Fast-Track

Postoperative Betreuung im Aufwachraum

Hier überwachen wir unsere Patienten unmittelbar nach Beendigung der Operation. Jederzeit steht für den Aufwachraum ein Facharzt für Anästhesie zur Verfügung.

Traditionell wurden Patienten nach Eingriffen am Herzen viele Stunden nachbeatmet. Die Einführung der minimal-invasiven Technik für Eingriffe an den Herzklappen und die Verfeinerung der Verfahren zur Versorgung der Herzkranzgefäße ohne Einsatz der Herz-Lungen-Maschine erlauben heute ein schonendes chirurgisches Vorgehen. 

Das hat natürlich auch Einfluss auf die Narkose und Beatmungspflichtigkeit unserer Patienten. Eine längere Nachbeatmung der Patienten ist vor diesem Hintergrund nicht zwangsläufig erforderlich. Wir nutzen daher das klinische Konzept des Fast-Track-Protokolls und die individuelle Nachbetreuung im Aufwachraum.

Alle unsere Patienten, die dafür geeignet sind, betreuen wir nach diesem Fast-Track-Konzept. das bedeutet für Sie Patient, dass Sie in der Regel bereits ein bis zwei Stunden nach der Operation vom Beatmungsgerät entwöhnt werden und frühzeitig, im besten Falle sogar ohne Aufenthalt auf der Intensivstation, am ersten oder zweiten Tag nach der Operation auf die Normalstation verlegt werden können.

Vorgehen beim Fast-Track

  1. Vor dem Eingriff

    Anhand der erhobenen Befunde und des geplanten Eingriffs treffen unsere Fachärzte die Entscheidung, ob Sie für die Behandlung nach Fast-Track-Protokoll geeignet sind. Im Gespräch klären wir Sie genau auf und legen die auf das Konzept abgestimmte Medikation fest.

  2. Narkose

    Für die Narkose setzen wir gut steuerbare intravenöse und inhalative Narkosemittel (Anästhetika) ein, um eine unerwünscht verlängerte Narkosemittelwirkung zu vermeiden. Wenn es der Verlauf des Eingriffs erlaubt, wird in Abstimmung mit dem Operateur die Weiterbetreuung des Patienten im Aufwachraum veranlasst.

  3. Im Aufwachraum

    Im Aufwachraum werden Sie nach intensivmedizinischen Standards überwacht. Wir streben hier eine frühzeitige Extubation - also Entfernung des Beatmungsschlauchs - und Mobilisierung an. Besonders große Bedeutung besitzt in diesem Zusammenhang eine effektive und individuell angepasste Schmerzbekämpfung.

    Je nach individuellem Verlauf weisen Sie unsere Mitarbeiter noch im Aufwachraum in die Handhabung einer mit hochwirksamen Schmerzmitteln gefüllten Infusionspumpe ein. Ihnen ermöglicht diese eine von Ihnen selbst gesteuerte Schmerzbekämpfung, das heißt Sie können den Schmerzmittelbedarf an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Im Rahmen einer zweimal täglich durchgeführten Schmerzvisite werden Effektivität und Sicherheit der Schmerztherapie übrigens von unserer Schmerzschwester (Pain Nurse) überwacht.

  4. Intermediate Care

    Bleiben alle Ihre vitalen Funktionen über einen adäquaten Beobachtungszeitraum stabil und konnten wir eine gute Schmerzbekämpfung etabliert werden, verlegen wir Sie direkt auf die Intermediate-Care-Station (IC). Ein Aufenthalt auf der Intensivstation kann dadurch vermieden werden.

Nicht bei allen Operationen lässt sich ein Aufenthalt auf der Intensivstation vermeiden. Sie werden zu Ihrem persönlichen Behandlungsverlauf natürlich individuell vom behandelnden Chirurg informiert.

Bewährtes Konzept

Im Jahr 2016 konnten wir bereits mehr als 2.100 Patienten - das sind über 40 Prozent aller unserer  herzchirurgischen Patienten - nach ihrer Operation am Herzen im Aufwachraum behandeln.

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