"Go red for Women Day" erinnert an Herzgesundheit von Frauen
Schwerpunktthema
Herzgesundheit von Frauen stärken

"Go red for Women Day" erinnert an Herzgesundheit von Frauen

München

Am 01. Februar ist internationaler „Go Red For Women Day“. An diesem Tag tragen Menschen aus aller Welt rote Kleidung, um das Bewusstsein für Herzkrankheiten bei Frauen zu erhöhen. Denn Herzkrankheiten zählen zu den häufigsten Todesursachen bei Frauen. Warum das so ist und wie Frauen am besten vorsorgen können, erklärt Prof. Dr. Christopher Reithmann, Kardiologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Helios Klinikum München West.

Frauen sind für bestimmte Herzkrankheiten anfälliger als Männer. Schlagen Frauenherzen anders?

Aufbau und Wirkungsweise sind grundsätzlich gleich. In anatomischer Hinsicht sind Frauenherzen im Durchschnitt etwas kleiner und haben ein geringeres Volumen. Sie sind zudem weniger elastisch. Bei gesunden Menschen ist das kein Problem, bei bestimmten Krankheiten wie Bluthochdruck oder Herzschwäche spielt das jedoch eine Rolle. Frauen sind zudem anfälliger für hormonelle Schwankungen. Nach der Menopause steigt das Risiko einer Herz-Kreislauf-Krankheit, weil die weiblichen Hormone das Herz nicht mehr vor Verkalkungen und Ablagerungen schützen.

Für welche Herzkrankheiten ist das Risiko erhöht?

Frauen sterben im Durchschnitt häufiger als Männer an Herzkrankheiten. Insbesondere bei Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen und Herzklappenkrankheiten liegt die Sterblichkeit deutlich höher.

Woran liegt das?

Viele Frauen bringen ihre Beschwerden nicht mit einer Herzkrankheit in Verbindung, auch weil diese häufig untypisch sind. Ein Beispiel: Normalerweise wird ein Herzinfarkt mit starken Schmerzen im Brustkorb und im linken Arm assoziiert. Dieses Muster tritt bei Frauen jedoch viel seltener auf. Bei ihnen sind die Schmerzen oft schwächer ausgeprägt, ziehen eher in den Rücken als in den Brustkorb oder bleiben sogar ganz aus, während Begleitsymptome wie Übelkeit oder Schwächegefühl häufiger auftreten. Wir nennen das auch "Eva-Infarkt". Aber auch andere Herzkrankheiten gehen bei Frauen mit untypischen Symptomen einher. Das führt dazu, dass Frauen seltener zum Arzt gehen und dadurch auch später behandelt werden.

Was raten Sie Frauen?

Frauen sollten im Rahmen der Gesundheitsvorsorge regelmäßig ihr Herz untersuchen lassen, auch wenn sie keine typischen Symptome einer Herzkrankheit aufweisen. Vermeiden Sie zudem Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung oder zu viel Stress. Ihr Herz wird es ihnen danken.

 

Weitere Informationen:

Der Aktionstag wurde 2003 von der American Heart Association sowie dem National Heart, Lung an Blood Institute ins Leben gerufen. Seitdem findet der "Zieh-etwas-Rotes-an-Tag" ("National Wear Red Day") traditionell am ersten Freitag im Februar statt. Weltweit werden Frauen dazu aufgerufen, Arzttermine zu vereinbaren und ihr Herz untersuchen zu lassen. Auch die kardiologische Abteilung des Helios Klinikum Pforzheim zeigt Engagement und trägt am Freitag rote Herz-Buttons, um Patienten und Besucher auf den Tag aufmerksam zu machen.

Prof. Dr. med. Christopher Reithmann ist Kardiologe und Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Helios Klinikum München West.