Wann ist eine akutgeriatrische Behandlung sinnvoll? Sie kommt insbesondere bei älteren Patientinnen und Patienten infrage, wenn neben einer akuten Erkrankung weitere gesundheitliche Einschränkungen bestehen und dadurch die Selbstständigkeit gefährdet ist.
Eine akutgeriatrische Behandlung kann zum Beispiel sinnvoll sein:
- nach Frakturen und Operationen, z. B. Hüft-, Becken- und Wirbelsäulenfrakturen
- nach Schlaganfall und neurologischen Erkrankungen
- bei Herz-Kreislauf- und internistischen Erkrankungen
- bei Gangstörungen und wiederholten Stürzen
- bei Delir und kognitiven Einschränkungen
- bei Parkinson und eingeschränkter Mobilität
- bei Schluck- und Ernährungsproblemen
- nach längeren Krankenhaus- oder Intensivaufenthalten
Wir betrachten den ganzen Menschen
Erkrankungen im höheren Lebensalter wirken sich häufig gleichzeitig auf mehrere Lebensbereiche aus. Deshalb erfassen wir zu Beginn systematisch, wo Unterstützung benötigt wird:
- Mobilität und Sturzrisiko
- Selbstversorgung im Alltag
- Gedächtnis und Orientierung
- Stimmung
- Ernährungszustand
- Schluckfunktion
- Medikamente
- Wohn- und Versorgungssituation
Auf Grundlage dieses geriatrischen Assessments legen wir gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten individuelle Behandlungs- und Rehabilitationsziele fest.
Akute Verwirrtheitszustände (Delir) treten bei älteren Menschen im Krankenhaus häufig auf. Wir achten systematisch auf mögliche Auslöser wie Infektionen, Medikamente, Schmerzen, Flüssigkeitsmangel oder Stoffwechselstörungen. Neben der Behandlung der Ursache setzen wir auf Orientierung, Mobilisation, ausreichendes Trinken und Essen sowie eine möglichst ruhige und strukturierte Umgebung.
Schluckstörungen und Mangelernährung können den Genesungsverlauf erheblich beeinträchtigen. Gemeinsam mit Logopädie, Pflege und Ernährungsberatung erfassen wir mögliche Risiken frühzeitig und planen eine individuell geeignete Ernährung und Schlucktherapie.
Besonders bei älteren und kognitiv eingeschränkten Menschen sind Angehörige für die Behandlungsplanung oft sehr wichtig. Wir beziehen sie – mit Einverständnis der Patientinnen und Patienten – in die Zielplanung und die Vorbereitung der weiteren Versorgung ein.
Bereits während des Aufenthaltes planen wir gemeinsam mit Sozialdienst, Pflege und Therapie die weitere Versorgung. Dazu gehören bei Bedarf Hilfsmittel, ambulante Unterstützung, Pflegeleistungen oder eine weiterführende Rehabilitation.
Für Patientinnen und Patienten, die nach Abschluss der akutstationären Behandlung weiterhin rehabilitationsbedürftig sind, besteht die Möglichkeit einer stationären geriatrischen Rehabilitation.
Die geriatrische Rehabilitationsabteilung ist räumlich in die Erlenbacher Klinik integriert. Sie befindet sich mit insgesamt 27 Betten im 2. Stock.
Wir arbeiten interdisziplinär
Von der Diagnostik bis zur individuellen Therapie: Wir arbeiten interdisziplinär mit verschiedenen Fachabteilungen zusammen. Dazu gehören insbesondere: