippe N ´ Guessan, Chefarzt der Pneumologie, Kardiologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg.

Bei einem Lungenemphysem sind die Lungenbläschen, die sogenannten Alveolen, an denen ein Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid stattfindet, zum Teil zerstört oder überdehnt, sodass ihre innere Oberfläche verkleinert wird, während sich gleichzeitig der Platz, den die Lunge im Oberkörper einnimmt, vergrößert. Die Folge: Die Atmung ist bei Betroffenen stark erschwert. Ein kleiner Teil der Patienten kommt jedoch für eine spezielle Behandlung, eine sogenannte Lungenvolumenreduktionstherapie, in Frage. Diese Behandlung ist relativ risikoarm und wird typischerweise im Rahmen einer Lungenspiegelung durchgeführt. Die Therapie verkleinert die zuvor stark überblähte Lunge, und ermöglicht somit wieder ein besseres Atmen.

„Das Ziel der Behandlung ist eine Verbesserung der Lebensqualität und Verminderung von Luftnot. Im besten Fall kann sich die Leistungsfähigkeit deutlich erhöhen. Aber bei starker Atemnot kann auch eine “geringe“ Verbesserung zu einer erhöhten Lebensqualität führen“, erklärt Paul Fiedler, Leitender Oberarzt der Klinik für Pneumologie, Schlaf- und Beatmungsmedizin am Kreisklinikum Siegen, und PD Dr. N ´ Guessan ergänzt: „In schwersten Fällen von Lungenemphysemen besteht zudem die Möglichkeit von speziellen bronchoskopischen oder operativen Maßnahmen, die die Aufblähung der Lunge reduziert.“

Als Auftakt der Kooperation und um sich persönlich kennenzulernen, waren nun Dr. Nikola Anselm, Leitender Oberarzt, und seine Kollegin, Funktionsoberärztin Dr. Christiana Wolf, aus dem Helios Klinikum Bonn/Rhein-Sieg bei einer endoskopischen Volumenreduktion der Lunge vor Ort in Siegen. „Um die für ein Lungenemphysem typische Überblähung der Lunge zu mindern, werden bei der endoskopischen Volumenreduktion kleine Ventile in die Lunge eingebracht, die dazu führen, dass sich der kränkste Teil der Lungen zusammenzieht und die noch gesündere Lunge mehr Platz zum Atmen bekommt“, erklärt Paul Fiedler das circa 20minütige endoskopische Verfahren.

Eine Anmeldung von Patienten mit schwerem Emphysem ist in der Volumenreduktions-Sprechstunde beider Standorte jederzeit möglich.

Siegen: Tel. 0271-705-601313          /           Bonn: Tel. 0228 6481-11302