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Was ist Trauer?

Was ist Trauer?

Trauern heißt so vieles. Gefühle wie Verlassensein, Leere, aber auch Schuldgefühle, Wut und Zorn kommen auf. Häufig entsteht ein Gefühlschaos, das bei jedem unterschiedlich ist.

Auch Säuglinge, Kleinkinder und Kinder nehmen den Tod eines nahestehenden Menschen wahr und reagieren darauf. Sie spüren die Abwesenheit der nahen Bezugsperson und erleben die Veränderungen in ihrem Umfeld. Häufige Reaktionen sind weinen, schreien, Aggressivität und Wutausbrüche, Angst, Anhänglichkeit, Rückzug und Verweigerung, somatische Erscheinungen wie Schlafstörungen, Bettnässen, Veränderungen im Essverhalten, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen und vieles mehr.

Der kindliche Trauerprozess

Im kindlichen Trauerprozess wechseln die Stimmungslagen plötzlich und häufig. So wirken Kinder gerade noch tief betrübt und in wenigen Minuten stecken sie schon wieder voller Tatendrang und Lebenslust. Aber auch hohe Anpassungsfähigkeit und vermeintliche Unauffälligkeit sollte nicht zu dem Trugschluss führen, dass diese Kinder nicht trauern. Die Art und Weise wie sie reagieren hängt in hohem Maße vom Entwicklungsstand und damit einhergehend von ihrem Todesverständnis ab.

Kinder sind in besonderer Weise auf ihre erwachsenen Bezugspersonen angewiesen die die Stabilität und Kontinuität in ihrem täglichen Tagesablauf bieten und sichern.

Trau Dich Trauern ermutigt dazu sich mit den Kindern gemeinsam auf den Trauerprozess einzulassen. So kann im Laufe der Zeit den Erlebnissen in Zusammenhang mit dem Tod eines nahestehenden Menschen ein Platz im Leben der Kinder eingeräumt werden.

Für Jugendliche beginnt im Alter von ca. 12 Jahren eine Phase der Veränderung. Neben der körperlichen Entwicklung verstärkt sich für Mädchen und Jungen die Suche nach der eigenen Identität. Der Übergang vom Kind zum Erwachsenen geht häufig mit ambivalenten Gefühlen einher. Jugendliche wollen ihren eigenen Weg gehen und sich aus dem Elternhaus lösen. Gleichzeitig ist das Bedürfnis nach Orientierung, Schutz und Geborgenheit groß. Für erwachsene Bezugspersonen ist es in dieser Phase oft nicht leicht, Stimmungsschwankungen und Veränderungen im Verhalten der Jugendlichen auszuhalten und sie entsprechend zu begleiten.

Der jugendliche Trauerprozess

Wenn Jugendliche in diesem Gefühlschaos einen nahestehenden Menschen verlieren, erleben sie zusätzlich die nicht selten verwirrenden Gefühle der Trauer. Oft reagieren Jugendliche auch in der Trauer ambivalent und heftig. Laute Musik hören, sich ins Bett vergraben, Türen knallen, sich isolieren oder auch vermehrt das Haus verlassen und sich mit Freunden treffen, können Äußerungen ihrer Trauer sein. Manchmal verstecken Jugendliche ihre Trauer gegenüber Erwachsenen und suchen stattdessen eher Gespräche im Freundeskreis.

Auch ein in der früheren Kindheit erlebter Tod kann in der Pubertät im Zusammenhang mit der Suche nach dem Sinn des eigenen Lebens noch einmal eine neue Bedeutung erlangen und wieder zum wichtigen Thema werden.

Trau Dich Trauern bietet Jugendlichen Begleitung in Einzelberatung oder in Gruppen mit Gleichaltrigen an. Gleichzeitig unterstützt Trau Dich Trauern erwachsene Hauptbezugspersonen, sich mit Jugendlichen auf den Trauerprozess einzulassen.

Wenn ein nahe stehender Mensch stirbt, trauern Erwachsene und reagieren auf ihre jeweils eigene Art mit unterschiedlichsten Gefühlen auf den Verlust. Eine besondere Herausforderung sind in dieser Situation eigene Kinder, die ebenfalls trauern. Erwachsene wollen ihren Kindern helfen, mit der Trauer und der neuen Lebenssituation umzugehen. Sie wissen, dass ihre Kinder jetzt besonders auf sie angewiesen sind und Liebe und Unterstützung, verlässliche Beziehungen, Stabilität und Kontinuität in ihrem Tagesablauf brauchen.

Beratung und Unterstützung

Schwerpunkte sind einerseits die Begleitung im eigenen Trauerprozess und andererseits der Umgang mit trauernden Kindern und Jugendlichen. Auch wenn Erwachsene z.B. als Pflegeeltern selbst nicht direkt vom Verlust betroffen sind, kann eine Unterstützung hinsichtlich der trauernden Kinder und Jugendlichen hilfreich sein.

Bilderbücher

Marianne denkt an ihre Großmutter
Bettina Egger
Zürich: Bohem Press, 1986
Ein künstlerisch, stilles Bilderbuch von der Begegnung eines Kindes mit dem Tod der Großmutter und der tröstlichen Erfahrung einer lebendigen Erinnerung.

Ein Himmel für den kleinen Bären
Dolf Verroen/Wolf Erlbruch
Hansa Verlag 2003, 12,90 €
Nach dem Tod seines Großvaters findet der kleine Bär Trost und den „Bärenhimmel“ auf Erden in der Liebe und Geborgenheit seiner Eltern und die Freude am Leben wieder. Ein schönes und tröstliches Bilderbuch für Kinder, die um ihre Großeltern trauern, aber ungeeignet für Kinder in Trauer um ein Elternteil oder ein Geschwister.

Oma, liebe Oma
Lese- und Vorlesebuch von Sophie Brandes
Edition Bücherbär (1997), 54 Seiten
Zweimal die Woche passt Oma Lilly auf Bea auf, Bea freut sich auf diese Abende. Als Oma Lilly einen Schlaganfall bekommt und Bea sie schließlich im Krankenhaus besuchen darf, erkennt Bea ihre Oma nicht wieder. Die Oma stirbt. Nur langsam begreift Bea, dass sie vergeblich auf ihre Rückkehr wartet. Aus den knappen Erklärungen der Erwachsenen entwickelt Bea eine tröstliche Vorstellung von einem Leben nach dem Tod.

Fall um!
Abschied von Rune
Der rote Faden
Auf Wiedersehen, Oma
Adieu, Herr Muffin
Felix
Großmutter
Hat Opa einen Anzug an?
Das Licht in den Blättern
Klingt meine Linde
Liplaps Wunsch (Wie Großmutter sich in einen Stern verwandelte)
Ophelias Schattentheater
Die Reise nach Ugri-La-Brek
Still, ich denke an das Huhn
Schwanenwinter
"Was ist das?" fragt der Frosch
Ich hab Dich so lieb


Kinderbücher von 4-9 Jahren

Opas Engel
Pisch-Marie
Kevin Kanin oder Als es dunkel wurde am Lohewald
Wenn ich nicht mehr bei dir bin, bleibt dir unser Stern
Kleiner Mann des Lichts - Fast eine Indianergeschichte
Kannst du pfeifen, Johanna?
Wo ist Mia?
Roberts alter Freund - Eine Geschichte von Freundschaft und Abschiednehmen
Matti und der Großvater
Indianerjunge Kleiner Mond


Kinderbücher von 10-12

Geisterbotschaft (Kindererzählung)
Cybermama - die sensationelle Reise in die Welt des Internet
Das Adoptivzimmer
Dystopia - Love At Last Sight
Mit Kindern redet ja keiner
Oma und ich - eine Kindergeschichte
Ich muss dir etwas Trauriges erzählen
Ein Baum für Mama
Servus Opa, sagte ich leise
Am anderen Ufer des Flusses
Maries Geheimnis
Ich brauch dich doch noch, Papa!
Alter John
Jakob hinter der blauen Tür
Oma
... und dann kam Joselle
Starker-Sohn und Schwester
Gespensterschatten
Brüder wie Freunde
Erzähl mir von Oma
Ein selbstgemachter Sommer
Die Brüder Löwenherz
Sommer, letztes Jahr
Wenn Oma plötzlich fehlt
Wenn die Möwe wieder fliegt
Birgit
Rote Kirschen
Die wundersame Reise der kleinen Sofie
Ama taram, Allis und Ann
Es geschah an einem Sonntag
Mein Bruder ist immer noch mein Bruder
Die Nacht der weißen Katze
Mattis Omasommer
Max, mein Bruder
Jugendbücher ab 13 Jahren
Ganesh oder eine neue Welt
Ein Garten so groß wie die Welt
Ein Jahr wie ein Leben
Abschied von Sheila
Tanz auf meinem Grab
Einschnitte
Das Jahr ohne Pit
Aus dem Dunkel
Als Laura nicht mehr bei uns war
Jetzt sterbe ich gerne
Die Sache mit Christoph
Im Bann der Erinnerung
Gestorben wird morgen
Du fehlst mir, du fehlst mir!
Der gespiegelte Mond
Herzschlagen
Wenn Kevin bleibt ...
Stolperschritte
Das Jahr mit Anne
Auf immer, May
Mädchen sterben doch nicht
Zu Hause ist woanders
Die Augen von Ana Marta
Eine Begonie für Miss Applebaum
Eine Hand zum Anfassen


Bücher für Eltern und andere Erzieher

Auf der Suche nach den Regenbogentränen. Heilsamer Umgang mit Abschied und Trennung
Da war es auf einmal so still. Vom Tod und Abschiednehmen
Es wird alles wieder gut, aber nie mehr wie vorher
Mit Kindern über den Tod sprechen
Kinder in ihrer Trauer begleiten
Kinder und Tod
Papa, was ist der Tod - Ein Kind fragt nach dem Leben
Tod und Sterben Kindern erklärt