Zehn Tipps für Gartenarbeit ohne Rückenschmerzen
Pressemitteilung
Tag des Gartens am 12. Juni

Zehn Tipps für Gartenarbeit ohne Rückenschmerzen

München

Blumen gießen, Unkraut jäten, Beete harken – die meisten Arbeiten im Garten beanspruchen den Rücken. Viele Hobbygärtner klagen über Rückenbeschwerden und Verspannungen. Zum Tag des Gartens am Sonntag, 12. Juni, erklärt Orthopädie-Chefarzt Martin Thaler vom Helios Klinikum München West, wie rückenschonendes Arbeiten im Garten gelingt

Bereits seit 1984 findet immer am zweiten Sonntag im Juni der Tag des Gartens statt. Insbesondere jetzt sind viele Hobbygärtner in ihren Gärten aktiv und verüben viele gleich- und ungleichmäßige Bewegungen.

Bei der Gartenarbeit werden nahezu alle Muskelgruppen des Stütz- und Bewegungsapparates beansprucht. Der Rücken verrichtet dabei regelrechte Schwerstarbeit.

Assoz. Prof. Dr. Martin Thaler, Chefarzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Endoprothetikzentrums am Helios Klinikum München West

„Allein beim Umgraben wirken immense Kräfte auf die Muskulatur, Wirbelsäule, Sehnen und Bandscheiben. Die Folge sind oft ermüdungs- und andere belastungsbedingte Verspannungen oder sogar Verletzungen, die nicht unbedingt sein müssen.“ Damit die Arbeit im Garten zur Freude und nicht zur Last wird, rät der Experte, langsam zu starten und das Arbeitspensum stetig zu steigern – wie beim Sport. „In der Ruhe liegt die Kraft. Schließlich läuft man ja auch keine 100 Meter in Bestzeit ohne kontinuierlich gesteigertes Training“, erklärt Thaler.

Auf ergonomische Gartengeräte achten

Weitere Zusammenhänge zum Sport stellt der Chefarzt in Bezug auf die Technik und das Material her: „Bei der Gartenarbeit kommen oft technische Hilfsmittel wie Spaten oder Harke zum Einsatz. Der Spaten ist ein Arbeitsgerät, bei dem über einen Hebel Erde auf dem Spatenblatt bewegt wird. Arm, Schulter, Rücken bis hin zum Hüftgelenk verlängern durch die Körpereinwirkung den Hebel bei jedem Spatenstich um ein Vielfaches.“ Anders verhält es sich beim Harken. Hier sei es eher eine Zugbewegung, die im Vergleich zum Graben wenig Kraft erfordere: „Jede Tätigkeit im Garten sollte mit einer entsprechenden kraft- und ausdauereffizienten, vor allem aber rücken-, gelenks- und muskulaturschonenden Technik ausgeübt werden.“ Dazu gebe es ergonomische Gartengeräte. „Beim Kauf und vor dem Einsatz von Gartengerätschaften sollte man sich am besten im Gartencenter beraten lassen“, empfiehlt Thaler. Und: „Regelmäßige und vor allem ganzjährige körperliche Bewegung beugt zu Beginn der Gartensaison Muskelkater und Rückenbeschwerden vor.“

Expertentipps für rückengesunde Gartenarbeit

  • Wie beim Sport, sollte man sich auch vor der Gartenarbeit ausreichend aufwärmen: Mit dem richtigen Warm-up der Muskulatur und entsprechenden Dehnübungen vermindern Sie die Gefahr von Verspannungen, Zerrungen oder Muskelkater.
  • Kaufen Sie ergonomische Gartengeräte und Werkzeuge.
  • Teilen Sie sich Ihre Arbeit gut ein und vermeiden Sie einseitige Belastungen.
  • Bei bereits bestehenden Knieverletzungen können Hochbeete die Arbeit erleichtern und die Knie entlasten.
  • Stellen Sie Blumenkübel von vornherein auf sogenannte Rollwagen, um im Herbst oder Frühling schweres Heben zu vermeiden.
  • Tragen Sie angemessene Kleidung: Ein verschwitzter Rücken kann schnell auskühlen und zu Verspannungen führen.
  • Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen.
  • Kaufen Sie beispielsweise Dünger in kleineren Packungsgrößen.
  • Machen Sie öfter mal eine Pause und genießen die Natur.
  • Vermeiden Sie das Heben und Tragen von zu schweren Gegenständen.

Diese einfachen Tipps von Orthopädie-Chefarzt Martin Thaler helfen, Rückenschmerzen durch Gartenarbeit zu vermeiden.

Gartenarbeit mit künstlichem Knie- oder Hüftgelenk

Die Gartenarbeit ist übrigens auch mit einem künstlichen Knie- oder Hüftgelenk möglich, betont Thaler, der am Pasinger Helios Klinikum auch das Endoprothetikzentrum leitet: „Knien oder Hocken mit einem künstlichen Gelenk sind kein Problem. Bei Anwendung der neuesten Operationstechniken sind auch stärker belastende Tätigkeiten wie Umgraben möglich.“ Bei Arbeiten am Boden könne es zudem helfen, beim Knien ein Kissen oder eine andere Unterlage zu verwenden.

Telefonaktionen des Endoprothetikzentrums München West am 21. Juni und 5. Juli

Weitere Fragen rund um Hüft- und Knieprothesen beantwortet der Chefarzt im Juni und Juli bei zwei Telefonaktionen. Am Dienstag, 21. Juni, informiert er zum Hüftgelenkersatz, zwei Wochen später, am Dienstag, 5. Juli, rund um künstliche Kniegelenke. Erreichbar ist Professor Thaler jeweils von 10 bis 16 Uhr unter der Rufnummer (089) 8892-21111.

Pressekontakt

Marten Deseyve

Pressesprecher | Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing
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