Akute Brustschmerzen können viele Ursachen haben – manche davon sind lebensbedrohlich. In der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt sorgt die zertifizierte Chest Pain Unit (CPU) für eine schnelle und strukturierte Abklärung. Jetzt wurde die CPU durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DKK) erfolgreich rezertifiziert. Die erneute Auszeichnung bestätigt die hohen Qualitätsstandards und die eingespielten Abläufe bei der Versorgung kardiologischer Notfälle.
„Bei Brustschmerzen zählt vor allem eines: keine Zeit zu verlieren. Unsere Strukturen ermöglichen eine schnelle Diagnostik und eine unmittelbare Weiterbehandlung, wenn sich der Verdacht auf einen Herzinfarkt oder eine andere akute Herzerkrankung bestätigt“, erläutert Dr. Ulrich Bitz, Chefarzt der Notaufnahme.
Die CPU ist eng an Notaufnahme, Kardiologie, Herzkatheterlabor und Intensivmedizin angebunden. So können Untersuchungen und notwendige Therapien ohne unnötige Verzögerungen erfolgen. Die Einheit verfügt unter anderem über kontinuierliche Überwachung, moderne Ultraschalldiagnostik und eine unmittelbare Nähe zum Herzkatheterlabor.
Die Rezertifizierung fällt in eine Phase, in der die Kardiologie ihr Behandlungsspektrum deutlich erweitert hat. Mehr als 1.400 Herzkatheteruntersuchungen und -interventionen werden inzwischen jährlich durchgeführt. Rund 99 Prozent der Eingriffe erfolgen über die Arterie am Handgelenk. Bei geeigneten Patientinnen und Patienten ist nach einer unkomplizierten Stentimplantation und entsprechender Überwachung auch eine Entlassung am selben Tag möglich.
„Die erfolgreiche Rezertifizierung unserer CPU ist ein wichtiger Qualitätsnachweis. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung der vergangenen Jahre, wie sich unsere kardiologischen Möglichkeiten erweitert haben. Wir können heute auch komplexe interventionelle Eingriffe wohnortnah anbieten“, so Islam Abu Dabat, kommissarischer Leiter der Kardiologie und Elektrophysiologie.
Dazu gehören unter anderem die mechanische Kreislaufunterstützung mit der Impella-Pumpe bei ausgewählten Hochrisikoeingriffen sowie die mechanische Thrombektomie bei ausgewählten Lungenarterienembolien. Dabei kann das Blutgerinnsel kathetergestützt direkt entfernt werden. Auch moderne Verfahren wie intravaskulärer Ultraschall, Druckdrahtmessungen sowie spezielle Techniken bei stark verkalkten oder chronisch verschlossenen Gefäßen gehören zum interventionellen Spektrum.
„Für die Menschen in der Region bedeutet diese Entwicklung kurze Wege zu einer spezialisierten Versorgung. Die Rezertifizierung der Chest Pain Unit und der Ausbau der Kardiologie stehen dabei für unser gemeinsames Ziel: hohe Qualität, moderne Medizin und Sicherheit für unsere Patientinnen und Patienten“, betont Franziska Dräger, Verwaltungsleitung der Helios St. Marienberg Klinik Helmstedt.
Foto: v.l. Dr. Ulrich Bitz, Chefarzt Notaufnahme, Islam Abu Dabat, Kommissarische Leitung Kardiologie und Elektrophysiologie