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Lungenkrebsfrüherkennung kommt

Je früher Lungenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Starke und langjährige Raucherinnen und Raucher als Hochrisikogruppe können sich ab April 2026 in einem Screening untersuchen lassen. Die Helios Klinik Attendorn ist mit hochspezialisierten Zentren für Lungenkrebs in der Region eng vernetzt. Bei der Zusammenarbeit wird auf moderne Verfahren zur Abklärung und Therapie gesetzt. 

18.03.2026 Lesedauer: - Min.

Bisher gab es in Deutschland kein Lungenkrebsfrüherkennungsprogramm, wie es beispielsweise in der Brust- oder Darmkrebsvorsorge existiert. Nun hat sich einiges getan. „Die Früherkennung soll vor allem eines bewirken: Sie zielt darauf ab, Lungenkrebs in einem frühen Stadium aufzuspüren, in dem eine heilende oder längerfristig kontrollierende Behandlung noch möglich ist“, sagt Dr. Martin Bischopink, leitender Oberarzt für Pneumologie an der Helios Klinik Attendorn.

 

Lungenkrebs: häufig unentdeckt und häufig tödlich

Rund 45.000 Menschen sterben jährlich an den Folgen von Lungenkrebs, damit ist dieser bei Männern die häufigste Krebs-Todesursache, bei Frauen die zweithäufigste¹. „Das Tückische ist, dass die Erkrankung Lungenkrebs zunächst kaum Beschwerden verursacht. Deshalb wird sie oft erst spät entdeckt, nämlich dann, wenn bereits Metastasen vorliegen und der Krebs sich ausgebreitet hat,“ erklärt Dr. Bischopink. „Mit dem neuen systematischen Lungenkrebsscreening können viele Krebsfälle nun in frühen Stadien entdeckt werden. Das ist ein Riesenvorteil für die Betroffenen“, ergänzt der erfahrene Pneumologe. Bisher wurde oft nur bei eindeutig auftretenden Symptomen wie langanhaltendem Husten oder Bluthusten eine radiologische Untersuchung als Kassenleistung verordnet.

 

Was ist die Lungenkrebsfrüherkennung?

Unabhängig von bereits auftretenden Beschwerden sind nun starke und langjährige Raucherinnen und Raucher ab 50 Jahren berechtigt, sich mit einem sogenannten Niedrigdosis-CT auf Lungenkrebs untersuchen zu lassen. Bei dieser radiologischen Untersuchung werden in einer Computertomografie räumliche Bilder der Lunge erstellt, auf denen Tumore bzw. verdächtige Gewebeverdichtungen in der Regel gut zu erkennen sind. Startpunkt für Personen mit einem Risiko für eine Lungenkrebserkrankung ist ein hausärztliches Beratungsgespräch, auf das eine Überweisung an eine radiologische Praxis zum Screening folgt.

 

Spezialisierte Lungenkrebszentren zur Befund-Abklärung und Prüfung

„Kommt bei der CT-Untersuchung ein auffälliger Befund heraus, sollte man sich an eine pneumologische Abteilung wenden, die mit spezialisierten Lungenkrebszentren vernetzt ist“, rät Dr. Bischopink, der einen solchen Fachbereich im Attendorner Krankenhaus leitet.

Helios betreibt rund ein Dutzend hochspezialisierte Lungenzentren², unter anderem am Universitätsklinikum Wuppertal, die eng im Verbund mit weiteren Kliniken und Arztpraxen vernetzt sind. „Unser Ziel ist es, die hochwertige medizinische Versorgung in regionalen Netzwerken weiter auszubauen und eine Behandlung dort zu ermöglichen, wo die höchste medizinische Expertise vorhanden ist,“ erläutert Prof. Dr. Frederick Palm, Helios Medical Consultant.

„Bei Helios behandeln wir Lungenkrebs über 32.000-mal pro Jahr und ermöglichen unseren Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort Zugang zu unseren Expertinnen und Experten“, sagt Prof. Palm. In den spezialisierten Lungenkrebszentren werden Entscheidungen über eine individuelle Behandlung stets interdisziplinär mit dem geballten Wissen aus unterschiedlichen Fachrichtungen getroffen. Zudem werden moderne Verfahren wie künstliche Intelligenz zur Unterstützung der Befundanalyse eingesetzt.

 

Moderne Diagnostik und Behandlungsmethoden: präzise und minimalinvasiv

Bestätigt sich der Verdacht auf ein Lungenkarzinom, kann dieses je nach Behandlungsplan in einem minimalinvasiven Verfahren entfernt werden. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies im besten Fall die Option auf einen früheren Behandlungsbeginn, möglichst schonende Eingriffe und schnellere Wundheilung.

 

Wer ist für das Lungenkrebsscreening berechtigt?

In Deutschland haben nun aktive und ehemalige Raucherinnen und Raucher im Alter von 50 bis 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre lang stark geraucht haben, ab dem 1. April 2026 einmal jährlich Anspruch auf ein präventives Lungenkrebsscreening:

  • Alter: Menschen zwischen 50 und 75 Jahren
  • Dauer: Zigarettenkonsum ohne Unterbrechung seit mindestens 25 Jahren
  • Höhe: Zigarettenkonsum entspricht mindestens 15 sogenannten „Packungsjahren“ (20 Zigaretten pro Tag über 15 Jahre hinweg) 
  • Bei starken Ex-Rauchern: Rauchstopp vor weniger als 10 Jahren

 

¹ZfKD, & Robert Koch-Institut. (9. September, 2025). Anzahl der Krebsneuerkrankungen und durch Krebs verursachte Todesfälle in Deutschland nach Geschlecht im Jahr 2023 [Graph]. In Statista. Zugriff am 08. Oktober 2025, https://de.statista.com/statistik/daten/studie/30563/umfrage/jaehrliche-krebserkrankungen-und-todesfaelle-in-deutschland/

² Helios Lungenkrebszentren – davon sechs DKG-zertifiziert: Berlin, Bonn/Siegburg, Duisburg, Erfurt, Hildesheim, Krefeld, München, Schwerin, Stralsund, Wiesbaden, Wuppertal

Helios Klinik Attendorn

Leitender Oberarzt

Das Tückische ist, dass die Erkrankung Lungenkrebs zunächst kaum Beschwerden verursacht. Deshalb wird sie oft erst spät entdeckt, nämlich dann, wenn bereits Metastasen vorliegen und der Krebs sich ausgebreitet hat