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Wenn die „heißen Knoten“ zu groß werden

Bei Thomas Korreck wuchs die Schilddrüse unbemerkt auf ein Vielfaches ihrer normalen Größe an. Erst eine Routineuntersuchung zeigte, dass das Organ entfernt werden musste. Seit dem Eingriff fühlt sich der 61-Jährige deutlich fitter.

03.11.2026 Lesedauer: - Min.

„Das müssen wir uns mal genauer anschauen.“ Als Thomas Korreck diesen Satz von seinem Hausarzt hört, wird er hellhörig. Bis dahin hatte ihm seine Schilddrüse keinerlei Probleme bereitet. Bei einer Untersuchung waren jedoch sogenannte „heiße Knoten“ entdeckt worden, die zunächst beobachtet werden sollten. Bei einer Nachkontrolle einige Monate später stand fest: Die Knoten waren weitergewachsen.

 

Die Schilddrüse hatte inzwischen solche Ausmaße angenommen, dass sie operativ entfernt werden musste. Für den Elektroniker für Betriebstechnik kam diese Entwicklung überraschend. Schmerzen oder andere Beschwerden, die er mit seiner Schilddrüse in Verbindung gebracht hätte, gab es nicht. Lediglich eine zunehmende Müdigkeit machte ihm schon länger zu schaffen. Eine Erklärung dafür hatte er nicht. „Ich dachte vorher auch immer, dass die Schilddrüse vor allem bei Frauen Probleme macht“, erzählt der Attendorner.

 

Dieser Eindruck kommt nicht von ungefähr. Bestimmte Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow, treten bei Frauen deutlich häufiger auf. Doch auch Männer können betroffen sein. Schilddrüsenknoten sind gerade auch im Alter bei ihnen keine Seltenheit: Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe finden sie sich bei rund 30 Prozent der Männer über 55 Jahren.

 

Wenn Knoten wachsen

Die Schilddrüse ist ein kleines Organ am Hals, das eine wichtige Rolle für den Stoffwechsel spielt. Ihre Hormone beeinflussen unter anderem den Energiehaushalt und den Herzschlag. Sogenannte heiße Knoten produzieren eigenständig Schilddrüsenhormone und können dadurch eine Überfunktion auslösen. Wachsen die Knoten stark, kann die vergrößerte Schilddrüse außerdem auf benachbarte Organe drücken.

„Wenn die Schilddrüse deutlich an Größe zunimmt, kann sie die Luft- und Speiseröhre einengen. Mögliche Folgen sind Atemnot, ein Druckgefühl am Hals oder Schluckbeschwerden“, erklärt Dr. med. Stefan Bollmann, Chefarzt für Allgemein- und Viszeralchirurgie an der Helios Klinik Attendorn. Eine Überfunktion könne zudem Beschwerden wie Herzrasen, Schlafstörungen oder Müdigkeit verursachen. Ob die Schilddrüse auch für seine Erschöpfung verantwortlich war, lässt sich rückblickend nicht mit Sicherheit sagen. Es spricht jedoch vieles dafür.

 

Als Mitglied im Deutschen Schilddrüsenzentrum verfügt sein Haus über einen ausgewiesenen Behandlungsschwerpunkt für Schilddrüsenerkrankungen. Nach den Kontrolluntersuchungen entschied sich Thomas Korreck daher für eine Operation in diesem Krankenhaus. Dabei wurde die Schilddrüse vollständig entfernt.

 

Warum nicht nur die Knoten entfernt wurden, sondern die gesamte Schilddrüse?

„Der Knoten war nicht nur auffällig groß, sondern wies auch einen erhöhten Tumormarker auf. Das machte eine Komplettentfernung des Organs sinnvoll, um einen möglichen Zweiteingriff zu vermeiden“, erklärt der Fachmediziner.

 

Als der zweifache Großvater nach dem Eingriff erfuhr, dass das entfernte Schilddrüsengewebe rund 75 Gramm wog, war er erstaunt. Eine normale Schilddrüse wiegt bei Erwachsenen ungefähr 15 bis 25 Gramm. „Als ich hörte, wie schwer meine Schilddrüse war, war ich schon überrascht. Ich bin froh, dass sie entfernt wurde, bevor es zu weiteren Problemen kommen konnte“, sagt er rückblickend.

 

Ganz ohne Folgen bleibt der Eingriff allerdings nicht: Da sein Körper nun keine eigenen Schilddrüsenhormone mehr produzieren kann, muss Thomas Korreck diese lebenslang in Tablettenform einnehmen. Die Dosierung wird anhand regelmäßiger Blutuntersuchungen kontrolliert und bei Bedarf angepasst.

 

Für ihn ist das ein überschaubarer Aufwand angesichts dessen, wie gut er sich inzwischen fühlt. Die bleierne Müdigkeit, die ihn zuvor begleitet hatte, ist verschwunden. Aktivitäten, die zuletzt zu kurz gekommen waren, fallen ihm wieder leichter. Ob Brennholz schlagen oder Radfahren – der bekennende Schalke-Fan hat wieder mehr Energie für seinen Alltag.

 

„Ich bin froh, dass ich diesen Schritt gemacht habe. Mir geht es heute wesentlich besser als vor dem Eingriff“, blickt er optimistisch nach vorne. Die Sorge, dass die Schilddrüse weiterwachsen und irgendwann ernsthafte Beschwerden verursachen könnte, gehört für ihn inzwischen der Vergangenheit an.

Gut drauf auch ohne Schilddrüse: Thomas Korreck geht es blendend nach dem Eingriff

Helios Klinik Attendorn

Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie

Der Knoten war nicht nur auffällig groß, sondern wies auch einen erhöhten Tumormarker auf. Das machte eine Komplettentfernung des Organs sinnvoll, um einen möglichen Zweiteingriff zu vermeiden.