Wie vielfältig die Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der Region sind, zeigte die Demenzmesse an der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt. Zahlreiche Einrichtungen, Beratungsstellen, Pflegeanbieter, Selbsthilfegruppen und Fachbereiche aus dem Gesundheits- und Sozialwesen kamen zusammen, um über ihre Angebote zu informieren und den persönlichen Austausch zu ermöglichen.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Demenzbeauftragten der Klinik, Steven Piper und Petra Voigt. Sie hatten zahlreiche regionale Partner und Aussteller zusammengebracht und ein abwechslungsreiches Informations- und Vortragsprogramm organisiert. Dabei wurde deutlich, wie wichtig die Vernetzung der unterschiedlichen Angebote für Betroffene und Angehörige ist.
Auch Verwaltungsleiterin Franziska Dräger würdigte das Engagement und die Organisation der beiden Demenzbeauftragten. „Die sehr gute Resonanz auf die Veranstaltung habt gezeigt, wie groß der Bedarf an Information, Beratung und Austausch rund um das Thema Demenz ist“, betont sie.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf praktischen Hilfen für den Alltag. Am Stand der Geriatrie konnten Besucherinnen und Besucher Koordinations- und Greifübungen, Gedächtnis- und Legespiele sowie Materialien aus der Gruppentherapie kennenlernen. Verschiedene Alltagshilfen wie Greifhilfen und Verdickungsstäbe für Besteck zeigten, wie Selbstständigkeit im Alltag unterstützt werden kann. Mit Gewichtsmanschetten konnten Interessierte außerdem nachempfinden, wie sich körperliche Einschränkungen und schwere Gelenke auf alltägliche Bewegungen auswirken. Auch der Einsatz von Gerüchen zur Aktivierung von Erinnerungen wurde vorgestellt. Für Angehörige standen Handzettel mit praktischen Informationen und Anregungen für den Alltag bereit.
Die Aussteller informierten über ein breites Spektrum an Angeboten: von Pflege, Tagespflege und Betreuung über Beratung und Selbsthilfe bis hin zu medizinischer Versorgung und Rehabilitation. Themen wie Pflegegrad, Schwerbehindertenausweis, Pflegeleistungen, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung wurden ebenso aufgegriffen wie die Suche nach geeigneten Pflege- und Unterstützungsangeboten.
Auch die Hospiz- und Palliativversorgung war ein wichtiger Bestandteil der Messe. Informiert wurde über die Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen sowie über die Unterstützung von Angehörigen. Dabei wurde deutlich, dass medizinische und psychosoziale Angebote ineinandergreifen und gemeinsam dazu beitragen können, Menschen möglichst lange selbstbestimmt und beschwerdearm in ihrer vertrauten Umgebung zu begleiten.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Ernährung im Alter. Dabei ging es unter anderem um Schluckstörungen, Verdauung, Fingerfood sowie darum, Freude und Genuss beim Essen zu erhalten und gleichzeitig eine ausreichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen sicherzustellen.
Anschaulich wurden auch Möglichkeiten der Beschäftigung und Erinnerungsarbeit dargestellt. Ein mit alten Landkarten, Postkarten, Büchern und Musik bestückter Koffer zeigte beispielsweise, wie vertraute Gegenstände und biografische Erinnerungen in die Betreuung von Menschen mit Demenz einbezogen werden können. Ein Demenzsimulator machte zudem erfahrbar, welchen Herausforderungen Menschen mit Demenz im Alltag begegnen können.
Auch Hilfsmittel für Mobilität und Selbstständigkeit wurden vorgestellt. Besucherinnen und Besucher konnten sich über unterschiedliche Rollatoren, elektrische Mobilitätshilfen und weitere praktische Unterstützungsmöglichkeiten informieren.
Ergänzt wurde die Messe durch ein vielseitiges Fachvortragsprogramm. Den Auftakt bildete der Vortrag „Demenz in der Notaufnahme – Besonderheiten der Erstversorgung“, gefolgt von „Anästhesie und Narkose bei älteren Menschen“. Weitere Themen waren „Delir beim Krankenhausaufenthalt – was Angehörige tun können“ sowie die „Geriatrische Weiterbehandlung nach einer Akutbehandlung“. Damit wurden wichtige Fragen von der ersten medizinischen Versorgung über den Krankenhausaufenthalt bis hin zur weiteren Behandlung und Betreuung aufgegriffen.
Die Bedeutung der regionalen Vernetzung unterstrich auch Sarah-Katharina Siebenborn, Netzwerkkoordinatorin des Regionalen Hospiz- und Palliativnetzwerks im Landkreis Helmstedt: „Grundsätzlich gibt es sehr, sehr viele Angebote im Landkreis, doch die Angehörigen müssen diese natürlich auch kennen.“ Das Netzwerk verfügt inzwischen über 52 Kooperationspartner.
Die Demenzmesse bot damit nicht nur Informationen, sondern vor allem die Möglichkeit, Ansprechpartner persönlich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und konkrete Unterstützungsmöglichkeiten zu entdecken. Die große Resonanz zeigte: Vernetzung, Information und persönliche Beratung sind wichtige Bausteine, um Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in der Region zu unterstützen.
Foto: v.l. Aline Prasse, Pflegedirektorin, Petra Voigt, Demenzbeauftragte, Franziska Dräger, Verwaltungsleitung, Steven Piper, Demenzbeauftragter