Pressemitteilung

Hilfsaktion Friedensdorf International: HELIOS Klinik Erlenbach übernimmt Behandlungskosten für Kinder aus Angola

Erlenbach

Sie hatten sich schon eingelebt, jetzt geht es wieder nach Hause: Noel und Domingos aus Angola wurden in der HELIOS Klinik Erlenbach behandelt und geheilt. Jetzt müssen sie sich von ihrer Betreuerin Ermelinda Ebert von Friedensdorf International und ihrem behandelnden Arzt Dr. Ilir Ibishi verabschieden.

 

Kinder von Friedensdorf in HELIOS Klinik Erlenbach geheilt entlassen - Klingenbergerin Ermelinda Ebert von Friedensdorf International kümmert sich um Kultur- und Sprachvermittlung  

„Das wichtigste ist, dass die Kinder sich wohlfühlen“, sagt Ermelinda Ebert aus Klingenberg. Seit Jahren arbeitet und dolmetscht die gebürtige Portugiesin ehrenamtlich für die Hilfsorganisation Friedensdorf International, die kranke und verletzte Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland holt. Jetzt sitzt sie mit Noel und Domingos am Fenster ihres Krankenzimmers auf der Station 3a der HELIOS Klinik Erlenbach, der Fachabteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie, und spielt „Mensch ärger dich nicht“. Die beiden 12- und 13-jährigen Jungs aus Angola werden diese Woche entlassen. Die Wunden an Ober- und Unterschenkel sowie am Arm sind gut verheilt; ihre Krücken brauchen sie fast nicht mehr.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess, die Labortwerte sind stabil, und das Antibiotika können wir morgen absetzen“, erklärt der behandelnde Arzt Ilir Ibishi, der die Pflaster wechselt und nun fast ein bisschen traurig ist – die Jungs sind dem gesamten Pflegepersonal während ihres Aufenthalts ans Herz gewachsen. Seit November waren die Buben in der Klinik in Behandlung, ihre eitrigen Wunden mussten mehrmals operiert werden. Die Diagnose: Osteomyelitis, eine infektiöse, chronische Entzündung des Knochenmarks. Die Ursachen dafür können vielfältig sein. „In jedem Fall handelt es sich um permanente, unbehandelte Verletzungen des Skeletts, so dass sich mit der Zeit das Knochenmark entzündet“, erläutert Dr. Ibishi. Häufig sei das Spielen mit herumliegendem Kriegsmaterial, Stürze oder Knochenbrüche der Grund, dazu können Mangelernährung und ein schwaches Immunsystem kommen.

 „Wären die Kinder nicht behandelt worden, wären die Wunden nie verheilt, die Entzündungen immer schlimmer geworden“, so  Chefarzt Dr. Ralf Imig, der ebenfalls nach den kleinen Patienten schaut. Er weiß: In ihrer südwestafrikanischen Heimat hätten die Jungs keine Chance auf Heilung gehabt.

Die HELIOS Klinik Erlenbach erklärt sich deshalb regelmäßig bereit, die Kosten für die komplette medizinische Versorgung von zwei bis drei Friedensdorf-Kindern im Jahr zu übernehmen, wenn dies im Heimatland nicht möglich ist – entweder weil es dort kein adäquates Gesundheitssystem gibt oder weil sich die Familien der Kinder die teure Behandlung in ihrer Heimat nicht leisten können. Dass dabei beträchtliche Summen zusammenkommen, sieht der Klinikgeschäftsführer als humanitären Akt und Spende an die Hilfsorganisation. Für Norbert Jäger ist es die selbstverständliche Fortführung einer langen Tradition: „Im Krankenhaus Erlenbach wird die Arbeit des Friedensdorfes schon seit gut 20 Jahren unterstützt; das führen wir natürlich auch unter HELIOS gerne fort.“ 

Von den etlichen dankbaren kleinen Patienten zeugen die handgemalten Bilder, die den Flur des Krankenhausflurs schmücken. Auch im Zimmer von Noel und Domingos hängen bunte Bilder an der Wand, Brettspiele haben für Unterhaltung gesorgt, Kuscheltiere über das anfängliche Heimweh hinweggetröstet. Inzwischen haben sich die beiden so gut eingelebt, dass sie sogar traurig sind, dass sie die Klinik verlassen, so sagen sie auf Portugiesisch.

Ermelinda Ebert ist froh und wehmütig zugleich. Gemeinsam mit anderen Ehrenamtlichen wie Alexandra Berninger aus Leidersbach war sie fast täglich in der Klinik, um den Kindern ihre Zeit in der fremden Umgebung zu erleichtern. Ihre Betreuung ging dabei weit über das Dolmetschen hinaus. Wenn es der Heilungsprozess erlaubte, ging sie mit den Kindern raus, mal auf einen Spielplatz oder ein Eis essen. „Die Kinder sind mit einer ganz anderen Mentalität und Kultur konfrontiert. Dazu kommt die lange Trennung von ihrer Familie, ein fremdes Land, eine fremde Sprache, anderes Essen – das fällt nicht leicht, aber sie sind unglaublich tapfer.“

Für Noel und Domingos geht es nun zunächst wieder in die Friedensdorf-Zentrale nach Dinslaken. Genauso wie sie am Anfang auf Deutschland vorbereitet wurden, werden sie hier wieder auf die Rückreise in ihre Heimat vorbereitet. Einen Teil der gespendeten Kleidung, Spiel- und Malsachen dürfen sie nach Hause mitnehmen – alles, was ins Flugzeuggepäck passt. „Dankeschön“, sagen sie auf Deutsch und lachen.