Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan. „Früherkennung soll Lungenkrebs rechtzeitig entdecken, damit eine wirksame Behandlung noch möglich ist.“, sagt Oberarzt Dr. Steffen Pietsch, Pneumologe an den Helios Weißeritztal-Kliniken.
Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich
Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹. „Lungenkrebs verursacht anfangs kaum Symptome und wird deshalb oft erst spät erkannt, wenn er sich bereits ausgebreitet hat. Die Diagnose erfolgt daher oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium, wenn der Tumor bereits gestreut hat,“ erklärt Dr. Pietsch. „Ein systematisches Screening hilft, viele Fälle frühzeitig zu entdecken.“, ergänzt der erfahrene Pneumologe. Bisher wurde nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.
Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?
Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit Risiko einer Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.
Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung
„Bei einem auffälligen CT-Befund sollte man sich an ein spezialisiertes Lungenkrebszentrum wenden, da dort sowohl die nötige Erfahrung als auch moderne Technik für eine zuverlässige Diagnose und Behandlung vorhanden sind.“, rät Dr. Pietsch. Wohnortnah sind erste Untersuchungen und eine umfassende Umfelddiagnostik möglich. Dazu ist Klinikum Freital die fachliche interdisziplinäre Expertise vorhanden und eine spezialisierte Diagnostik auch zum Ausschluss anderer Ursachen der auffälligen Befunde möglich. Die meisten Auffälligkeiten lassen sich so abklären. Helios betreibt dazu rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arzt-Praxen vernetzt sind. „Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant. „Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie Künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.
Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv
Die Helios Lungenkrebszentren in Berlin, Bonn/Siegburg, Krefeld/Duisburg und Wiesbaden sowie ab April auch in Erfurt setzen nun bei der Diagnostik auf das innovative roboterassistierte Bronchoskopie-System Ion. Dieses ermöglicht Ärztinnen und Ärzten, besonders tief vorzudringen und Proben von verdächtigem Lungengewebe zu entnehmen. Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren mit dem robotischen Assistenzsystem DaVinci entfernt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.
Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?
In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:
Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten "Packungsjahren" (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg)
Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren
Offene Fragen abklären: Helios Live-Webinar am 23. April
Wer mehr über das Thema Lungenkrebsfrüherkennung erfahren möchte, kann sich aus erster Hand bei den Helios Lungenfachärztinnen und -ärzten informieren, wie das Screening abläuft und welche Möglichkeiten bestehen, falls dabei ein auffälliger Befund festgestellt werden sollte. Das einstündige Webinar mit Chefarzt Prof. Dr. Tim Hirche, Co-Leiter des Lungenkrebszentrums der Helios HSK Wiesbaden, findet am Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr online statt und ist mithilfe von einem Laptop, PC, Smartphone oder Tablet möglich. Eine anonyme Teilnahme ist möglich. Persönliche Fragen können über den Chat gestellt werden, die von den Fachärztinnen und -ärzten unmittelbar beantwortet werden. Anmeldung zum Webinar unter: helios-gesundheit.de/lunge
Selbstest
Screening-Interessierte können mit unserem Online-Selbsttest herausfinden, ob eine Untersuchung zur Lungenkrebsfrüherkennung für sie infrage kommt.
Erklärvideo Helios Patientenjourney: Was ist das Lungenkrebsscreening?
¹ZfKD, & Robert Koch-Institut. (9. September, 2025). Anzahl der Krebsneuerkrankungen und durch Krebs verursachte Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2023 [Graph]. In Statista. Zugriff am 08. Oktober 2025, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30563/umfrage/jaehrliche-krebserkrankungen-und-todesfaelle-in-deutschland/
² Helios Lungenkrebszentren – davon sieben DKG-zertifiziert: Berlin, Bonn/Siegburg, Duisburg, Erfurt, Hildesheim, Krefeld, München, Schwerin, Stralsund, Wiesbaden, Wuppertal