Hanseklinikum stellt Hebammensystem um
Pressemitteilung
Bessere Versorgung für werdende Mütter

Hanseklinikum stellt Hebammensystem um

Stralsund

Das Helios Hanseklinikum Stralsund setzt seit September bei der Geburtshilfe auf Beleghebammen. Zunächst gewährleisten sieben Beleghebammen eine enge Betreuung der Schwangeren. Weitere sollen folgen. Grund für die Umstellung ist der zunehmende Fachkräftemangel und die gewünschte Verbesserung der Betreuungsqualität.

Der Hebammenberuf gehört wahrscheinlich zu einem der schönsten in Deutschland, doch die Geburtskliniken haben vermehrt Probleme, Personal zu finden. Mehrere Kliniken mussten bereits ihre Kreißsäle schließen. „Soweit wollen wir es nicht kommen lassen“, sagt der Geschäftsführer des Helios Hanseklinikum Stralsund, Torge Koop. „Stralsund braucht eine Geburtenstation. Um diese langfristig aufrechtzuerhalten, müssen wir neue Wege gehen.“

Das Klinikum hat am 1. September von festangestellten Hebammen auf Beleghebammen im 12-Stunden-Schichtsystem umgestellt. Durch das neue Modell soll im Kreißsaal eine bessere Versorgung bis hin zur Einzelbetreuung gewährleistet sein. „Die Frauen profitieren zudem von einer gesteigerten Betreuungskontinuität. Eine Geburt ist nicht in ein paar Minuten erledigt. Je seltener das Personal wechselt, desto entspannter sind die werdenden Mütter“, erklärt Franziska Roessler, ehemalige festangestellte Hebamme und nun eine der sieben Beleghebammen.

Neben der Betreuung im Kreißsaal arbeitet mindestens eine Hebamme in Rufbereitschaft, sodass immer maximal zwei Frauen von einer Hebamme betreut werden können. „So decken wir selbst mehrere Spontangeburten problemlos ab“, sagt Roessler. Die Beleghebammen übernehmen ebenfalls die Wochenbettvisiten im Krankenhaus. „Das ist sowohl für die Klinik als auch für die frischgebackenen Mütter ein großer Zugewinn. Bislang haben die Schwestern den Teil der frühen Wochenbettbetreuung übernommen. Sie können sich nun über Unterstützung freuen“, sagt Wiebke Duwe, Oberärztin in der Geburtshilfe.

Großes Engagement, große Belastung

Zwischen 900 und 950 Kinder werden jährlich in Stralsund geboren. Damit betreibt das Hanseklinikum eine der größten Geburtskliniken in Mecklenburg-Vorpommern. „Doch wir hätten den Betrieb im Kreißsaal kaum aufrechterhalten können“, gibt Koop offen zu. „In den vergangenen Jahren hatten wir immer wieder Schwierigkeiten, die Dienste abzudecken. Es gab Situationen, in denen wir am Rande zur Schließung standen. Es ist dem Hebammenteam zu verdanken, dass der Kreißsaal am Laufen blieb. Sie sind immer wieder aus dem Frei gekommen, haben Urlaube abgebrochen und die Schichten verlängert. Das Engagement war groß, doch die Belastung ebenso; eine unbefriedigende Situation für alle Beteiligten.“ Die Umstellung des Hebammensystems wurde über viele Monate diskutiert und nach Alternativen gesucht. Es sei kein einfacher, aber letztlich notwendiger Schritt für die Zukunft des Kreißsaals gewesen, erklärt Koop.

Die Beleghebammen setzen sich aus einem Großteil der ehemaligen festangestellten Hebammen zusammen. „Wir haben uns den Systemwechsel selbst gewünscht, um einerseits die Versorgung und andererseits die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern“, erklärt Roessler.

Zulauf erwünscht

Die Beleghebammen planen, sich zeitnah in einer Hebammengesellschaft zu organisieren. Der Name ist bereits gefunden: Hebammenanker am Sund. Da das Beleghebammensystem in Stralsund gerade erst Fahrt aufnimmt, ist weiterer Zulauf gewünscht. „Unser Ziel ist es, irgendwann eine ständige 1zu1-Betreuung gewährleisten zu können“, sagt Franziska Roessler. Für den Nachwuchs sorgt auch das Klinikum. Die Ausbildung der Hebammenschülerinnen wurde im September von zwei auf drei Frauen aufgestockt. Die praktischen Lerninhalte vermitteln die Beleghebammen, die theoretischen erhalten die Schülerinnen in der Berufsschule.

Über Helios

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit rund 100.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland und in Spanien (Quirónsalud). Rund 17 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2017 erzielte das Unternehmen in beiden Ländern einen Gesamtumsatz von 8,7 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 87 Kliniken, 89 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), und zehn Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon vier Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland mehr als 66.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 6,1 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt in Spanien 45 Kliniken, 55 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für Betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 11,6 Millionen Patienten behandelt, davon 11,2 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt mehr als 32.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2017 einen Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Helios Deutschland und Spanien gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

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Mathias Bonatz

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