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Hanseklinikum baut Behandlungszentrum für Adipositaspatienten auf

Hanseklinikum baut Behandlungszentrum für Adipositaspatienten auf

Stralsund

Das Helios Hanseklinikum Stralsund hat sich auf die Behandlung von krankhaftem Übergewicht spezialisiert. In der Klinik erhalten Patientinnen und Patienten das Komplettpaket aus konservativer, operativer und psychotherapeutischer Betreuung. Der ganzheitliche Ansatz ist in diesem Jahr vom Gesundheitsministerium Mecklenburg-Vorpommern mit dem Versorgungsauftrag für Adipositas-Chirurgie gewürdigt worden. Der Bedarf ist riesig.

Über die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland ist zu schwer, immerhin jeder Vierte sogar krankhaft übergewichtig. Trotzdem mangelt es an ganzheitlichen Behandlungsangeboten für Betroffene. Ohne medizinische Unterstützung schaffen es die Wenigsten abzunehmen, dabei wäre genau das im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig. „Menschen mit starkem Übergewicht haben durch Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf- oder Krebserkrankungen eine um bis zu zehn Jahre geringere Lebenserwartung“, alarmiert Dr. Per-Hendrik Lange, Hausarzt und Experte des Adipositaszentrums für die konservative Therapie und Nachsorge. „Abnehmen ist ein Marathon“, sagt der Mediziner. Daher sei die enge Bindung an die Behandler über viele Jahre hinweg ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg.

In Stralsund sind genau diese Bedingungen in besonderem Maße gegeben. Das Hanseklinikum hat mit Dr. Lange einen erfahrenen Mediziner an seiner Seite, der sich in seiner Hausarztpraxis auf das klassische Abnehmen durch Bewegung und Ernährungsumstellung spezialisiert hat. Die plastisch-ästhetischen Eingriffe übernimmt Dr. Christian Lau. Als einziger Facharzt für Ästhetische und Plastische Chirurgie in Vorpommern übernimmt er unter anderem die Entfernung von Fettschürzen und Hautlappen nach drastischem Gewichtsverlust. „Bei der Adipositasbehandlung ist ein umfangreiches Aufklärungsgespräch entscheidend. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen und Betroffene über die Folgen der Gewichtsreduktion zu informieren“, sagt Dr. Lau. „Wer 50 oder 100 Kilo abnimmt, auf den kommen zunächst andere Probleme zu. Das muss man vor Behandlungsbeginn wissen. Und auch dann sind wir für den Patienten da.“ Das sei eines der Erfolgsrezepte in Stralsund: die Behandlung aus einer Hand. Zudem steht der Klinik mit Chirurgie-Chefarzt Prof. Dr. Matthias Birth ein erfahrener Experte vor. Er verantwortet den operativen Bereich und übernimmt die bariatrischen Eingriffe wie Schlauchmagen und Magenbypass.

Eine weitere Expertise bei der Therapie von Fettleibigkeit hat das Hanseklinikum in diesem Jahr hinzugewonnen. Psychiatrie-Chefärztin Priv.-Doz. Dr. Deborah Janowitz ist im Januar von der Greifswalder Unimedizin zum Krankenhaus West gewechselt. Bereits an alter Wirkungsstätte hat sie sich auf die psychotherapeutische Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Adipositas und auf Essstörungen spezialisiert. „Wer 200 Kilo wiegt, isst nicht einfach nur gern. Wir beziehen auch psychische Faktoren ein und setzen uns mit den Gründen für das Übergewicht auseinander.“ Der Fokus auf die Psyche sei auch ein wichtiger Faktor, um die Motivation dauerhaft zu erhalten.

Um den Austausch mit Gleichgesinnten zu fördern, hat Frank Wilde in Stralsund eine Adipositas-Selbsthilfegruppe gegründet. Sie hat sich für Betroffene als wichtige Anlaufstelle etabliert, um „am Ball zu bleiben“, wie der Gründer sagt. Er selbst hat in den vergangenen Monaten durch die Unterstützung der Ärzte und mit viel Disziplin dutzende Kilos verloren.

Von Adipositas ist die Rede ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Dabei gibt es folgende Unterteilungen: Bei einem BMI zwischen 30 und 34,9 sprechen Ernährungsexperten von mäßigem Übergewicht (Adipositas Grad I), bei einem BMI zwischen 35 und 39,9 von moderatem Übergewicht (Adipositas Grad II), ab einem BMI von 40 von starkem Übergewicht (Adipositas Grad III). Ein BMI von 18 bis 24,9 wird als Normalgewicht klassifiziert.

Der BMI ist eine Formel zur Gewichtsberechnung und hilft, das Körpergewicht richtig zu deuten. Er ergibt sich aus dem Verhältnis des Körpergewichts in Kilogramm und der Körpergröße in Metern zum Quadrat.